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Nächtlicher Wind verblies den Kapstadt Marathon

Starker Wind und mit ihm verbundene Sicherheitsbedenken haben zur kurzfristigen Absage des Kapstadt Marathon, ein potenzieller Neuling World Marathon Majors, geführt.
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Der Bewerbstag war längst angebrochen, als der Veranstalter über seine Kommunikationskanäle die Absage des Kapstadt Marathon bekannt gab. „Wir sind zutiefst bestürzt über die Absage unserer ganz besonderen Veranstaltung“, so CEO Clark Gardner in einer Stellungnahme. Monate der intensiven Planungen und Vorbereitungen aller Szenarien und Verhältnisse gingen vor einer höheren Macht in die Knie. Sich im Laufe des Vormittags besserndes Wetter hatte keinen Einfluss mehr auf die Drastik der Entscheidung. Eine Verschiebung um wenige Stunden hätte unlösbare Folgeprobleme verursacht, so der Veranstalter.

24.000 Teilnehmer:innen hätten den größten Kapstadt Marathon der Veranstaltungsgeschichte bestreiten sollen. Doch starke Winde über Nacht und die Behörden der Hafenstadt zwangen den Veranstalter zur deprimierenden Entscheidung der Absage aller Sonntagsbewerbe des zweitägigen Events. Wenige Stunden vor dem geplanten Startschuss, in den frühen Morgenstunden. Es ist eine bittere Entscheidung für den Veranstalter, der auf dem Weg zur Aufnahme in die World Marathon Majors den wohl bestbesetzten Marathonlauf der afrikanischen Laufgeschichte und ein Rekordteilnehmerfeld vorbereitet hatte. Es ist eine bittere Entscheidung für viele Tausende Laufbegeisterte, die aus dem ganzen Land und aus dem Ausland an den Kap der Guten Hoffnung angereist sind und sich für den Lauf in der weltbekannten Hafenstadt unterhalb des Tafelberges angemeldet haben. Dafür investierten sie Erhebliches. Es bleibt ein Imageschaden, der bei einer kurzfristigen Absage einer Massenveranstaltung mit geplanter TV-Übertragung unvermeidlich ist.

Eine schwierige Entscheidung

Zwei Tage später zeichnete der Veranstalter die Chronologie der Entscheidung nach. Nach Mitternacht hätte sich aufbauende Windstärke begonnen, die Infrastruktur der Veranstaltung zu beschädigen. Dagegen kämpfte das Veranstaltungsteam erst noch mit Reperaturmaßnahmen an. Doch der Wind brachte Zelte zum Einsturz, verschob Streckenbegrenzungen und wehte Schilder um.

Um 4:40 Uhr wurde bekannt, dass die Veranstaltung keine Sicherheitsbescheinigung ausgestellt werden würde. Die Absage war unvermeidlich, die Kommunikation über WhatsApp und die sozialen Netzwerke nahm ihren Lauf. Dennoch waren viele Teilnehmer:innen bereits auf dem Weg zum Event – schließlich sollte das erste Startsignal um 6:15 Uhr erfolgen – und wunderten sich über die nach Sonnenaufgang nachlassenden Winde.

Der Veranstalter sah sich genötigt, im Nachgang zu betonen, dass die Absage einerseits die richtige Entscheidung war, andererseits die Bauten der Infrastruktur den Sicherheitsstandards entsprachen. Diese Kritik kam recht schnell auf, weil die offiziellen Wetterstatistiken keine beängstigend kräftigen Windböen skizzierten. Zumal Wind in Kapstadt in der Periode von Oktober und März aufgrund der geographischen Lage zum Alltag dazugehört.

Afrikanischer Major-Bewerber

Ob die Absage des Marathons Auswirkungen auf den Bewerbungsprozess der World Marathon Majors haben würde, wollte der Veranstalter nicht offiziell einschätzen. Ein Gutachter-Team der Majors hat im zweiten von drei Jahren der Bewerbungsperiode ein detailliertes Auge auf den südafrikanischen Event gelegt und die Absage bedauert. Laut Veranstalter wurde die mutige Entscheidung dabei gelobt.

Kapstadt Marathon 2026 im Mai

Zum dritten Mal in Folge hatte der Kapstadt Marathon mit starkem Wind zu kämpfen, bedauerte der Veranstalter. Daher begrüßt er die längst getroffene Entscheidung, dass der Kapstadt Marathon ab 2026 nicht im Oktober, sondern im Mai, also ausgangs des Sommers in der südlichen Hemisphäre, stattfinden wird. Für die verhinderten Teilnehmer:innen soll es 2026 oder 2027 kostenlose Anmeldungsoptionen geben.

Allerdings berichteten Medien, dass in den Rennregularien explizit drin stand, dass eine Absage aufgrund Wind oder Wetter keine Rückerstattung der Nenngebühr vorsah – üblich in der Veranstaltungszene.

Autor: Thomas Kofler
Quelle: supersport.com
Bild: © Karl Hörnfeldt / Unsplash – Symbolfoto

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