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Obiri besiegt Lokedi beim New York Halbmarathon

Im direkten Duell der beiden in den USA lebenden kenianischen Stars stellte Hellen Obiri beim New York City Halbmarathon auf 7:2 – mit einem überzeugenden Sieg.
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Die Generalprobe ist gelungen. Denn für Hellen Obiri war der New York City Halbmarathon in diesem Jahr mehr als nur ein Rennen, in dem es um den Sieg ging. Die Standortbestimmung sollte Richtung London Marathon weisen. Dort, im Konzert der fast vollständigen Weltelite, wird die Olympia-Medaillengewinnerin und mehrfache Majors-Siegerin ihren ersten Marathon auf einer flachen, schnellen Strecke laufen. Ein Spannungsmoment!

So kam der sportliche Wettbewerb auf der bekannt selektiven Strecke des New York City Halbmarathon am gestrigen Sonntag für die 36-Jährige gerade recht. Denn mit der kenianischen Rekordhalterin Agnes Ngetich und Sharon Lokedi, die auch schon Marathonsiege in Boston und New York gefeiert hat, als drittem kenianischem Star im Bunde war hochklassige Konkurrenz im Wettkampf. Obiri folgte dem bemerkenswerten Tempo Ngetichs in der Anfangsphase bravourös und hielt auch noch nach acht Kilometern dagegen, als Lokedi und die Äthiopierin Fentaye Belayneh zurückfielen. Die Zwischenzeit von 30:50 Minuten bei zehn Kilometern kündigte einen neuen Streckenrekord an, der Obiri mit ihrer Zeit von 1:06:33 Stunden auch gelang.

Kenianische Rekordhalterin mit zu viel Risiko

Das Rennen von Ngetich, die im Vorfeld große Ambitionen geäußert hatte, nahm kein glückliches Ende. Die 25-Jährige, die trotz empfindlich kühler Temperaturen auf Haube und Handschuhe verzichtet hatte, musste wegen Unterkühlungserscheinungen das Tempo deutlich reduzieren und fiel bis auf Platz 13 zurück, ehe sie im Ziel unmittelbar medizinische Unterstützung entgegennahm. So wurde Lokedi, die nachher zugab, zu schnell ins Rennen gegangen zu sein, in einer Zeit von 1:07:10 Stunden Zweite und hat eine gute Generalprobe für den Boston Marathon abgelegt.

Das Stockerl komplettierte die britische Debütantin Megan Keith, die in 1:07:13 Stunden ein starkes Rennen vollendete. Die 23-Jährige lief zum ersten Mal in einem Wettkampf weiter als zehn Kilometer. Platz vier ging an die Holländerin Diane van Es in 1:08:21 Stunden, erst auf Platz sechs folgte mit Emily Sisson die beste Amerikanerin. Die Deutsche Konstanze Klosterhalfen verpasste in 1:10:04 Stunden knapp die Top-Ten.

Hellen Obiri
5km-Splits: 15:!5 / 15:35 / 16:01 / 16:11 / 3:31 (1,0975 km) Minuten

Schnelles Männerrennen

Hervorragende Zeiten produzierte auch das Männerrennen. Der seit Jahren in den USA lebende südafrikanische Rekordhalter Adriaan Wildschutt feierte in seinem zweiten Halbmarathon seinen ersten Sieg in einer Zeit von 59:30 Minuten. Hinter ihm platzierten sich der Neo-Amerikaner Zouhair Talbi sowie der Inder Gulveer Singh auf die weiteren Plätze. Der 28-Jährige absolvierte sein Halbmarathon-Debüt und unterbot den indischen Rekord um 48 Sekunden. Der irische Überraschungsmann Peter Lynch durchbrach als Fünfter in 59:52 Minuten als erster irischer Läufer der Geschichte die Schallmauer einer Stunde. Auch Patrick Dever blieb in 59:56 Minuten unter der magischen Marke einer Stunde, als zweiter Brite nach Mo Farah. Die Zeit von Shunsuke Kuwata (1:00:13) ist die schnellste eines japanischen Läufers außerhalb Japans.

Adriaan Wildschutt
5km-Splits: 13:58 / 14:00 / 14:27 / 14:01 / 3:04 (1,0975 km) Minuten

Das mit Spannung erwartete Halbmarathon-Debüt von Grant Fisher, zweifacher Olympia-Medaillengewinner auf der Bahn, gelang in einer Zeit von 1:00:53 Stunden auf Rang 14 nicht nach Wunsch. Im Vorfeld hatte der 28-Jährige prophezeit, weder einer Zeit noch einer Platzierung, sondern einem guten Gefühl nachzujagen. Das war nach einem harten Debüt im Ziel aber nicht gut. Nur eine Position vor ihm kam der höher eingeschätzte Kenianer Daniel Ebenyo ins Ziel, Vorjahressieger Abel Kipchumba musste aufgeben. Über 30.000 Läufer:innen beteiligten sich am größten Halbmarathon in Nordamerika.

Weitere Straßenlauf-Ergebnisse

🇺🇸 Aaron Gruen (Pro Team Vienna) hat beim Halbmarathon in New Bedford, den er im Vorfeld als „Testlauf“ bezeichnet hat, Teil eins seiner beiden Vorbereitungswettkämpfe auf den Vienna City Marathon mit einer guten Leistung absolviert. Der 27-Jährige erreichte das Ziel in „sich locker anfühlenden“ 1:03:25 Stunden auf Platz zwei hinter Murphy Smith aus den USA, der eine gute Minute Vorsprung hatte. Kommenden Samstag will er beim „Project 13.1“ im Rockland State Park nahe New York seine Generalprobe für den Marathon ablegen.

🇰🇷 Einen engen Zieleinlauf in einem schnellen Rennen gab es beim Seoul Marathon, wo gleich fünf Läufer unter dem alten Streckenrekord blieben. Vorjahressieger Haftu Teklu aus Äthiopien siegte in einer Zeit von 2:04:23 Stunden vor seinem Landsmann Getaneh Molla, den Kenianern Gilbert Kibet und Enock Kinyamal sowie Tsegaye Getachew aus Äthiopien, die alle binnen 13 Sekunden lagen. Auch der Zieleinlauf bei den Frauen war eng. Haven Hailu siegte in 2:19:09 Stunden zwar mit einer halben Minute Vorsprung. Im Kampf um Platz zwei behielt Bekelech Gudeta die Oberhand gegenüber Bosena Mulatie und der Kenianerin Joyce Cheokemoi, womit der dreifache äthiopische Sieg feststand.

🇪🇸 Klara Lukan hat im Rahmen des Malaga Halbmarathon den slowenischen Landesrekord deutlich auf eine Zeit von 1:06:43 Stunden verbessert und blieb dabei 1:21 Minuten unter ihrer eigenen Bestmarke. Mit ihrem erst zweiten Halbmarathon-Ergebnis schaffte sie den Sprung in die Top-Ten der ewigen europäischen Bestenliste. Die 25-Jährige musste sich lediglich der ugandischen Siegerin Esther Chebet um zehn Sekunden geschlagen geben. Schnellste Spanierin war die 40-jährige Marta Galimany als Fünfte in 1:09:22 Stunden. Sieger bei den Männern war Vincent Kipkorir aus Kenia in einer Zeit von 59:30 Minuten.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © Michael Pewny / Pixabay

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