Enter your email address below and subscribe to our newsletter

Obiri gewinnt, Hassan läuft in Rabat Europarekord

Die kenianische Weltmeisterin Hellen Obiri hat das mit Spannung erwartete Duell mit Genzebe Dibaba im 5.000m-Lauf im Rahmen des IAAF Diamond League Meetings im marokkanischen Rabat klar für sich entschieden. Während Obiri das Rennen in einer Zeit von 14:21,75 Minuten…

Weiterlesen

Share your love

Die kenianische Weltmeisterin Hellen Obiri hat das mit Spannung erwartete Duell mit Genzebe Dibaba im 5.000m-Lauf im Rahmen des IAAF Diamond League Meetings im marokkanischen Rabat klar für sich entschieden. Während Obiri das Rennen in einer Zeit von 14:21,75 Minuten gewann, enttäuschte die Äthiopierin mit Rang sechs und 21 Sekunden Rückstand. Ein weiteres Highlight des Rennens lieferte Sifan Hassan, die in einer Zeit von 14:22,84 Minuten einen neuen Europarekord im 5.000m-Lauf der Frauen aufstellte.
 

© IAAF Diamond League / DECA
Schlagabtausch mit Teferi

Drei Kilometer lang führten die drei Pacemakerinnen das Feld mit einem beachtlichen Tempo. 2:51, 2:57 und 2:52 Minuten lauteten die ersten drei Kilometer. Danach entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch zwischen Hellen Obiri und Senbere Teferi um die Spitzenposition im Feld. Bei der zweiten Tempoverschärfung von Obiri konnte Dibaba nicht mehr mitgehen. Fünf Läuferinnen gingen in der Spitzengruppe in die letzte Runde, Sifan Hassan hatte kurz vor der Glocke auf der Außenbahn zwei Positionen gutgemacht. Bis dahin war sie stets am Ende der Spitzengruppe gelaufen.
Eine weitere Tempoverschärfung brachte 230 Meter vor dem Ziel den letzten Führungswechsel. Hellen Obiri zog mit Hassan im Schlepptau an Teferi vorbei, die am Ende dieses schnellen Rennens mit einer persönlichen Bestleistung von 14:23,33 Minuten Vierte wurde. Hassan kam der Kenianerin nahe, jedoch nicht vorbei. Und so stand der neunte Sieg in der Diamond League für die 28-jährige Kenianerin fest. In einer Zeit von 14:21,75 Minuten blieb sie über fünf Sekunden unter der bisherigen Weltjahresbestleistung von Genzebe Dibaba – wie vier weitere Läuferinnen auch. In den Top-Fünf – Letesenbet Gidey schnappte sich wenige Meter vor dem Ziel noch Platz drei – liefen bis auf Obiri alle Läuferinnen teils klare persönliche Bestleistungen. Sie alle blieben unter 14:25 Minuten, eine solche Qualität in einem 5.000m-Feld hat es noch nie gegeben. Bisher war es in der Geschichte des Laufsports leidlich acht Läuferinnen gelungen, diese Marke zu unterbieten (darunter Obiri), nun sind es zwölf.
Am aussagekräftigsten ist natürlich der Leistungssprung von Sifan Hassan, neuer Star der Nike Oregon Project-Trainingsgruppe um Alberto Salazar. Die 25-Jährige verbesserte ihre Bestleistung um unglaubliche 19 Sekunden (!) und verbesserte den Europarekord der später als Marathonläuferin schwer gedopten Liliya Shobukhova um knapp eineinhalb Sekunden. Sechs Tage nach dem Rennen in Rabat hätte dieser Europarekord sein zehnjähriges Bestehen gefeiert.
 

Niyonsaba hält Goule auf Distanz

Wie üblich in Abwesenheit von Caster Semenya hat Francine Niyonsaba in der IAAF Diamond League triumphiert, bereits zum zehnten Mal. In einer Zeit von 1:57.90 Minuten hielt sich die 25-Jährige die im Finale stark aufkommende Natoya Goule aus Jamaika vom Leibe, die in einer zeit von 1:58,.33 Minuten vor Lokalmatadorin Rababe Arafi Zweite wurde. Sieben Läuferinnen blieben unter zwei Minuten, darunter auch die siebtplatzierte Britin Lynsey Sharp in ihrem schnellsten Saisonrennen.
Niyonsaba dominierte das Rennen von Beginn an. Die ungarische Pacemakerin Bianka Keri zog die Favoritin zu einer Zwischenzeit von 56,88 Sekunden nach 400m. Zu diesem Zeitpunkt hatte Niyonsaba bereits einige Meter Vorsprung. Die Lücke schloss sich aber bis zur letzten Kurve, so dass doch noch der Anschein eines Duells zwischen der Läuferin aus Burundi und jener aus der Karibik entstand. „Es fühlt sich gut an. Die Pacmeakerin hat eine hervorragende Arbeit erledigt und ich bin sehr zufrieden mit der Zeit“, so die Siegerin.
Niyonsabas Serie, alle Diamond-League-Rennen zu gewinnen, in denen Semenya fehlt, aber kein einziges gegen die Südafrikanerin, bliebt also aufrecht. Caster Semenya war in Rabat übrigens auch am Start und bestritt einen 1.000m-Lauf. Den gewann sie in einer Zeit von 2:31,01 Minuten, ein neuer Diamond-League-Rekord, eine Weltjahresbestleistung und ein südafrikanischer Landesrekord über die selten gelaufene Distanz. Hinter Ce’Aira Brown und Kaela Edwards, die fünf Sekunden Rückstand auf die Siegerin hatten, lief Winnie Nanyondo einen Landesrekord für Uganda.
 

Sensation über die Hindernisse

Eine große Überraschung lieferte im 3.000m-Hindernislauf der Männer Conseslus Kipruto. Der Olympiasieger und Weltmeister, der bereits in Eugene Benjamin Kigen unterlegen war, erwischte in Rabat einen rabenschwarzen Tag und belegte in einer für seine Verhältnisse nicht nennenswerten Zeit von 8:27,36 Minuten nur den zwölften Platz. Bereits drei Runden vor Ende, als Soufiane El Bakkali forcierte, fiel er aus der großen Spitzengruppe zurück. Dank dieser Enttäuschung bliebt Rabat kein gutes Pflaster für Kipruto – im letzten Jahr hatte er aufgrund einer Verletzung aufgeben müssen.
Benjamin Kigen, bis dato der beste Läufer der Saison, spurtete mit einem unglaublichen Antritt auf der Gegengerade an El Bakkali vorbei und siegte in einer Zeit von 8:06,19 Minuten. „Das ist eine schöne Überraschung, ich hätte nicht gedacht, gewinnen zu können. Ich habe mich sehr gesteigert im Laufe der Saison“, kommentierte der Sieger. Damit war der 25-Jährige über zwei Sekunden schneller als Kipruto in Rom, die bisherige Weltjahresbestleistung. Der erst 22 Jahre alte Chala Beyo belegte Platz zwei vor Lokalmatador El Bakkali, der auf den letzten 300 Metern nicht mehr zulegen konnte. „Sorry an meine Fans, dass ich nicht gewonnen habe. Es war ein hartes Rennen und zeigt, dass meine Vorbereitung nicht optimal verlaufen ist“, gab er zu. Eine starke Leistung zeigten die Nordamerikaner Hillary Bor und Matt Hughes auf den Rennen vier und fünf.
 

Lokalmatador überrascht über 1.500m

Für eine weitere, große Überraschung sorgte Brahim Kaazouzi, der im 1.500m-Lauf der Männer unerwartet einen umjubelten Heimsieg feierte. Der Goldmedaillengewinner der Mittelmeerspiele, der bis dato in der Diamond League keine große Rolle gespielt hatte, spurtete auf der Außenbahn am auf den letzten Metern erschöpften Ayanleh Souleiman vorbei und triumphierte in einer persönlichen Bestleistung von 3:33,22 Minuten. „Das kann nur ein Traum sein“, jubelte er anschließend. Auch Europameister Filip Ingebrigtsen streckte die Brust weit raus, um Souleiman mit 3:33,40 zu 3:33,42 Minuten zu übertrumpfen und mit einem zweiten Platz aufzuzeigen. Als zweitbester Europäer erreichte der zuletzt starke Jakub Holusa den vierten Platz, während Äthiopiens Youngster Taresa Tolosa als 13. weit unter seinen Möglichkeiten blieb. Genauso Olympiasieger Matt Centrowitz, der hinter Hallen-Europameister Marcin Lewandowski Zehnter wurde.
 

Meetingrekord für Kejelcha

Mit einem dominanten Auftritt hat Yomif Kejelcha dem 3.000m-Lauf der Männer seinen Stempel aufgedrückt. Auf seiner Lieblingsdistanz markierte der zweifache Hallen-Weltmeister in einer Zeit von 7:23,93 Minuten eine Weltjahresbestleistung und einen Meetingrekord. Diesen hatte der dieses Mal verletzt ausgeschiedene Abdelaati Iguider gehalten, die Weltjahresbestleistung hielt der Äthiopier Selemon Barega. Hinter dem überlegenen Sieger wurde Birhanu Balew in einer persönlichen Bestzeit von 7:34,26 Minuten Zweiter. Die Sensation des Rennens lieferte der Australier Stewart McSweyn, der im allerletzten Moment noch den abgekämpften Paul Chelimo abfing und in einer fetten persönlichen Bestleistung von 7:34,79 Minuten Dritter wurde. Damit ließ der talentierte 23-Jährige aus Down Under unter anderem 5.000m-Weltmeister Muktar Edris (Fünfter) hinter sich.
 
IAAF Diamond-League-Meeting in Rabat

Share your love