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Lange Zeit sah es so aus, als würde Benson Kipruto als Erster das Panathinaiko Stadion in Athen erreichen und sich damit den Sieg beim 34. Athen Marathon sichern können. Doch der Kenianer hatte sich mit seiner Attacke auf der Bergabpassage…
Lange Zeit sah es so aus, als würde Benson Kipruto als Erster das Panathinaiko Stadion in Athen erreichen und sich damit den Sieg beim 34. Athen Marathon sichern können. Doch der Kenianer hatte sich mit seiner Attacke auf der Bergabpassage Richtung der griechischen Hauptstadt zu viel zu gemutet und musste im Finale bei warmen Herbsttemperaturen des mediterranen Klimas die Rechnung dafür bezahlen. Der 25-jährige Debütant lag fünf Kilometer vor der Ziellinie noch 40 Sekunden vor einer dreiköpfigen Spitzengruppe, doch in Athen wendete sich das Blatt ein letztes Mal.
„Es war schwierig, das Tempo zu halten. Aber am Ende konnte ich noch einmal zulegen“, erkannte Luka Rotich später den Hauptgrund, warum er das Rennen doch noch gewinnen konnte. Es waren nur noch etwas mehr als 1.000 Meter zu laufen, als der 28-Jährige seinen drei Jahre jüngeren Landsmann überholte und das Zielband in einer Zeit von 2:12:49 Stunden durchbrach. Hinter Benson Kipruto, der den zweiten Platz gerade noch so sichern konnte, belegte Andrew Kimtai den dritten Rang. „Ich habe mich bis Kilometer 41 ganz gut gefühlt, danach wurde es sehr hart. Dennoch bin ich mit meinem Debüt zufrieden“, so der knapp geschlagene Neo-Marathonläufer.
Mitfavoriten früh aus dem Rennen
Dagegen lief das Rennen für Augustine Ronoh, der die schnellste persönliche Bestleistung auf der Meldeliste aufwies, und Hillary Yego, Sieger von 2013, nicht nach Plan. Beide verloren frühzeitig den Anschluss. Während Ronoh das Handtuch war, kam Yego immerhin ins Ziel und belegte Rang sieben. Hinter neun Kenianern kam der griechische Vorjahressieger Hristoforos Merousis als Zehnter ins Ziel. 2015 hatte der als Veranstalter auftretende Griechische Leichtathletik-Verband (SEGAS) aufgrund der Wirtschaftskrise auf die Verpflichtungen von Eliteläufern abgesehen.
Debütsieg bei den Damen
Im Rennen der Damen feierte Nancy Arusei bei ihrer Marathon-Premiere einen Einstand nach Maß und siegte in einer Zeit von 2:38:13 Stunden. Es war die schnellste Siegerzeit in Athen seit fünf Jahren. Nachdem die beiden Kenianerinnen Gladys Kwambai und Purity Kimetto bereits am Fuße des langen Anstiegs am Ende des ersten Viertels der klassischen Distanz von der Kleinstadt Marathon in die Metropole Athen das Tempo nicht mitgehen konnten, reduzierte sich der Kampf um den Sieg auf das Duell zwischen Arusei und ihrer favorisierten Landsfrau Penina Wanjiru. Als auch Wanjiru zurückfiel, sah es lange Zeit nach einem klaren Sieg der Debütantin aus. Aber wie ihr Pendant bei den Herren, Benson Kipruto, ging ihr im Finale die Luft aus. In einer Zeit von 2:38:13 Stunden rettete sich die 30-Jährige mit einem Vorsprung von 15 Sekunden auf die im Finale immer näher rückende Algerierin Kenza Dahmani über die Ziellinie. „Ich hätte vor dem Rennen nie gedacht, dass ich gewinnen könnte. Erst nach 40 Kilometern habe ich daran geglaubt“, rekapitulierte die kenianische Siegerin. Das Podest komplettierte mit einigem Respektabstand Lokalmatadorin Ourania Rebouli.
Großes Lauffest an der Wiege des Marathons
Auf historischem Marathon-Terrain feierte die größte Laufsportveranstaltung Griechenlands einen neuen Teilnehmerrekord. Erstmals nahmen über 50.000 Aktive an den diversen Bewerben des Athen Marathon teil, rund 17.500 absolvierten die klassische Marathonstrecke von Marathon ins alt ehrwürdige Panathinaiko Stadion. Damit erinnern sowohl Strecke als auch Start und Ziel an die ersten Olympischen Spiele der Moderne, deren 120. Geburtstag im Rahmen der Veranstaltung gebührend gefeiert wurde – und damit auch der 120. Geburtstag des Marathonlaufs.
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