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Die erste österreichische Siegerin überhaupt beim Vienna 5K ist die neue ÖLV-Rekordhalterin im 5km-Straßenlauf: Lisa Redlinger (TS Lustenau) verbesserte die bisherige Bestmarke von Carina Reicht um sechs Sekunden auf eine Zeit von 15:34 Minuten.
„Es ist richtig schön, ein Mega-Moment!“, lächelte die 23-jährige Vorarlbergerin. „Ich hab schon einige U23-Rekorde geschafft, aber das ist mein erster österreichischer Rekord. Für mich ist das etwas ganz Besonderes, wenn ich bedenke, dass ich den Laufsport nicht hauptberuflich mache und keinen einzigen Sponsor habe.“ Die Zeit von 15:34 Minuten ist die zweitschnellste je auf dieser Strecke erzielte hinter jener von Klara Lukan, die vor drei Jahren einen damaligen slowenischen Rekord gelaufen ist.
Redlinger überzeugte im Laufe dieser Frühjahrssaison schon mit zwei starken Leistungen über 10 Kilometer. Am 22. März erreichte sie beim Rhylauf in Oberriet, in dessen Rahmen die Schweizer Meisterschaften über die Bühne gingen, eine Zeit von 33:04 Minuten. Vor sechs Tagen gewann sie den 10km-Lauf im Rahmen des Zürich Marathon in einer Zeit von 32:29 Minuten, nur elf Sekunden über dem ÖLV-Rekord von Carina Reicht. „Am Sonntag in Zürich waren unglaublich viele Zuschauer am Straßenrand und heute war die Atmosphäre genauso phänomenal. Es war richtig laut die ganze Zeit und das war sehr motivierend“, freute sie sich über zwei sehr stimmungsvolle Erfolgserlebnisse binnen nicht einmal einer Woche.
Dass sie als neue Rekordhalterin ins Ziel laufen würde, hätte sie vor dem Start nicht erwartet: „Ganz ehrlich: Ich hatte das Limit für die Straßenlauf-Weltmeisterschaften im Blick. An den österreichischen Rekord hab ich nicht gedacht, auch weil die Strecke ja ein bisschen tricky ist. Aber ich hab mich in der Bergauf-Passage zum Schluss sogar besser gefühlt als in der Bergabpassage am Beginn. Und dann hab ich noch ein paar Jungs überholt, das hat enorm gepuscht.“

Lisa Redlinger ist 23 Jahre jung, lebt in Lustenau in Vorarlberg und hat in ihrem Leben schon viel erreicht. Sie gründete gemeinsam mit ihrem Freund eine Agentur für Webdesign, zog für ein Jahr in die USA, um an der Florida International University in Miami zu studieren, und formte zeitgleich ihr Lauftalent Richtung heimische Spitze. „In Amerika lief es zu Beginn gut, aber dann wurde alles doch ein bisschen viel: Studium, die Arbeit für unser Unternehmen aus der Ferne nebenbei, und das viele Training und all die Wettkämpfe. Mir war das aber wichtig, diese Erfahrung zu machen“, erzählt sie.
Die Vorarlbergerin entschied sich, im Sommer zurück in die Heimat zu kehren und sich stärker auf ihren Beruf zu konzentrieren. Gleichzeitig fand sie ein gutes Trainingsumfeld in St. Gallen unter Trainer Markus Hangmann. „Meine beruflichen Herausforderungen sind ein Vorteil für mich. Ich finde genügend Zeit fürs Training, gleichzeitig bin ich nicht 24/7 voll auf den Sport fokussiert und gehe daher mit einer gewissen Leichtigkeit und mit freiem Kopf an das Laufen heran.“
Mit dem neuen ÖLV-Rekord hat Lisa Redlinger auch das Limit für die Straßenlauf-Weltmeisterschaften im September in Kopenhagen von 15:52 Minuten unterboten. Das ist ihr zweites großes Ziel für die Sommersaison nach den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham im August, für die sie in der anstehenden Freiluftsaison die Qualifikation schaffen möchte.
Cordula Lassacher (Atus Knittelfeld) konnte mit dem Tempo der Vorarlbergerin von Beginn an nicht mitgehen, war mit ihrem zweiten Platz in Verbindung mit ihrer Zeit sehr zufrieden. „Das Rennen hat sich sehr schwer angefühlt, weil es auch schnell war. Ich bin sehr zufrieden, wie ich mich bis zum Schluss durchgekämpft habe und auch mit der Zeit, die mir gelungen ist.“ Der Siegerin schenkte sie ein ausdrückliches Lob: „Lisa ist grandios gelaufen heute, die war von Anfang in einer eigenen Liga!“
Die 22-jährige Steirerin, die in Wien studiert, wiederholte ihren zweiten Platz aus dem Vorjahr, war aber gleich um eine halbe Sekunde schneller als damals und ist damit die fünfte österreichische Läuferin, die in einem 5km-Straßenlauf eine Zeit unter 16 Minuten geschafft hat. Lassacher, die im Rahmen der VCM Winterlaufserie bereits eine ÖLV-Bestleistung über 15 Kilometer und eine deutliche persönliche Bestleistung im Halbmarathon aufgestellt hat, freut sich über den Rückenwind aus der heutigen Leistung: „Das ist für mich ein perfekter Abschluss der Straßenlaufsaison und eine Top-Motivation, mich auf die kommenden Ziele auf der Bahn vorzubereiten!“ Drittbeste Österreicherin war Stefanie Kurath (LC Villach) als Fünfte in einer Zeit von 17:07 Minuten.
Der Vienna 5K ist ein nach den Regeln der AIMS offiziell vermessener und im Global Calendar von World Athletics eingetragener Lauf. Während die Spitze des Bewerbs mit starken Siegerleistungen glänzte, ist der Vienna 5K auch eine tolle Bühne für Einsteigerinnen und alle, die den Wiener Prachtboulevard einmal in gemütlichem Lauf- oder Walkingtempo umrunden wollen. Auch bei diesem Bewerb konnten sich die Teilnehmerinnen entscheiden, ob sie mit ihrer Zeit in die Ergebnisliste kommen oder ohne Zeitangabe in einer alphabetischen Reihenfolge.
Im Männerrennen ging der Sieg an Tobias Rattinger (LAC BMD Amateure Steyr). „Es ist echt ein spezielles Gefühl, hier zu gewinnen. Etwas ganz besonderes!“, freute sich der Hindernislauf-Spezialist. Der 28-Jährige lief im Alleingang zum Sieg in einer Zeit von 14:21 Minuten und blieb damit nur knapp über dem Streckenrekord von Vorjahressieger Timo Hinterndorfer. „Es war ein absoluter Genuss bis Kilometer 3,5 und dann ist es hart geworden, aber das darf es in einem 5km-Wettkampf auch. Für mich war es eine gute Standortbestimmung und mit der bin ich sehr zufrieden.“
Der Oberösterreicher genoss sichtlich die gute Stimmung auf der Zielgerade und den Moment des Zieleinlaufs. Am besten habe ihm gefallen, einmal einen autofreien Ring in vollen Zügen genießen zu können, schmunzelte er. Für den mehrfachen Staatsmeister im 3.000m-Hindernislauf steht nun ein Trainingslager in St. Moritz auf dem Programm, in dem er die Grundlage für eine erfolgreiche Sommersaison in seiner Spezialdisziplin legen will. „Ich möchte mich, wie 2024, für die Europameisterschaften qualifizieren!“

Hinter Rattinger liefen der Ungar Bence Acsadi (14:32) und der Oberösterreicher Peter Luftensteiner (PSV Tri Linz, 14:36) auf das Stockerl. Als drittbester Österreicher erreichte Markus Reißelhuber (team2012.at) das Ziel in einer Zeit von 14:49 Minuten auf Position fünf.
Autor: Thomas Kofler
Quelle: Vienna City Marathon
Bilder: © VCM / Roman Pfeiffer / Johannes Radlwimmer