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Nach Tribut für Höllentempo – Adola schlägt Bekele

Kenenisa Bekele verfehlte den Marathon-Weltrekord in Berlin deutlich und musste sogar Guye Adola und Bethwel Yegon den Vortritt lassen. Adola rettet sich nach irrer Anfangshälfte zum größte Erfolg seiner Karriere.
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Vielleicht waren die steigenden Temperaturen an einem herrlichen Herbsttag in Berlin ein Mitgrund dafür, dass die Athleten in Übereinkunft mit dem Rennleiter volles Risiko gegangen sind und die erste Hälfte bei den noch niedrigeren Temperaturen so schnell wie möglich absolviert haben. Vielleicht hat sich das Rennen einfach so entwickelt. Unter dem Strich bliebt die Erkenntnis, dass die Rekordjagd schief ging. Sie führte zur „langsamsten“ Siegerzeit beim Berlin Marathon seit 2009. Guye Adola wird es egal sein, vier Jahre nach seinem Debüt, als er Eliud Kipchoge in Berlin eine große Aufgabe stellte, die der Kenianer lösen konnte, feierte der 30-Jährige den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere. „Als wir ins Rennen gingen, hatte ich festen Glauben, dass ich eine Chance gegen Kenenisa haben würde“, erklärte er. Kenenisa Bekele, der in einer Zeit von 2:06:47 Stunden fünf Minuten langsamer als bei seinem Triumph 2019 war, zeigte sich als Drittplatzierter dagegen weniger begeistert. „Das große Problem war der Trainingsverlust durch die Pandemie. Ich habe wichtige Trainingssessions verpasst“, kommentierte der 39-Jährige, der seine Fans beruhigte: „Meine Karriere ist definitiv nicht vorbei!“ Vor neun Monaten hat Kenenisa Bekele die COVID-19-Erkrankung selbst durchgemacht, wie er vor dem Wochenende der französischen Presseagentur (AFP) erzählt hat. In Berlin war er längst wieder bei bester Gesundheit, er ist nicht der erste äthiopische Topläufer, der über die schwierigen Trainingsbedingungen unter pandemischen Einschränkungen in seinem Heimatland bemängelte. Gleichzeitig sagte er über ein Statement seines Management, dass er sich über das Wettkampf-Comeback sehr gefreut habe.

Der RunAustria-Bericht des Frauen-Rennens

Fantastisches Debüt von Gotytom Gebreslase
© SIP / Johannes Langer

1:00:48 – eine rasante Halbzeit

Den Berlin Marathon 2021 kann man getrost in zwei Rennen in einem Wettkampf aufteilen. Teil eins war die enorme Tempojagd. Einen Halbmarathon lang zeigte die Referenz zur Weltrekordzeit von Eliud Kipchoge aus dem Jahr 2018 permanent einen Vorsprung auf. 21 Kilometer-Teilzeiten zwischen 2:50 und 2:55 Minuten führten zu einer Halbmarathon-Durchgangszeit von 1:00:48 Stunden. Die Sensation war jene, dass Adola und Bekele dieses von den Tempomachern angeschlagene Tempo nicht alleine mithielten, sondern dass sich mit den Kenianern Kacheran und Kipyatich sowie dem Äthiopier Lencho drei weitere Athleten fanden, die dieses Höllentempo liefen. Die Überraschung: Der erste, der es nicht mehr laufen wollte oder konnte, war der Topstar. Verwunderlich war es nicht, denn Bekele hat bei der Pressekonferenz am Freitag gesagt, das schnellste Tempo, um das er bitten könnte, wäre eine 61er-Hälfte. Der Routinier verlor den Kontakt zur Gruppe wenige Kilometer vor dem Halbmarathon und überschritt die Zeitnehmungsmatte in haargenau 1:01 Stunden auf Rang fünf.

Guye Adolas Halbmarathon-Splits: 1:00:48 / 1:04:57 Stunden
Guye Adolas 5km-Teilzeiten: 14:22 / 14:25 / 14:25 / 14:25 / 15:04 / 15:07 / 15:21 / 15:59 / 6:37 (2,1095 km) Minuten

Kenenisa Bekeles Halbmarathon-Splits: 1:01:00 / 1:05:47 Stunden
Kenenisa Bekeles 5km-Teilzeiten: 14:22 / 14:25 / 14:25 / 14:36 / 14:58 / 15:02 / 15:24 / 16:33 / 7:02 (2,195 km) Minuten

Die Aufholjagd des Bethwel Yegon

Der spannende Teil war die zweite Hälfte. Erstens, weil Bekele nur den physischen, nicht den visuellen Kontakt verlor und weiterhin ein gutes Tempo gehen konnte. Zweitens, weil vorne das Tempo langsamer wurde: Nur vier Kilometer-Teilzeiten auf der zweiten Streckenhälfte waren unter drei Minuten, keiner schneller als der langsamste auf der ersten Hälfte. Und besonders als die Tempomacher nach Kilometer 30 aus dem Rennen gingen, wurde die Spitze noch einmal etwas länger. Bekele hatte den Rückstand kurz vor dieser so oft wichtigen Zwischenzeit wettgemacht und lag an der Spitze. Knapp vor der Zwischenzeit bei Kilometer 35 verlor er neuerlich den Kontakt, Adola musste sein Tempo weniger reduzieren als der Star. Die Vorentscheidung schien geschafft.

© SIP / Johannes Langer
Bethwel Yegons Halbmarathon-Splits: 1:02:14 / 1:04:00 Stunden
Bethwel Yegons 5km-Teilzeiten: 14:55 / 14:45 / 14:44 / 14:38 / 14:43 / 14:39 / 15:00 / 15:44 / 7:04 (2,195 km) Minuten

Doch unerwartet eröffnete sich ein Nebenschauplatz, der zum Hauptschauplatz wurde. Bethwel Yegon, der das Rennen in der zweiten Gruppe gelaufen ist und beim Halbmarathon fast eineinhalb Minuten Rückstand auf die Spitzengruppe hatte, lief auf der zweiten Hälfte zur großen Form auf. Kontinuierlich knabberte er den Rückstand ab, bei Kilometer 35 lag er nur noch 17 Sekunden hinter Adola, schnappte sich Bekele und stellte bis Kilometer 38 den Kontakt zu Adola her. Es folgte der langsamsten Kilometer des Rennens (3:15). Doch der Äthiopier hatte noch ein Ass im Ärmel und beendete die Träume Yegons mit einem 2:55er-Kilometer hin zum Brandenburger Tor. Adola gewann in 2:05:45 Stunden, Yegon war mit seinen physischen und mentalen Kräften am Ende, beendete das Rennen jedoch als Zweiter in 2:06:14 Stunden. Es war der schnellste seiner drei Marathons, zwei Minuten schneller als im Frühling in Siena.

Muteti: von 17 auf fünf

Durch das irre Angangstempo – Debütant Kipyatich und Lencho erreichten das Ziel nicht, Philemon Kacheran lief völlig entkräftet als Neunter ein – gab es in der Verfolgergruppe im Finale zahlreiche Positionstausche. Cosmas Muteti, ein erfahrener Läufer, der erstmals seit drei Jahren wieder einen Marathon außerhalb Afrikas bestritt, lag bei Kilometer 15 auf Rang 17, beim Halbmarathon auf Rang 15 und wurde am Ende noch Fünfter hinter Tade Abate. Bester Nicht-Afrikaner war Hidekazu Hijikata aus Japan als Neunter hinter Marathon-Debütant Benard Kimeli, ein 26-Jähriger, der im Halbmarathon niedrige 59er-Zeiten laufen kann.

© SIP / Johannes Langer

Pflieger deutlich an Bestleistung vorbei

Europäische Topläufer waren in diesem Jahr in Berlin, wie oft in Olympischen Jahren, nicht am Start. Yimer Getahun aus Israel war als Zwölfter noch der Beste. Philipp Pflieger verlor sein Ziel, unter 2:12 Stunden zu laufen, Anfangs des letzten Drittels aus den Augen und belegte in einer Zeit von 2:15:01 Stunden Position 16. „Die letzten 17 Kilometer war ich alleine unterwegs, die letzten fünf ging es lediglich ums Überleben“, so der 34-Jährige. Dass die recht hohen Temperaturen mit 20°C, verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit im Marathon-Finale bei leichtem Südostwind nicht förderlich für die Leistung waren, zeigte die Tatsache, dass fast das gesamte Feld in den Top-20 weit weg von persönlichen Bestleistungen ins Ziel gekommen sind, nur vermeintlich. Interessanterweise war dies bei den Frauen deutlich anders, auch wenn natürlich der Schweiß bei allen in Strömen floss und die Bedingungen in Berlin in den letzten Jahren öfters näher am Ideal war.

Philipp Pfliegers Halbmarathon-Splits: 1:05:55 / 1:09:06 Stunden
Philipp Pfliegers 5km-Teilzeiten: 15:42 / 15:33 / 15:41 / 15:37 / 15:30 / 15:46 / 16:11 / 17:33 / 7:28 (2,195 km) Minuten

„Wir können endlich wieder fundamentale Werte leben“

Unter dem Motto „#restartrunning“ organisierte SSC Events mit dem Berlin Marathon den größten Marathonlauf seit Pandemiebeginn weltweit. 24.796 Läuferinnen und Läufer aus 139 Nationen liefen unter dem in Regenbogenfarben gestalteten Startboten durch, um auf die 42,195 Kilometer lange Strecke durch die deutsche Hauptstadt zu gehen. „Nach Monaten der Einschränkungen und des sozialen Abstands haben wir einen entscheidenden Meilenstein gesetzt. Die Menschen haben das Vertrauen in den Sport wieder gefunden und fühlen sich sicher. Wir können endlich die fundamentalen Werte wie Offenheit für die Welt, Toleranz und Akzeptanz leben. Diese Emotionen brauchen wir jetzt!“, bilanzierte Jürgen Lock, Geschäftsführer der SSC Events.

Ergebnis Berlin Marathon der Männer 2021

  1. Guye Adola (ETH) 2:05:45 Stunden
  2. Bethwel Yegon (KEN) 2:06:14 Stunden *
  3. Kenenisa Bekele (ETH) 2:06:47 Stunden
  4. Tadu Abate (ETH) 2:08:24 Stunden
  5. Cosmas Muteti (KEN) 2:08:45 Stunden *
  6. Philemon Kacheran (KEN) 2:09:29 Stunden
  7. Okbay Tsegay (ERI) 2:10:37 Stunden
  8. Benard Kimeli (KEN) 2:10:50 Stunden **
  9. Hidekazu Hijikata (JPN) 2:11:47 Stunden
  10. Hosea Kipkemboi (KEN) 2:12:25 Stunden
  11. Demiso Legese (ETH) 2:12:35 Stunden
  12. Yimer Getahun (ISR) 2:13:23 Stunden
  13. Haftom Welday (ERI) 2:13:47 Stunden **
  14. Kazuki Muramoto (JPN) 2:14:11 Stunden
  15. Taku Fujimoto (JPN) 2:14:18 Stunden
  16. Philipp Pflieger (GER) 2:15:01 Stunden
  17. Melkan Jamber (ISR) 2:16:13 Stunden
  18. Abdulaziz Ebrahim (NOR) 2:17:17 Stunden
  19. Gantulga Dambadarjaa (MGL) 2:18:28 Stunden
  20. Adrian Lehmann (SUI) 2:18:50 Stunden

    101. Michael Stulik (AUT) 2:33:46 Stunden **

* neue persönliche Bestleistung
** Marathon-Debüt

BMW Berlin Marathon

World Marathon Majors

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