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Mario Bauernfeind sichert sich Polizei-EM-Titel im Marathon

Drei Wochen nach seinem Staatsmeistertitel in Linz erfüllte sich Mario Bauernfeind beim Prag Marathon auch sein zweites großes Ziel in diesem Frühling.
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Mario Bauernfeind ist und bleibt der schnellste Polizist im Marathon in Europa. Vier Jahre nach seinem ersten Polizei-EM-Titel im Marathon in Eindhoven setzte er sich auch gestern gegen die internationale Konkurrenz durch. Die Polizei-Europameisterschaften 2026 wurden im Rahmen des Prag Marathon ausgetragen.

Gestern war Schwitzen angesagt, denn der Sommer hatte seine Vorboten auch nach Prag geschickt. Nicht nur deshalb war die Erleichterung bei Mario Bauernfeind (ProTeam Vienna) nach dem Zieleinlauf groß. Nicht alles, was er sich für diesen Marathon-Frühling gewünscht hätte, ist ihm aufgegangen, aber das Wichtigste: Titelverteidigung bei den Staatsmeisterschaften in Linz in einer Zeit von 2:19:41 Stunden und gestern sein Hauptziel, die Titelverteidigung bei den Polizei-Europameisterschaften in einer Zeit von 2:19:10 Stunden als Gesamt-14. des Prag Marathon 2026.

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„Sehr zufrieden“

„Ich bin sogar noch einen ganz leichten Negativsplit gelaufen, obwohl es auf der zweiten Runde schon richtig hart war. Es war extrem heiß und fast die komplette Strecke lag in der Sonne“, staunte Bauernfeind ein wenig. Seinen gestrigen Auftritt analysierte er am Montag auf der Autofahrt von der tschechischen Hauptstadt in die österreichische zu einem Fototermin mit Bundesminister Gerhard Karner: „Ich bin sehr zufrieden, das Rennen ist gelaufen wie erhofft und angesichts der Wetterbedingungen ist die Zeit absolut ok – schließlich war die Vorbereitung auf diesen Marathon-Frühling die schwierigste, die ich je gemacht habe.“

Gelungen ist die Renneinteilung, Bauernfeind fand sich in einer Dreiergruppe an der Spitze der Polizei-EM-Wertung wieder und konnte die Entwicklung des Wettkampfs mit einer konservativen Strategie verbinden. „Gestern war es wichtig, ruhig zu bleiben und auf meine Chance zu lauern“, schilderte der 35-Jährige. Schließlich sei die Strecke in der „Goldenen Stadt“ mit den langen Kopfsteinpflasterpassagen und den vielen Moldauüberquerungen nicht so einfach.

Als nach rund 26 Kilometern der Deutsche Tammo Oldigs den Schritt nicht mehr halten konnte, nutzte der Österreicher eine Verpflegungsstation wenige Minuten später, um einen ersten Beschleunigungsversuch zu unternehmen. Dieser reichte, um den Schweizer Manuel Sassi abzuhängen – Oldings und Sassi sollten noch die Plätze tauschen (2:21:06 und 2:21:18), aber auf den Medaillenrängen blieben.

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Trotz der schwierigen Bedingungen und hohen Temperaturen gelang bei den Männern eine beachtliche Siegerzeit. Berehanu Tsegu aus Äthiopien feierte in seinem dritten Marathon seinen ersten Sieg. Nach den Rängen zwei und sieben bei den letzten beiden Dubai Marathons finishte der 26-Jährige gestern in Prag in einer Zeit von 2:05:51 Stunden und setzte sich mit rund zwei Minuten Vorsprung auf Felix Kipkoech aus Kenia und Shiferaw Belay aus Äthiopien durch.

Der US-Amerikaner Teshome Mekonen kam nicht über Rang elf und einer Zeit von 2:12:16 Stunden hinaus. Bester Europäer war der tschechische Meister Yann Havlena in einer Zeit von 2:17:48 Stunden auf Position 17. Siegerin bei den Frauen war Milicent Jelimo in einer Zeit von 2:24:19 Stunden. Die 29-jährige Kenianerin feierte beim Prag Marathon ihr Debüt auf dieser Distanz, davor ist sie erst einmal bei einem Halbmarathon unter 1:10 Stunden geblieben. Ihre Landsfrauen Janet Runguru und Angela Tanui komplettierten das Stockerl.

Gold im Einzel, Silber im Team

„Danach ging es für mich darum, noch so viele Sekunden wie möglich für die Teamwertung herausholen“, so Bauernfeind. Das gelang mit einer Endzeit von 2:19:10 Stunden und einem deutlichen Abstand zur Konkurrenz. Und so führte der Goldmedaillengewinner sein Team zur Silbermedaille hinter dem deutschen Team, das die mit Abstand beste Dichte im Feld aufweisen konnte.

Markus Hartinger (LTV Köflach) erreichte in einer Zeit von 2:27:15 Stunden Platz sieben, Mario Janach (LC Villach) in 2:33:02 Stunden Platz 15, Philipp Barbi (Laufclub Mank) in 2:37:49 Stunden Rang 28, Jochen Köllnreiter (LC Sicking) in 2:39:02 Stunden Rang 35, Jürgen Aigner in 2:45:06 Stunden Position 50 – die besten vier Resultate wurden in die Nationenwertung eingerechnet.

Bei den Frauen erreichte Bernadette Dick (LG Wien) in einer Zeit von 2:59:09 Stunden Platz elf der Polizei-EM-Wertung. Die Goldmedfaille ging an die Deutsche Anna Langerwisch in einer Zeit von 2:32:13 Stunden. 16 Minuten später sicherten sich Elien Janssen aus Belgien und Eide Signe By aus Norwegen die weiteren Medaillen.

Marathon-Doppel binnen drei Wochen

Wenn Bauernfeind von der schwierigen Vorbereitung sprach, meinte er vor allem eine Erkrankung nach dem Trainingslager, die ihn in der entscheidenden Phase des Marathon-Aufbaus weit zurückwarf. Eigentlich wollte der Wiener sich mit einem schnellen Halbmarathon gefolgt von einem schnellen Marathon für die Europameisterschaften in Birmingham in Position bringen.

Nachdem der Plan mit schnellen Rennen durch die Pause unrealistisch wurde, fokussierte sich Bauernfeind auf die Platzierungsziele. „Bei den Staatsmeisterschaften bin ich sehr kontrolliert gelaufen, nie am Limit. Dennoch hatte ich danach drei Tage lang einen ordentlichen Muskelkater“, erzählte er. Gemeinsam mit seinen Betreuern Claus Bader und Mario Mostböck jonglierte er in der kurzen Pause zwischen den beiden Marathons zwischen Erholung und qualitativen Einheiten, bevor es ins Tapering für den Prag Marathon glitt. „Jetzt habe ich die beiden Titel – ich habe das Beste aus dem Frühjahr gemacht!“, betonte der dreifache Marathon-Staatsmeister, der sich nun auf eine Pause freut.

Bei der Gestaltung dieses Doppels griff Bauernfeind auf die Erfahrung aus dem Herbst zurück. Da habe er sich beim Berlin Marathon „völlig abgeschossen“, konnte aber dennoch nur drei Wochen später einen ordentlichen Graz Marathon laufen.

Die Qualifikation für den EM-Marathon

In der „Road to Birmingham“ lag Bauernfeind vor dem letzten Wochenende als 58. noch knapp innerhalb der 60 vorgesehenen World-Ranking-Plätze, eine Verbesserung gibt es durch die gestrige Leistung nicht, da die Staatsmeisterschafts-Bonuspunkte von Linz der etwas schnelleren Zeit von Prag überwiegen.

Zusätzliche Hoffnung besteht im Falle einer Team-Nominierung und einer internen Ausnahmeregelung, wenn der gegenwärtig auf Position 50 liegende Andreas Vojta bis Ende Juli in den Top-60 bleibt – Aaron Gruen ist als 40. schon (ziemlich) sicher EM-Teilnehmer. Beide haben ihr Interesse an einer Teilnahme in Birmingham bekanntlicherweise schon kundgetan – genauso Bauernfeind.

Die Regeln von European Athletics lauten: Sind zwei Läufer einer Nation qualifiziert, dürfen die Verbände Teams mit bis zu sechs Athleten entsenden. Für die heimischen Athleten hat der Österreichische Leichtathletik-Verband ein internes Limit von 2:14:30 Stunden gesetzt.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © Salzburg Marathon / Christian Köhler

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