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Exakt zwei Wochen nach ihrer starken Leistung beim EM-Marathon von Birmingham überzeugte Julia Mayer bei den ÖLV-Staatsmeisterschaften im Halbmarathon mit einem Meisterschaftsrekord. Timo Hinterndorfer feierte bei sommerlichen Temperaturen eine gute Generalprobe für die Straßenlauf-Weltmeisterschaften in drei Wochen in Kopenhagen. Die beiden neuen Titelträger waren im Kampf um die Goldmedaille erwartungsgemäß unangefochten.
„Alles in allem war das richtig gut. Und ein Staatsmeistertitel ist immer richtig cool“, freute sich Julia Mayer (DSG Wien) nach der Zielankunft in Klagenfurt. Dass ihr der anstrengende Marathon in Birmingham vor 14 Tagen noch in den Knochen steckte und sie die Müdigkeit daraus bereits nach wenigen Wettkampfkilometern etwas spürte, ist nur allzu verständlich. Zumal die 33-Jährige nach einer kurzen Entspannungszeit am Strand auch bereits wieder für ein Kurztrainingslager in der Höhe von Font-Romeu in den Pyrenäen war.
Umso erstaunlicher war ihre Leistung von 1:12:32 Stunden als Gesamt-Dritte des Wörthersee Halbmarathon und klar überlegene Staatsmeisterin auf dem nicht einfachen Kurs und bei hohen Temperaturen. „Die Form ist absolut noch da, weil ich aus dem Training heraus gestartet bin. Ich bin mein Tempo gelaufen und habe gegen Ende bemerkt, dass ich sogar noch zur internationalen Konkurrenz aufschließen kann“, zog die Niederösterreicherin ein zufriedenstellendes Fazit. Schneller ist noch nie eine österreichische Läuferin bei Halbmarathon-Staatsmeisterschaften gelaufen, der Meisterschaftsrekord von Andrea Mayr hielt stolze 18 Jahre lang.
Auf ihrem Weg zum Titel bekam Julia Mayer nach einigen Kilometern Begleitung von Peter Herzog (Union Salzburg), der sich als Freizeitläufer Kärnten Läuft nicht entgehen ließ. Auf jener Strecke, auf dem er laut eigener Einschätzung 2019 seinen besten Halbmarathon seiner Karriere gelaufen ist, lief der 39-jährige Pinzgauer ein Stück mit Mayer mit, die gegen Rennende zwei afrikanische Kontrahentinnen überholte und noch Dritte wurde. Mayer plant mit einer WM-Teilnahme in drei Wochen im Halbmarathon.
Den Sieg holte sich Janet Riguru in einer für die sommerlichen Bedingungen starken Zeit von 1:09:23 Stunden* vor ihrer kenianischen Landsfrau Jedidah Sang in 1:10:08 Stunden*. Die weiteren Medaillen in der Staatsmeisterschaft gingen an Lemuela Wutz (DSG Wien), die nach Verletzungsproblemen im Frühling nun auf dem Weg zurück ist und eine Zeit von 1:18:55 Stunden erreichte, und Julia Bruhn (runninGraz, 1:19:17). Die Medaillenkandidatinnen Stefanie Kurath (LC Villach) und Katharina Kiesendorfer (LG Wien) belegten die Ränge fünf und acht.

Bei den Männern lief Timo Hinterndorfer (DSG Wien) hinter der großen internationalen Spitzengruppe ein einsames Rennen. Er beendete es nach 1:04:20 Stunden – angesichts der nicht einfachen Streckencharakteristik und der sommerlichen Bedingungen eine durchaus beachtliche Leistung. „Bei dieser Hitze war es nicht leicht, den Titel so souverän zu holen. Ich bin extrem froh darüber, nachdem ich große Teile des Rennens alleine gelaufen bin. Die Strecke war doch etwas schwieriger als ich nach einer Besichtigung gedacht hab“, sagte Hinterndorfer nach dem Rennen. In drei Wochen steht für ihn im Rahmen der Straßenlauf-WM in Kopenhagen der Saisonhöhepunkt auf dem Programm. In der dänischen Hauptstadt möchte er seine persönliche Halbmarathon-Bestzeit deutlich verbessern.

Hinterndorfer erreichte als Achtbester das Ziel in Klagenfurt. Diktiert wurde das Rennen von einer großen Spitzengruppe, die den Großteil des Rennens bestimmte. Auf den letzten Kilometern erwirkte der Kampf um den Sieg eine erhebliche Beschleunigung und ein hochspannender Wettkampf endete mit dem Sieg des Kenianers Raymond Cheruiyot in einer Zeit von 1:01:55 Stunden* zwei Sekunden vor Amos Kirui und eine weitere vor Mathew Lagat, zwei Landsleute des Siegers.
In der Staatsmeisterschaftswertung feierte Dominik Hirczy (Lauftreff Nussdorf) nach einem von Erkrankungen überschatteten Frühjahr ein erfolgreiches Comeback und steigerte sich in einer Zeit von 1:06:49 Stunden um eine Position im Vergleich zum Vorjahr. Die Bronzemedaille ging an Timon Theuer (ULC Riverside Mödling) in 1:07:20 Stunden.
* In der Gesamtwertung sind in den offiziellen Ergebnislisten nur Nettozeiten angegeben. Die Ergebnisliste der Staatsmeisterschaften ist korrekterweise nach Bruttozeiten gereiht. Daher ergeben sich Unterschiede in den Zeiten.

Mit 10.000 Anmeldungen und 69 unterschiedlichen Nationalitäten im Teilnehmer:innenfeld über alle Bewerbe hinweg feierte die Laufveranstaltung Kärnten Läuft zum großen Jubiläum der 25. Teilnahme einen neuen Anmelderekord. „Was für ein Jubiläumswochenende: Drei Tage voller Sport, Emotionen und besonderer Begegnungen haben gezeigt, was Kärnten Läuft seit 25 Jahren ausmacht. Das Jubiläum machte es für Läufer:innen, Mitarbeiter:innen sowie Partner und Sponsoren zu einer ganz besonderen Veranstaltung“, fasst Veranstalter Michael Kummerer zusammen.
Marathon-Legende Eliud Kipchoge, der vor 13 Jahren am Wörthersee triumphiert hatte, richtete via einer Videobotschaft seine Glückwünsche zum Jubiläum aus.
Autor: Thomas Kofler
Bilder: © Kärnten Läuft / Markus Traussnig / MJK