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ÖLV-Topläufer beim Barcelona Halbmarathon

Am Wochen blicken die Augen der heimischen Lauffans in die katalanische Hauptstadt. Julia Mayer eröffnet ihr Olympisches Wettkampfjahr mit einem Halbmarathon aus dem Training heraus. Andreas Vojta schielt auf eine neue persönliche Bestleistung, dagegen muss Mario Bauernfeind nach etlichen erzwungenen Pausen im Winter kleinere Brötchen backen.
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Dass Julia Mayer (DSG Wien) entspannt ins Olympische Jahr 2024 gestartet ist, zu dieser Einschätzung kann man nach ihren Schilderungen der bisherigen Trainingsaktivitäten keinesfalls kommen. Viel mehr zeigt der hohe Trainingsumfang und die intensive Arbeit die große Motivation, im Lauffrühling 2024 hin zum Höhepunkt bei den Spielen am 11. August neue Horizonte zu eröffnen. „Ich weiß jetzt, dass ich einen Marathon in 2:26 Stunden drauf habe. Nun geht es darum, den nächsten Schritt zur setzen“, gibt die 31-Jährige die Devise vor.

Hartes Brot auf der Bahn

Dafür absolvierte Mayer während des vierwöchigen Trainingsaufenthalts im südafrikanischen Dullstroom im Schnitt über 200 Laufkilometer pro Woche, fast ohne Ruhetag. Aber nicht nur die Umfänge waren höher als im Vergleich zum letztjährigen Trainingslager zur selben Jahreszeit, sondern auch die Anzahl der absolvierten Höhenmeter. Gerade diese direkten Vergleiche zu den Trainingsleistungen im Jahr 2023 stimmen die Niederösterreicherin optimistisch. Nach einem Kurzaufenthalt in Wien steckt sie seit einer Woche bereits im nächsten Trainingslager in Barcelona. „Jeden Tag steht hier eine schnelle Einheit auf dem Programm“, verrät sie, dass Intervalleinheiten auf der Bahn als Solistin nicht zu ihren Lieblingstrainingseinheiten gehören. „So viele Runden, es ist mental eine große Herausforderung. Zuweilen die Hölle“, meint sie. Eine wichtige Änderung im Training betrifft den vollen Fokus auf das Lauftraining. Ausdauereinheiten auf dem Fahrrad, die Mayer früher gerne eingestreut hat, sind aussortiert.

Gute Chancen auf einen neuen ÖLV-Rekord

Ihr Trainer Vincent Vermeulen, mit dem sie mindestens täglich per Videotelefonat aus Südafrika intensiv im Kontakt war, ist bei diesem Trainingslager dabei. Die beiden legen ihren Fokus voll auf den Marathon und das winterliche Grundlagentraining für dieses Ziel, weswegen der Halbmarathon am Sonntag kein spezifisch vorbereiteter ist. „Ich bin definitiv fit, hab aber definitiv keine frischen Beine“, schraubt die ÖLV-Rekordhalterin die Erwartungshaltung zurück. „Für ein superschnelles Rennen ist das natürlich eine suboptimale Vorbereitung.“ Da Mayer über ihre Marathonleistung von Valencia nicht nur für die Olympischen Spiele, sondern auch für den EM-Halbmarathon in Rom qualifiziert ist, gibt es keinen Limitdruck. Dennoch haben der Leistungssprung mit dem Valencia Marathon nicht nur die Erwartungshaltung an sie gesteigert, sondern auch die eigenen Vorstellungen und Ansprüche. Die Halbmarathon-Bestleistung von Mayer, gleichzeitig österreichischer Rekord, steht bei einer Zeit von 1:11:13 Stunden und stammt aus dem Frühjahr 2022, als Mayer noch nicht das Leistungslevel von heute hatte. Auch wenn eine Bestleistung nach Mayers Schilderungen keine Priorität hat, wäre sie bei prognostizierten, ordentlichen Bedingungen am Sonntag keinesfalls eine Überraschung.

Vojta peilt Bestleistung an

Das Halbmarathon-EM-Limit ist bei Andreas Vojta (team2012.at) dagegen schon ein wichtiges Thema, auch wenn er mit zwei sicherlich verbesserungswürdigen Leistungen (Halbmarathon im Wiener Prater und Frankfurt Marathon) aktuell über die Weltranglisten-Quote für das 60-köpfige Teilnehmerfeld qualifiziert wäre. Das liegt bei den Männern bei einer Zeit von 1:01:40 Stunden, zwei Sekunden unter dem 16 Jahre alten ÖLV-Rekord von Günther Weidlinger. An dieser Marke möchte sich Vojta am Sonntag orientieren: „Ich fühle mich gut, blicke auf ein gelungenes Trainingslager zurück und hoffe auf eine gute Gruppe, in der ich mich wohlfühlen und die in Richtung des EM-Limits anlaufen wird.“

Der Niederösterreicher bezeichnet den Wettkampf insofern als „Experiment“, als dass er erstmals zu einem Straßenlauf direkt aus dem Höhentrainingslager angereist ist. Zweimal hat er diesbezüglich in jungen Jahren schon Erfahrungen gesammelt, einmal mit guten, einmal mit weniger guten – zur EM 2012 und zur EM 2014 reiste er direkt aus St. Moritz an. Vergleichbar sei dies mit diesem Mal nicht, nicht nur aufgrund der vielen Jahre Abstand, sondern da dieses Mal die Anreise direkt aus Kenia, „aus einer ,anderen’ Höhe“ erfolgt ist.

In Iten verbrachte Vojta zuletzt fast fünf Wochen. „Ich habe nach Plan trainiert und viele gute Trainingseinheiten gemeinsam mit europäischen Laufkollegen umgesetzt. Ich bin schon gespannt, wie sich das Trainingslager auf Sonntag auswirken wird“, so Vojta, dessen großes Frühlingsziel die Teilnahme am Linz Marathon ist, in dessen Rahmen die Österreichischen Staatsmeisterschaften ausgetragen werden.

Bauernfeind im Winter ausgebremst

Mit geringer Erwartungshaltung geht Mario Bauernfeind (KUS ÖBV Pro Team) am Sonntag an die Startlinie. Die letzten Monate wurde sein Training immer wieder von Krankheiten und andere gesundheitliche Probleme unterbrochen. „Angesichts dieser Voraussetzungen bin ich froh, wenn ich ungefähr eine Zeit von 1:05 Stunden ins Ziel bringen könnte. Der Fokus liegt darauf, dass ich nach Barcelona in einen guten Trainingsrhythmus komme und meine Form aufbauen kann“, so der 32-Jährige. Er plant wie Vojta mit einem Start beim Linz Marathon am 7. April.

Neben den beiden schnellsten heimischen Marathonläufern des abgelaufenen Jahres sind mit Bauernfeinds Vereinskollege Dominik Stadlmann und Markus Hartinger (LTV Köflach) zwei weitere gute heimische Halbmarathonläufer in Barcelona im Einsatz. Sie sind Teil eines gewaltigen Feldes von rund 28.000 angemeldeten Läuferinnen und Läufern. Damit wird der Teilnahmerekord aus dem Jahr 2020 deutlich übertroffen, der Barcelona Halbmarathon geht in diesem Jahr zum 34. Mal über die Bühne und wird wohl der größte Halbmarathon, der jemals in Spanien stattgefunden hat.

Hochklassige Elitefelder

Schnell gelaufen wird beim Barcelona Halbmarathon, ehemalige Weltrekordstrecke bei den Frauen, in der Regel auch. Das lässt spannende Rennen an der Spitze erwarten, zumal der Veranstalter mit den Kenianern Kibiwott Kandie und Ruth Chepngetich zwei Topstars eingeladen hat, die allen voran die Streckenrekorde von 58:53 Minuten bzw. 1:04:37 Stunden, beide aus dem Vorjahr, angreifen sollen. Dank Philemon Kiplimo und Mathew Kimeli bei den Männern, beide wie der kenianische Rekordhalter, der bei einer Bestleistung von 57:32 Minuten hält, mit Bestleistungen unter 59 Minuten ausgestattet, bzw. Joyciline Jepkosgei und Senbere Teferi bei den Frauen sind die Felder hochklassig besetzt. Kandie hat zuletzt den hochklassigen Valencia Halbmarathon im Oktober gewonnen.

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