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Lockerungen an wissenschaftlichen Erkenntnissen vorbei?

200 Läuferinnen und Läufer bei einer Laufveranstaltung in Wien, aufgrund der entsprechenden Verordnung nicht offen für alle, senden ein positives Signal für den Laufsport aus. So erfreulich das tatsächlich ist, so zeigt es auch drastisch auf, wie deutlich und weit…

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200 Läuferinnen und Läufer bei einer Laufveranstaltung in Wien, aufgrund der entsprechenden Verordnung nicht offen für alle, senden ein positives Signal für den Laufsport aus. So erfreulich das tatsächlich ist, so zeigt es auch drastisch auf, wie deutlich und weit organisierter Laufsport von der Bildfläche verschwunden ist. Hoffentlich temporär!
Gott sei Dank ist das Laufen nicht verschwunden. Es gab in dieser Pandemie sogar Phasen, an denen Laufsport stärker betrieben wurde als vor März 2020. Ziehen wir richtige Schlüsse aus den vergangenen 14 – und befürchteterweise kommenden x – Monaten, wäre ein Laufboom gegen das, was uns in uneingeschränkter Dominanz in der Öffentlichkeit seit März erdrückt, nämlich Krankheit, extrem dienlich. Und für das, was uns eigentlich gerade jetzt hauptsächlich beschäftigen sollte, nämlich Gesundheit.

Ein Laufboom wäre für die gesellschaftliche Gesundheit extrem dienlich.

Über die schier unendlichen und vielschichtigen Vorteile von Ausdauersport für die unmittelbare und langfristige, individuelle und gesellschaftliche Gesundheit, die im Allgemeinen keinem medizinischen oder sportwissenschaftlichen Zweifel ausgesetzt sind, haben viele schon unfassbar viele Zeilen verfasst. Auch auf dieser Plattform ist es ein beherrschendes Thema. Praktisch jährlich wird wiederholt, welch großartige Vorteile gesundheitsbewusste Menschen, die regelmäßig in Frischluft laufen, im viralen Geschehen jedes Winters haben. Wenig überraschend ist es auch bei diesem Virus, das so schwerlich Vergleiche zu den anderen Viren der letzten Jahren und Jahrzehnte zulässt, genauso.

Sportliche Bewegung in aller Regelmäßigkeit stärkt das Immunsystem auch gegen SARS-Cov-2, wie eine am 21. April auf der Website des Fachmagazins „Sports Medicine“ veröffentlichte Studie britischer und belgischer Forscher festhält. Sie stehe in Verbindung mit a) einem um 31% verringerten Risiko einer Infektion und b) einer um 37% verringerten Sterbewahrscheinlichkeit durch eine Infektion, c) einer höheren mukosalen Immunität und einer höheren Konzentration von Immunzellen, die die Immunabwehr leiten, sowie d) mit einer potenziellen Verstärkung des Impfschutzes. Passende Fakten dazu liefert ein Forscherteam aus Kalifornien in einer Studie, die unlängst im „British Journal of Sports Medicine“ publiziert wurde: Inaktive haben laut einer Untersuchung an fast 50.000 COVID-19-Infizierten eine mehr als doppelt hohe Wahrscheinlichkeit einer notwendigen Krankenhausbehandlung als Menschen, die sich regelmäßig bewegen, eine 1,73-fache Wahrscheinlichkeit, auf der Intensivstation zu landen und eine zweieinhalb mal höhere Wahrscheinlichkeit, infolge einer COVID-19-Infektion zu sterben. Spätestens vor der nächsten Pandemie sollte es in Österreich also idealerweise neun Millionen Bewegung Schätzende geben.

RunAustria-Lesetipp: Bewegungsmangel – das enorme Gesundheitsrisiko

Die heute in Kraft getretenen, lange angekündigten gesellschaftlichen Öffnungen sind – jene den Sport und die Sportausübung betreffend – wahrlich kein Anlass für eine Feststellung, dass Gesundheitsprävention, Gesundheitsmaßnahmen und zukünftige Gesundheitsgewinnung an Wert gewonnen hätten (siehe RunAustria-Newsbeitrag). Ein Ort zur Sportausübung, die über das individuelle Einsamkeitsprinzip hinausgeht, wird (weiterhin) nicht als gesundheitsfördernde Einrichtung gesehen. Viel mehr machen Sportstätten einen aufgezwungenen, kräftigen Schritt Richtung einer Sicherheitszone, in der es scheinbar um Risikovermeidung gehen soll. Anstatt sie als tolerierbares Minimalrisiko mit Potenzial des gesundheitlichen Nutzens einzustufen.

Spätestens vor der nächsten Pandemie sollte es in Österreich also idealerweise neun Millionen Bewegung Schätzende geben.

Sportarten, bei denen nicht die Ausdauer, sondern die Kraft im Vordergrund stehen, und Fitnessstudios werden möglicherweise eine Studie der Universität Mailand zitieren. An einer nicht allzu großen Stichprobe von 552 COVID-19-Patienten (55 Jahre plus) aus der ersten Welle im Frühling 2020 entnahmen die Wissenschafter die Erkenntnis, dass eine reduzierte Muskelmasse ein Faktor für eine höhere Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs bei COVID-19 ist. Eine Rückbildung der Muskelmasse ist zwar im Laufe des Lebens natürlich bedingt, aber sie kann mit einem sportlichen Lebensstil entscheidend verlangsamt werden. Frühere wissenschaftliche Befunde erkannten einen erhöhten Fettanteil am Körper bis hin zu Übergewicht als massiven Risikofaktor bei COVID-19-Infektionen.

Sportstätten müssen einen kräftigen Schritt Richtung einer Sicherheitszone machen.

Über eineinhalb Jahre, seitdem in Österreich letztmals Laufveranstaltungen in bestimmter Größe durchgeführt werden konnten (im Großteil der Zeit seit März 2020 waren und sind sie untersagt), ist durch die heute eintretenden Regelungen kein Schritt in Richtung Comeback gelungen. Die Erkenntnisse eines Experiments bei einem Lauf mit zweimal 99 Teilnehmerinnen, organisiert vom Organisationsteam des Österreichischen Frauenlauf, sind nun fast ein dreiviertel Jahr alt. Unter Einsatz eines „Community Distance Markers“ wurden die Kontakte der Teilnehmerinnen gemessen. Neun von zehn Kontakte der Läuferinnen dauerten weniger als eine halbe Minute an (Schnitt 18 Sekunden) – also wesentlich kürzer, als laut Wissensstand für eine Ansteckung durch Personen ohne Symptome notwendig ist. Zumal eine gewisse Mindestanzahl an Viren (mindestens im Hunderterbereich, Anm.) eingeatmet werden müssen, damit es überhaupt zu einer COVID-19-Infektion kommen kann. Ein enger Kontakt kam jeweils mit weniger als zwei anderen Personen zustande. Generell wird geschätzt, dass eine Infektion von COVID-19 in Innenräumen um den Faktor 20 wahrscheinlicher ist als im Freien. Diese Erkenntnisse gab bereits die Wuhan-Studie im Frühstadium der Pandemie in Europa preis.

Keine Infektionsfälle wurden in Zusammenhang mit dem Nagoya Women’s Marathon bekannt.

Am 14. März wagte der Nagoya Women’s Marathon, bei dem der Japanische Leichtathletik-Verband (JAAF) Veranstalter ist, ein Rennen mit 4.704 Finisherinnen im Marathon und rund 9.000 Aktiven im Halbmarathon, selbstverständlich unter Umsetzung eines Hygienekonzepts. Wie sich zwei Wochen später herausstellte, war es kein Wagnis. Es waren keine Infektionsfälle im Zusammenhang mit dem Event bekannt.
Überhaupt bricht JAAF mit ihren Daten eine Lanze für den Laufsport. Ende letzter Woche veröffentlichte der japanische Verband folgende Daten einer Studie. Bei 1.044 Leichtathletik-Meetings und 74 Straßenläufen in Japan im Zeitraum zwischen 1. April 2020 und 31. März 2021 – das sind alle durchgeführten, rund die Hälfte mit Zuschauern – mit 750.389 beteiligten Sportlern und Mitarbeitenden wurden im jeweiligen, 14-tägigen Beobachtungszeitraum nach jedem der 1.118 Events, von summiert exakt zwei Infektionsfällen von COVID-19 berichtet – einer davon im Zusammenhang mit einem Straßenlauf. „Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Daten nicht zeigen, dass von Leichtathletik-Meetings, Straßenläufen und anderen Outdoor-Events kein Risiko ausgeht. Sie zeigen, dass selbst wenn noch kein Impfschutz besteht (in Japan ist die Impfkampagne noch auf die Seniorinnen und Senioren beschränkt, Anm. d. Red.), haben sie ein sehr niedriges Risiko der Virusverbreitung, wenn sie im Rahmen eines niedrigen Infektionsgeschehens, strikten wie effektiven Konzepten und verantwortungsbewusstem, menschlichen Handeln durchgeführt werden“, heißt es in einem JAAF-Statement.

„Straßenläufe haben unter den richtigen Rahmenbedingungen ein sehr niedriges Risiko der Virusverbreitung.“ (JAAF)

Diese Erkenntnisse mögen inspiratives Wasser auf die Mühlen der heimischen Laufveranstalter gießen, lieber schütten. Weitere grundsätzliche Erkenntnisse entlasten Laufveranstaltungen ebenfalls als potenziellen Infektionstreiber. Bereits seit Frühjahr 2020 ist Wissenschaftern bekannt, dass neben der klassischen Tröpfcheninfektion Aerosole ein hohes Ansteckungsrisiko bieten. Sie sind der bedeutendste Übertragungsweg in dieser Pandemie. Es ist bekannt, dass sich Aerosole im Freien, wo stets Luftbewegungen herrschen und überdies Umwelteinflüsse wie UV-Strahlen und Luftfeuchtigkeit und -druck einwirken, rasch verdünnen und zu Boden gleiten – im Gegensatz zu Innenräumen. Eine Gruppe deutscher Aerosolforscher ist im April 2021 mit einem offenen Brief mit der Forderung, entsprechend dieser Erkenntnisse zu handeln, an die deutsche Bundesregierung herangetreten. 162 Seiten umfasste das wissenschaftliche Positionspapier mit der Betonung auf den „Konsens in der Wissenschaft: Die Übertragung von SARS-Cov-2-Viren findet fast ausnahmslos in Innenräumen statt. Übertragungen im Freien sind äußerst selten und führen nie zu ,Clusterinfektionen’, wie das in Innenräumen zu beobachten ist.“ (vgl. German Road Races, 15. April 2021).

In einem Interview mit der Deutschen Presseagentur, das am 20. April auf der Website des DLV veröffentlicht wurde, sieht Christoph Asbach, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Aerosolforschung „ein extrem geringes Infektionsrisiko“ beim Sport im Freien. Und das „hätte man aus unserer Sicht deutlich früher so kommunizieren können.“ Sein Schluss: „Im Freien gibt es keine Gründe, die dagegen sprechen würden, Sport wieder zu erlauben. In Turnhallen muss man kritischer hinsehen, aber man kann sie mit guten Hygienekonzepten mit einem überschaubaren Risiko wieder öffnen.“ Durch die Bewegung, zum Beispiel beim Laufen, verdünnen die Aerosole schneller, was zu einer noch niedrigeren Konzentration in der Luft nach wenigen Sekunden führt, als ohnehin, so Asbach.

„Im Freien gibt es überhaupt keine Gründe, die dagegen sprechen würden, Sport wieder zu erlauben.“ (Christoph Asbach, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Aerosolforschung)

Bundeskanzler Sebastian Kurz nennt den heutigen Tag „Startpunkt zurück zur Normalität“. Für den Laufsport war es ein extrem langsamer Start. Gerade einmal zehn Personen dürfen nun gemeinsam ein Lauftraining absolvieren (ja, das war bisher nicht erlaubt) – und das alles unter recht scharfen Begleitmaßnahmen. Mögen bald verfügbare Erkenntnisse aus wissenschaftlich begleiteten Events, darunter auch einige Laufveranstaltungen, in Spanien, der Niederlande oder Großbritannien, die in den letzten Wochen gesammelt und aktuell ausgewertet werden, das Wasser auf die Mühlen der heimischen Laufveranstalter, der heimischen Laufinitiativen, Lauftrainings und -aktivitäten zu einem rauschenden Bach mutieren lassen. Natürlich, sofern sie die Daten aus Japan und die weiteren hier zitierten wissenschaftlichen Erkenntnisse bestätigen können.

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