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Neuer Hallen-Weltrekord durch Josh Hoey über 800m

Die World Indoor Tour Gold hat am Samstag mit einem Höhepunkt begonnen. Hallen-Weltmeister Josh Hoey verbesserte in Boston den Weltrekord im 800m-Lauf.
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Fast drei Jahrzehnte lang blieb der Hallen-Weltrekord im 800m-Lauf von Wilson Kipketer unangetastet. Seit Samstag gibt es einen neuen Führenden in der Liste: Josh Hoey, amtierender Hallen-Weltmeister, steigerte die Bestmarke nach offensiven Ankündigungen um 0,17 Sekunden auf eine Zeit von 1:42,50 Minuten. Die 4.600 Zuschauer:innen in der Halle staunten auch über ein US-Duell um den Weltrekord im 2.000m-Lauf, eine neuerliche Talentprobe eines australischen Rohdiamenten und eine eindrucksvolle Rückkehr aus einer Mutterschaftspause.

Eine Sternstunde hat die Serie der acht wichtigsten Hallenmeetings der Saison, die World Indoor Tour Gold 2026, eröffnet. Josh Hoey nützte die bekannt schnelle Bahn beim New Balance Indoor Grand Prix in Boston perfekt aus und gewann den 800m-Lauf in einer Zeit von 1:42,50 Minuten. „Ich sehe die Leistung nicht als das Ende einer Zielsetzung, sondern als den Beginn für weitere Topleistungen“, zeigte sich Hoey, der im vergangenen Jahr die sportliche Qualifikation für die WM in Tokio noch verpasst hatte, angriffslustig. Angriffslustig war der Amerikaner bereits davor: Den Hallen-Weltrekord hat er in klaren Worten angekündigt!

New Balance Indoor Grand Prix 2026

Sein Bruder Jaxson lieferte als Tempomacher einen wertvollen Beitrag zum Erfolg – er lief die ersten beiden Runden wie gewünscht in nahezu exakten 50 Sekunden an. „Ein spezieller Moment für unsere Familie“, hielt Josh fest – nicht nur sein älterer, sondern auch sein jüngerer Bruder ist ein starker Läufer. Sportlichen Gegner hatte der 26-jährige Lokalmatador im Wettkampf keinen – er gewann ihn mit gut zwei Sekunden Vorsprung vor Filip Ostrovski, der in 1:44,68 Minuten nur haarscharf am polnischen Hallenrekord der europäischen 800m-Legende Adam Kszczot vorbeischrammte. Einen neuen holländischen Hallenrekord verbuchte Ryan Clarke nur 0,04 Sekunden später.

Die ewige Bestenliste im 800m-Lauf (Halle)

  • 1:42,50 Minuten – Josh Hoey (USA), Boston 2026
  • 1:42,67 Minuten – Wilson Kipketer (DEN), Paris 1997
  • 1:43,63 Minuten – Elliot Giles (GBR), Torun 2021
  • 1:43,98 Minuten – Michael Saruni (KEN), New York 2019
  • 1:44,15 Minuten – Yuriy Borzakovskiy (RUS), Karlsruhe 2001
  • 1:44,19 Minuten – Bryce Hoppel (USA), New York 2025
  • 1:44,21 Minuten – Emmanuel Korir (KEN), New York 2018
  • 1:44,21 Minuten – Donavan Brazier (USA), New York 2021
  • 1:44,26 Minuten – Brandon Miller (USA), New York 2025
  • 1:44,52 Minuten – Mohamed Aman (ETH), Birmingham 2014

Kessler mit Fisher im Rekordduell

Den zweiten US-Weltrekord an diesem tiefwinterlichen Samstagnachmittag in Boston gab es auf einer weniger prestigeträchtigen Distanz. Hobbs Kessler blieb im 2.000m-Lauf in einer Zeit von 4:48,79 Minuten 1,2 Sekunden unter dem bisherigen Weltrekord der äthiopischen Lauflegende Kenenisa Bekele aus dem Jahr 2007. Für den 22-Jährigen war der fantastische Saisoneinstieg ein wichtiges Zeichen an sich selbst, nachdem die Saison 2025 mit der verpassten WM-Qualifikation für Tokio enttäuschend verlaufen war.

Kessler hatte hochkarätige Konkurrenz im Rennen: Landsmann Grant Fisher wurde Zweiter in 4:49,48 Minuten und blieb ebenfalls unter der alten Weltbestleistung. 1.500m-Vize-Weltmeister Jake Wightman kam hinter dem Belgier Pieter Sisk als Vierter ins Ziel, hatte im Kampf um den Sieg bereits frühzeitig aber keine Chance.

Erst wenige Tage zuvor hatte Olympiasieger und Weltmeister Cole Hocker den seit vielen Jahren bestehenden US-Hallenrekord von Bernard Lagat auf eine Zeit von 4:52,92 Minuten verbessert. Kessler steigerte diese Bestmarke um weitere vier Sekunden.

Überlegener Sieg für Myers

In bestechender Frühform präsentierte sich auch Cameron Myers. Der 19-jährige Australier überzeugte bereits letzte Woche in Seattle mit einer Indoor-Meile von 3:49,81 Minuten – die laut „Athletics Weekly“ mit Abstand schnellste Meile der Geschichte im Monat Jänner, mit der er sich einen fünfsekündigen Vorsprung auf den Wettkampfzweiten Sam Prakel erarbeitete.

In Boston gelang der nächste Schritt. Myers dominierte den 3.000m-Lauf in einer Zeit von 7:27,57 Minuten und verbesserte den Ozeanienrekord seines Landsmanns Ky Robinson aus dem letzten Jahr um fast drei Sekunden (Halle) bzw. den Ozeanienrekord von Stewart McSweyn, der diesen beim Diamond-League-Meeting in Rom 2020 aufgestellt hatte, um 0,45 Sekunden. Myers, der beim New Balance Grand Prix im Vorjahr noch Dritter war, unterbot seine Hallen-Bestleistung von damals um fast sechs Sekunden. Platz zwei ging an den Iren Andrew Coscoran, der in 7:30,97 Minuten exakt eine Sekunde schneller im Ziel war als der Amerikaner Graham Blanks. Blanks hatte mit einem Vorstoß zu Rennmitte das Feld weit in die Länge gezogen und rundenlang die Führung vor dem australischen Toptalent inne.

Ein großartiges Statement gelang dem 23-jährigen Iren Cian McPhilipps. Der WM-Vierte des letzten Jahres führte in der Schlussphase des 600m-Laufs die US-Größen Donavan Brazier und Bryce Hoppel, beide bereits Weltmeister, vor und gewann den Wettkampf deutlich in einer Zeit von 1:16,37 Minuten.

Berauschendes Comeback

Für das Highlight auf den Laufdistanzen der Frauen sorgte die ehemalige Hallen-Weltmeisterin Elle St. Pierre. Die US-Amerikanerin kehrte mit dem Meeting in Boston aus ihrer zweiten Mutterschaftspause zurück. Keine zehn Monate nach der Geburt von Harvey Mark, der einen zwei Jahre älteren Bruder hat, lief sie gegen die starke australische Konkurrenz zum Wettkampfsieg in 8:26,54 Minuten. Linden Hall lieferte ihr bis 50 Meter vor dem Ziel einen intensiven Zweikampf und wurde in 8:27,03 Minuten Zweite. Jessica Hull, vor zwei Wochen wie Hall Teil der siegreichen australischen Mixed-Staffel bei der Crosslauf-WM in Tallahassee, musste sich mit neuneinhalb Sekunden Rückstand als Dritte geschlagen geben. Die 29-Jährige brach in den letzten beiden Runden ein.

Es ist nicht zum ersten Mal, dass Elle St. Pierre auf einem beeindruckenden Leistungsniveau zurück auf die Wettkampfbühne gekehrt ist. Ziemlich genau ein Jahr nach der Geburt ihres ersten Sohnes feierte sie in Glasgow als Hallen-Weltmeisterin 2024 im 3.000m-Lauf ihren größten Erfolg. Dieses Mal stieg die 30-Jährige bereits acht Wochen nach der Geburt wieder ins Training ein.

Willis beim Profi-Debüt erfoglreich

Eine starke Leistung lieferte Roisin Willis im 800m-Lauf der Frauen ab. Die ehemalige Junioren-Weltmeisterin lief nach einer pfeilschnellen ersten Rennhälfte eine Zeit von 1:59,59 Minuten und blieb als einzige im Wettkampf unter zwei Minuten. Die 21-Jährige freute sich neben dem Wettkampfsieg auch über eine neue persönliche Hallen-Bestleistung. Ihr folgten die Britin Isabelle Boffey und Landsfrau Victoria Bossong über die Ziellinie.

Die in den USA lebende Kenianerin Dorcus Ewoi, Vize-Weltmeisterin von Tokio 2025, gewann den 1.500m-Lauf in einer Zeit von 4:01,22 Minuten knapp vor der US-Amerikanerin Sinclaire Johnson. Noch achtmal geringer war der Abstand zwischen den Positionen drei und vier, nämlich genau eine Hundertstelsekunde. Klaudia Kazimierska hatte polnisch-australischen Duell hauchdünn die Nase vorne gegen Sarah Billings.

Weitere Ergebnisse aus Hallenmeetings

🇮🇪 Mark English hat seine Hallensaison bereits Mitte Jänner mit zwei Knalleffekten eröffnet. Der routinierte Ire verbesserte erst in Abbotstown in seinem Heimatland die irische Hallenbestleistung im 600m-Lauf deutlich auf eine Zeit von 1:15,80 Minuten. Ehe er wenige Tage später beim CMCM Luxembourg Indoor Meeting, dem ersten größeren Hallenmeeting der diesjährigen Saison, den irischen Hallenrekord im 800m-Lauf auf eine Zeit von 1:44,65 Minuten verbesserte und damit exakt eine halbe Sekunde schneller lief als vor einem Jahr bei den Millrose Games in New York.

🇱🇺 Für einen Jubelmoment im Publikum sorgte Fanny Arendt, die im 800m-Lauf einen luxemburgischen Hallenrekord von 2:00,83 Minuten zauberte und die Bahn als Wettkampfsiegerin verließ. Im 1.500m-Lauf gelang dem Belgier Pieter Sisk ein Meetingrekord in 3:34,66 Minuten. Den zweiten luxemburgischen Hallenrekord schaffte Ruben Querinjean in 7:40,72 Minuten im 3.000m-Lauf als Wettkampfzweiter hinter dem belgischen Sieger Ruben Verheyden.

🇺🇸 Cooper Lutkenhaus hat am vergangenen Samstag beim Dr. Sander Invitational in New York einen neuen Hallen-U20-US-Rekord aufgestellt. Der 17-Jährige siegte in einer Zeit von 1:45,23 Minuten. Seine Landsfrau Meghan Hunter überzeugte mit einer Siegeszeit von 1:59,70 Minuten im 800m-Lauf der Frauen, Ajee Wilson musste sich mit Rang drei und mehr als einer Sekunde Rückstand zufrieden geben.

Autor: Thomas Kofler
Bild: Pixabay

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