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ÖLV-Nationalteam bei Team-EM um Aufstieg

Erstmals finden die Team-Europameisterschaften aller Ligen an einem Ort statt – und zwar im Rahmen der European Games 2023 in Schlesien. Dafür hat European Athletics die Einteilung der Nationen neu gegliedert. Für das österreichische Nationalteam, das in die dritte Liga abgerutscht ist, geht es ab morgen um den Aufstieg.
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Österreichs Abstieg in die unterste Liga war keine sportliche Entscheidung, sondern ist in der Nicht-Teilnahme vor zwei Jahren begründet. Drei Tage lang kämpfen Österreichs Leichtathletinnen und Leichtathleten in jeder der 19 Disziplinen nach einem traditionellen Punktesystem (15 Punkte für den Disziplinensieger, 14 für den Zweiten bis hin zu 0 Punkten für den Letzten) um einen guten Platz in der Gesamtwertung, die Top-Drei schaffen den Aufstieg in die zweite Liga für die Team-WM 2025. Die Wettkämpfe der dritten Liga finden an den drei Vormittagen am Dienstag, Mittwoch und am Donnerstag statt. „Unser erstes Ziel ist der Aufstieg. Ziel zwei wäre, die Liga zu gewinnen“, gibt sich ÖLV-Sportdirektor Gregor Högler kämpferisch. „Daher ist es extrem wichtig, dass jeder um jeden Punkt kämpft und wir uns keine Umfaller oder Nullen leisten.“ Der Teamgeist in der jungen Mannschaft, die auch viel Erfahrung mitbringe, sei hoch, so Högler, der Irland und Israel auf Augenhöhe mit dem ÖLV-Team sieht. Der Optimismus mag sich auch darin begründen, dass Österreichs Nationalteam praktisch keinen Ausfall zu beklagen hat. Eine Ausnahme ist Lena Millonig (ULC Riverside Mödling), die sich am Samstag bei der Track Night Vienna am Sprunggelenk schwer verletzt hat (siehe RunAustria-Bericht). Sie wird fast adäquat von Katharina Pesendorfer (SVS Leichtathletik) ersetzt.

RunAustria-Tipp: Die Wettkämpfe der Team-EM 2023 werden im Livestream auf der Website von European Athletics übertragen.

EA-Livestream

Routiniers und Talente auf den Laufdistanzen

Auf den Laufdistanzen setzt der ÖLV auf Erfahrung: Andreas Vojta (team2012.at) erhielt über 5.000m den Vorzug. Über 1.500m ist Raphael Pallitsch (SVS Leichtathletik) gesetzt, im 800m-Lauf kommt Hallen-Juniorenmeister Elias Lachkovics (SVS Leichtathletik) zum Einsatz, da Niklas Strohmayer-Dangl im 400m-Sprint und in der Mixed-Staffel antritt, im 3.000m-Hindernislauf Staatsmeister Tobias Rattinger (LAC Amateure Steyr). Bei den Frauen läuft Katharina Pesendorfer (SVS Leichtathletik) über die Hindernisse, Caroline Bredlinger (LT Bgld Eisenstadt) zielt auf eine Bestleistung über die kürzeste Laufdistanz ab, Sandra Schauer (Union St. Pölten) absolviert die längste Laufdistanz. Der Startplatz im 1.500m-Lauf der Frauen ist noch vakant.

Das Programm der österreichischen Läuferinnen und Läufer

  • Dienstag, 20. Juni um 10:55 Uhr – 5.000m-Lauf der Frauen
  • Dienstag, 20. Juni um 11:28 Uhr – 800m-Lauf der Männer
  • Dienstag, 20. Juni um 11:55 Uhr – 3.000m-Hindernislauf der Männer
  •  

  • Mittwoch, 21. Juni um 11:02 Uhr – 800m-Lauf der Frauen
  • Mittwoch, 21. Juni um 11:20 Uhr – 1.500m-Lauf der Männer
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  • Donnerstag, 22. Juni um 11:05 Uhr – 3.000m-Hindernislauf der Frauen
  • Donnerstag, 22. Juni um 11:40 Uhr – 5.000m-Lauf der Männer
  • Donnerstag, 22. Juni um 12:20 Uhr – 1.500m-Lauf der Frauen

Pallitsch mit Chancen auf 1.500m-Sieg

Einige prominente internationale Namen sind durchaus in den Starterfeldern der Laufentscheidungen zu finden. So hat Amel Tuka im 800m-Lauf bereits zwei WM-Medaillen gewonnen, der Bosnier hat im März eine Medaille bei der Hallen-EM knapp verpasst. Er ist der klare Favorit, Lachkovics befindet sich im Mittelfeld der Meldeliste. Caroline Bredlinger hat gute Chancen auf eine vorderer Platzierung, sie ist Teil des Verfolgerinnenfelds der klaren Favoritin Louise Shanahan aus Irland. Die 26-jährige nationale Rekordhalterin ist in diesem Jahr bereits unter zwei Minuten gelaufen, die 22-jährige Burgenländerin hält bei einer Bestzeit von 2:05,22 Minuten.

Im 1.500m-Lauf hat Raphael Pallitsch die beste Saisonbestleistung und läuft damit um den Sieg, auch aufgrund seiner Endschnelligkeit, was oft in Meisterschaftsrennen ein wichtiges Kriterium ist. Voraussichtlich die stärksten Kontrahenten für den 33-Jährigen sind der Ire Cathal Doyle und Yervand Mkrtchyan aus Armenien. Bei den Frauen war Katharina Pesendorfer nominiert, allerdings findet ihr 3.000m-Hindernislauf, bei dem sie für Millonig einspringt, 75 Minuten vor dem Startschuss zum 1.500m-Lauf statt. Eine Alternative wäre Bredlinger einen Tag nach ihrem 800m-Wettkampf. Auch auf der längeren Mittelstrecke ist Irland realistischerweise hochfavorisiert und zwar mit Sophie O’Sullivan, der Tochter der Lauflegende Sonia O’Sullivan. Und das, obwohl Irlands Nummer eins in dieser Disziplin, Sarah Healy nicht dabei ist. Wie übrigens mehrere starke, besonders junge irische Läufer nicht nach Schlesien reisen.

Caroline Bredlinger bei Aufwärmübungen. © ÖLV / Alfred Nevsimal

Vojta und Rattinger zielen auf Topplatzierungen ab

Andreas Vojta hat am Samstag bewiesen, auch über 5.000m noch Flott am Weg zu sein (siehe RunAustria-Bericht). Tadesse Getahon aus Israel, der Ire Fearghal Curtin und der Maltese Jordan Gusman könnten die Konkurrenz um die besten Positionen sein. Ein großer Name des europäischen Laufsports führt den 5.000m-Lauf der Frauen an und zwar Lonah Chemtai Salpeter aus Israel, WM-Medaillengewinnerin im Marathon. Außerdem wagt Hindernislauf-Europameisterin Luiza Gega einen Doppelstart. Für Sandra Schauer geht es um wichtige Punkte im vorderen Mittelfeld.

Wie Vojta ist auch Rattinger in einer hervorragenden Ausgangsposition, klarer Favorit ist nach seinem Landesrekord am Wochenende in Nizza Nahuel Carabana aus Andorra, der für das Team der Kleinstaaten antritt. Für Katharina Pesendorfer wird es eine interessante Aufgabe in der Verfolgergruppe. Vorne dürfte der Europameisterin Gega der Sieg kaum zu nehmen sein, auch die Israelin Adva Cohen hat ein deutlich höheres Niveau als der Rest des Starterfeldes.

© ÖLV / Alfred Nevsimal

Dritte Europaspiele

Offiziell finden die Europaspiele in ihrer dritten Ausgabe zwischen 21. Juni und 2. Juli in der Region Schlesien statt. Rund 7.000 Athletinnen und Athleten aus 48 Nationen gehen in 29 Sportarten an den Start, mit 40 Athletinnen und Athleten stellt der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) das größte Kontingent innerhalb des österreichischen Teams. Nominiert wurden sie vom nationalen Olympischen Komitee (OÖC), nicht vom ÖLV.

Für viele Sportarten sind dies wichtige Wettkämpfe auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Die Integration der Leichtathletik war bei den ersten beiden Austragungen in Baku und Minsk ein Stiefkind, der volle Leichtathletik-Kalender schrie auch nicht zwingend nach einem neuen Großevent, wodurch die Integration der Team-Europameisterschaften von Beginn an die Idee war. In Schlesien mit der Arena in Chorzow als Stadion finden nun erstmals alle Team-Europameisterschaften zentriert an einem Ort statt. Dafür gibt es eine neue Aufteilung mit drei Ligen zu je 16 Nationalteams, womit die Qualität in der ehemaligen Superliga mit bis dato acht oder zwölf Nationen weiters geschwächt wurde. Neben der Team-EM-Wertungen gibt es auch in den Einzeldisziplinen eine nicht unumstrittene Einzelwertung, die alle Wettkampftage berücksichtigt. Ein Beispiel: Lukas Weißhaidinger, einer der Fahnenträger der rot-weiß-roten Delegation, kann eine Einzelmedaille gewinnen, obwohl er in der dritten Team-EM-Liga wirft und obwohl Teile seiner Konkurrenz erst Tage später wirft. Gerade bei den oft taktisch geprägten Laufentscheidungen mit Meisterschaftscharakter wirkt dies befremdlich.

European Games 2023

Österreichischer Leichtathletik-Verband

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