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Im Alter von 43 Jahren legt Abel Kirui den Anspruch, auf kompetitive Art und Weise Marathons zu laufen, endgültig zurück und kehrt in seinen Beruf als Polizist zurück. Bis zuletzt hat er von einer weiteren WM-Teilnahme im Marathon geträumt, doch der Routinier konnte die Zeichen der Zeit nicht aufhalten.
„Es war mir eine Ehre!“, fasste Abel Kirui laut kenianischen Medienberichten in einer Runde mit Journalisten zusammen. Er meinte die 20 Jahre diszipliniertes Leben als Sportler. Die Erkenntnis, dass sein Körper nach den vielen Jahren müde sei, hat ihn zum Rücktritt bekräftigt. Erst Anfang Mai ist er seinen letzten Marathon gelaufen. Im kolumbianischen Cali kam er nach einer Zeit von 2:21:56 Stunden als Neunter ins Ziel.
Neben seiner sportlichen Karriere ist Abel Kirui Eigentümer eines Ausbildungszentrums, in dem er zukünftige Sporttalente fördern möchte – nicht nur im Laufen, sondern auch im Fußball, Cricket oder Baseball, wie er vor einigen Jahren in der kenianischen Tageszeitung „Daily Star“ erzählte.
Aufgrund seiner großen Erfolge vor vielen Jahren hat Abel Kirui in der kenianischen und internationalen Laufszene große Bekanntheit erlangt. 2006 absolvierte er in Berlin sein Marathon-Debüt, den ersten großen Erfolg feierte er am 27. April 2008 auf österreichischem Boden. In einer Zeit von 2:07:38 Stunden, damals neuer Streckenrekord, lief er als Sieger des Vienna City Marathon am Heldenplatz ein. Mit einer Steigerung auf eine Zeit von 2:06:51 Stunden als Zweiter des Berlin Marathon hinter Haile Gebrselassie war ihm ein halbes Jahr davor der Schritt in die Weltklasse bereits geglückt. 2009 später lief er in Rotterdam den schnellsten Marathon seiner Karriere in 2:05:04 Stunden, am Tag vor seinem 27. Geburtstag. Damals waren solche Zeiten absolute Weltklasse.
Geburtsdatum: 6. April 1982
Nationalität: kenianisch
PB Marathon: 2:05:04 Stunden (Rotterdam Marathon 2009)
Erfolge:
Marathon-Weltmeister 2009 und 2011
Olympia-Silbermedaillengewinner 2012
Sieger Chicago Marathon 2016
Sieger Vienna City Marathon 2008
Die Glanzstücke seiner Karriere sind aber zweifelsohne die beiden Weltmeistertitel 2009 und 2011. In Berlin verblüffte er mit einer grandiosen Leistung und einer Zeit von 2:06:54 Stunden. Zwei Jahre später wiederholte er in Daegu diesen Erfolg, 2012 folgte in London die Olympische Silbermedaille hinter Überraschungssieger Stephen Kiprotich. An diese Erfolge konnte Kirui nie wieder anschließen, aber er blieb bei den wichtigsten Marathonläufen der Welt aktiv. 2016 triumphierte er beim Chicago Marathon und feierte den Augenblick mit einem Tänzchen. Seinen einzigen Sieg bei einem Major bezeichnete er rückblickend als größten Moment seiner Karriere. 2017 musste er sich in Chicago nur Galen Rupp geschlagen geben. 2020 lief er beim Valencia Marathon im Alter von 38 Jahren bis auf eine Sekunde an seine persönliche Bestleistung heran.
Zwar hatte die Zeit von 2:05:05 Stunden nicht mehr diese Wertigkeit vom Rotterdam Marathon 2009, aber sie ließ den Routinier hoffen, noch einmal für Weltmeisterschaften nominiert zu werden. Das hatte er stets als seinen Traum deklariert. Die Sehnsucht erfüllte sich nicht mehr, obwohl er auch im fortgeschrittenen Alter regelmäßig Marathons unter 2:10 Stunden gelaufen ist. Die verschärften Limits und die enorme Konkurrenz im kenianischen Laufsport sprachen eine klare Sprache zu seinen Ungunsten. Nach 34 internationalen Marathonläufen ist nun also Schluss.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © SIP / Johannes Langer