Liebe Laufgemeinschaft,

Wir freuen uns, euch mitteilen zu können, dass RunAustria.at ein neues Zuhause gefunden hat! Ab sofort findet ihr alle neuen Beiträge, spannende Laufberichte und inspirierende Erfolgsgeschichten auf unserer neuen Plattform: RunUp.eu.

Unser Ziel ist es, euch ein noch besseres Leseerlebnis zu bieten und die Leidenschaft für das Laufen weiter zu teilen. Die Entscheidung zum Umzug spiegelt unser Engagement wider, euch aktuelle Inhalte in einem frischen und benutzerfreundlichen Format zu präsentieren.

Bitte beachtet: Der beliebte Club von RunAustria bleibt von dieser Änderung unberührt und wird weiterhin unter RunAustria.at zu finden sein. Wir möchten sicherstellen, dass die Community und die Clubmitglieder weiterhin den gewohnten Raum für Austausch und Engagement vorfinden, ohne Unterbrechung.

Was ändert sich für euch?

  • Neue Beiträge und Aktualisierungen werden ausschließlich auf RunUp.eu veröffentlicht.
  • Für Mitglieder und Fans des RunAustria Clubs bleibt alles beim Alten. Der Clubbereich und alle zugehörigen Funktionen bleiben auf RunAustria.at aktiv.

Wir laden euch herzlich ein, RunUp.eu zu besuchen und Teil unserer wachsenden Laufcommunity zu werden. Entdeckt die neuesten Beiträge und bleibt mit uns auf der Laufstrecke!

Für Fragen, Anregungen oder Feedback stehen wir euch wie immer zur Verfügung. Wir freuen uns auf diese neue Ära und darauf, euch auf RunUp.eu willkommen zu heißen!

Euer RunAustria-Team

Enter your email address below and subscribe to our newsletter

Laufen in Zeiten von COVID-19

Seit drei Wochen befindet sich die Welt in Österreich in einer seltsamen Situation: Wirtschaftlicher Shutdown, laut bisheriger Definition unsoziale Verhaltensempfehlungen mit erwartbar bedenklichen sozialen Folgen und ein Bewegungsradius für die Bewohner des Landes, der sich am Notwendigen orientieren soll. Während…

Weiterlesen

Share your love

Seit drei Wochen befindet sich die Welt in Österreich in einer seltsamen Situation: Wirtschaftlicher Shutdown, laut bisheriger Definition unsoziale Verhaltensempfehlungen mit erwartbar bedenklichen sozialen Folgen und ein Bewegungsradius für die Bewohner des Landes, der sich am Notwendigen orientieren soll. Während die sonst so populären Massenevents für Laufbegeisterte in der aktuellen Ausnahmesituation so befremdlich wie nur möglich wirken, steht zumindest die Laufwelt in Österreich nicht still. Denn Laufen ist weiterhin, im Einklang mit den beschlossenen Maßnahmen zur gewünschten Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus, möglich. Halt alleine oder mit der Partnerin bzw. dem Partner oder sonstigen Familienmitgliedern bzw. WG-Kumpanen. Aus gesundheitlicher Perspektive ist Laufen auch in Zeiten dieser Gesundheitskrise sogar empfehlenswert, schließlich hilft sportliche Aktivität eine gewisse Harmonie im merkwürdigen Alltag aufrechtzuerhalten und diverse Brandherde der Ausnahmesituation zumindest partiell zu löschen.
 

© Adobe Stock / Maridav
Für ein gutes Immunsystem und gute Laune

Als erstes sind natürlich die gesundheitlichen Vorteile des Laufens zu nennen: a) Stärkung des Immunsystems und daher generell höhere Resistenz gegen Vireneindringsversuche, b) frische Luft, Ablenkung und Energietanken, c) Ausschüttung von Glückshormen und d) bedeutende langfristige Benefits für die Gesundheit. Ein weiterer wichtiger Baustein für ein gutes Immunsystem ist die Ernährung. Wichtige Vitamine (besonders Vitamin C), Mineralien und weitere gezielt eingesetzte Nährstoffe innerhalb einer ausgewogenen Ernährung mit Fokus auf Obst und Gemüse stärken die Körperabwehr gegen äußere Einflüsse und steigern auch das innere Wohlbefinden. Guter, ausreichender Schlaf, viel Flüssigkeit und wenig Alltagsstress sind weitere Bausteine zum möglichst gerüsteten Immunsystem. Zweitens sind aktuell die psychologischen Auswirkungen bedeutend, denn zumindest für eine gewisse Zeitspanne dient das Laufen der ersehnten Ablenkung. Ablenkung von andauernder Einsamkeit – Soziologen befürchten auf diesem Gebiet massive Folgen durch die Coronakrise, denn Interaktionen und soziale Kontakte, insbesondere die positiven und innigen, sind für den Menschen von höchster Relevanz. Ablenkung von der Angst vor der Ungewissheit, von negativen Gedanken, für die die gegenwärtige Situation anfällig ist, vom Gefühl der Machtlosigkeit uvm. Außerdem hilft sportliche Aktivität dem Gehirn nachweislich, Gedanken zu ordnen.
 

Kreativität gefragt

Regelmäßiges Laufen in Zeiten, in denen Menschen dazu verdammt sind, ihre Häuser und Wohnungen lieben zu lernen, bekämpft auch die Gefahr der Anhäufung zusätzlicher Kilos. Eine reale Gefahr, schließlich fehlt bei jenen, die zuhause bleiben müssen oder sollen, eine nicht zu unterschätzende Menge an Bewegung innerhalb eines Tages. In Regionen der Welt, in denen Laufen aktuell nicht zum erlaubten Teil der Verhaltensregeln gehört, empfehlen Experten dringlich, nach alternativer sportlicher Bewegung zu suchen. Wer allerdings weder ein Laufband noch andere Trainingsgeräte in Wohnung oder Garten besitzt, muss auf Kräftigungsübungen, Yoga oder ganz banale Aktivitäten wie Seilspringen zurückgreifen. Egal ob Laufband, Ergometer oder Trainingsmatte – wenn möglich soll das Training bei schönem Wetter in den Garten, auf die Terrasse oder Balkon verlegt werden. Frische Luft ist wohltuend, Sonnenlicht regt die Produktion von Vitamin D an, ein effektiver Bekämpfer von wieder aufkommenden Winterblues. Man muss nicht gleich verrückte, social-media-wirksame Aktivitäten wie Marathonläufe auf dem Balkon, rund um den Küchentisch oder im Garten kopieren. An Trainingstipps von Websites, aus TV-Sendungen und selbst vom Leichtathletik-Weltverband fehlt es zurzeit nicht.
 

Entzugserscheinungen

Das hat nicht nur körperliche Gründe, sondern auch psychologische. Denn bei Menschen, in denen Sport einen wichtigen Teil des Alltagslebens eingenommen hat und das in aller Regelmäßigkeit, können bereits nach wenigen Tagen klassische Entzugserscheinungen auftreten wie bei einer Sucht. Und das könnte sich in schlechter Laune, mangelnder Aufmerksamkeit, fehlender Ruhe oder ungesunder Ernährung als Kompensationshandlung äußern. „Die erzwungene Immobilität wird von unserem neurovegetativen System als akutes Stressereignis, wie eine Gefangenschaft, empfunden“, erklärt Sportpsychologe Stefano Erzegovesi, Primar der Psychologie-Abteilung des Krankenhaus San Raffaele Turro in Mailand in einem Interview mit der Gazzetta dello Sport (26.03.20). Dementsprechend müsse die empfundene Ungerechtigkeit mit psychologischen Mechanismen der Anpassung unter Einsatz gezielter psychologischer Instrumente und Strategien überwunden werden, indem man sich darauf fokussiert, optimistisch nach vorne zu blicken, im Wissen, die gegenwärtige Situation wird zu einem Ende kommen. Gezielte Belohnungen wie eine besondere, selbst gekochte Mahlzeit, ein Glas guter Wein oder eine Extra-Praline sind wichtige Stimmungsheber. Besonders gut eignet sich kalorienarmes Naschen mit dunkler Schokolade oder Kakao. Eine aktuelle Studie der North Carolina State University behauptet, Meditation wäre generell ein wirksames Mittel für Läufer in schwierigen Zeiten.
 

Laufen im Trend dank Corona?

Und tatsächlich häufen sich die Stimmen, dass aktuell mehr Läuferinnen und Läufer denn je die Laufstrecken in Stadt und Land für sich entdecken und damit durch das kleine Fenster der eingeschränkten Freiheit steigen. Sie bereiten sich nicht gezielt auf Wettkämpfe des Vienna City Marathon, des Linz Marathon, des Salzburg Marathon, des Österreichischen Frauenlauf oder anderer Laufevents vor – diese alle wurden abgesagt. Sie betreiben Laufsport in seiner insbesondere aus medizinischer Sicht bevorzugten Art und Weise – als Gesundheitssport. Das eine muss das andere freilich nicht ausschließen und tut es im überwiegenden Großteil der Fälle aus nicht. Die Erkenntnis ist deshalb im aktuellen Kontext so bemerkenswert, weil der gesundheitliche Vorteil von regelmäßiger Bewegung flächendeckend der offenbar noch flächendeckender Sorge vor gesundheitlichen Gefahren durch COVID-19 im Parallelrhythmus gegenübersteht.
„Mit etwas Humor könnte man sagen, die Ausgangsbeschränkung war eine der wirksamsten Bewegungsinitiativen, die es in Österreich je gegeben hat. Es zeigt, wie wichtig den Menschen das Laufen ist und wie das Laufen dabei hilft, schwierige Situationen zu bewältigen. Man sieht plötzlich Leute laufen, die noch nie laufen waren. Und solange sich alle strikt an den nötigen Abstand halten und vernünftig damit umgehen, ist es sehr gut“, sagt VCM-Veranstalter Wolfgang Konrad in einem auf der Website des Vienna City Marathon veröffentlichten Interviews. Mit diesem Eindruck ist er bei weitem nicht alleine. Er mag teilweise unter dem Eindruck einer im Vergleich zum normalen Alltag veränderten weil intensiveren Beobachtungsperspektive und der ungleich höheren Zeitverfügbarkeit des Durchschnittsmenschen liegen, aber selbst Medien skizzieren ihn. Zum Beispiel mit der von Spaziergängern, Läufern und Radfahrern prall gefüllten Prater Hauptallee in Wien. Ähnliche Bilder zeigen volle Laufstrecken in Washington, Berlin und anderen Metropolen, in denen sich Eintönigkeit ausbreitet. Laufsport ist zuweilen per se also nicht für Social Distancing gemacht, wenn er sich zu Massenveranstaltungen automatisiert. Und gleichzeitig der Anker vieler im Zeitalter dieses unsäglichen Trendbegriffs.
 

Die Laufwelt dreht sich langsam

Dass Laufen, das gerne als demonstratives Stück Freiheit des Menschen bezeichnet wird, gegenwärtig oft nicht Standard der modernen Gesellschaft, sondern ein Stück Priorität ist, zeigt die Situation in anderen Ländern, wo Ausgangssperren und -beschränkungen Laufbegeisterte hart trifft. In Österreich bildet das Bundesland Tirol die große Ausnahme. Weil sich Tirol in einer Kette von drastischen Entscheidungen nach feuchtfröhlichen Après-Ski-Partys selbst unter Quarantäne setzte, mussten die Tiroler ihre Laufschuhe in den Keller verfrachten. Ähnlich geht es den italienischen Läufern, schließlich ist es Italienern je nach Region abseits lebenswichtiger Besorgungen entweder gar nicht erlaubt hinauszugehen oder sie dürfen sich nur im direkten Umfeld ihres Hauses aufhalten – also zu wenig weitläufig für eine Laufrunde. Ein Zustand, den nicht nur Läufer mit argen Bedenken entgegnen. Sportmediziner Kurt Moosburger, auf dessen Expertisen auch das Laufmagazin RunUp schon mehrfach vertraute, befürchtet negative gesundheitliche Auswirkungen des Laufverbots und betonte in einem Interview mit der Tiroler Tageszeitung: „Bewegung ist gesund. Menschen mit Diabetes und Bluthochdruck oder Depression sind sogar darauf angewiesen.“ Außerdem verwies der Facharzt für Innere Medizin, Sport- und Ernährungsmedizin darauf, dass das Laufen als Solist an der frischen Luft kein Infektionsrisiko mit sich bringe.
 
 
Eine Auswahl zum Überblick über die Situation für Läufer in diversen Ländern (Stand Ende März 2020):
Quellen: Twitter, geteilt von Yuki Kawauchi, & Gazzetta dello Sport
– Laufen gänzlich oder de facto verboten: in Argentinien, Indien, Israel, Italien, Südafrika, Spanien;
Laufen unter speziellen Auflagen erlaubt: in Frankreich (maximal eine Stunde, im Umkreis eines Kilometers von zuhause), Griechenland, Irland, Portugal (maximal 50 Minuten);
– Laufen erlaubt mit Social Distancing: in Australien, Dänemark, Deutschland, Großbritannien (Ausnahme London, dort nur einmal täglich innerhalb zwei Kilometer von Zuhause), Japan, Kanada (Ausnahme Québec), Kenia (nur tagsüber), Neuseeland, Niederlande, Österreich (Ausnahme Tirol), Schweiz, USA (in einigen Bundesstaaten mit leichten Einschränkungen);
– Laufen einschränkungslos erlaubt: Schweden;

Share your love