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ÖLV-Athlet*innen bei U20-EM in Außenseiterrollen

Drei heimische Läuferinnen und Läufer sind bei den von Donnerstag bis Sonntag stattfindenden Junioren-Europameisterschaften in Tampere im Einsatz.
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26 österreichische Nachwuchs-Leichtathlet*innen sind gestern nach Finnland gereist, um an den kommenden Tagen an den U20-Europameisterschaften teilzunehmen. Mit Tabea Schmid und Pauline Schedler sind zwei junge Läuferinnen dabei, mit Damjan Eror ein Läufer. Die Medaillenbilanz von Jerusalem 2023 mit den Medaillen von Enzo Diessl, Kevin Kamenschak, Matthias Lasch und Sophie Kreiner wird für die diesjährige Delegation unter realistischer Erwartungshaltung nicht einmal annähernd möglich sein. Dennoch sind die Junioren-Europameisterschaften die wichtigste internationale Bühne auf dem Weg zu einer Sportkarriere in der Leichtathletik.

Zweite Junioren-EM für Schmid

Bereits die zweite U20-EM-Teilnahme absolviert Tabea Schmid (ULC Riverside Mödling). Die 19-jährige konnte vor zwei Jahren in Jerusalem ihren Wettkampf nicht beenden. In Tampere startete sie im 3.000m-Lauf. Ihre persönliche Bestleistung lief sie Ende April in der Südstadt in 9:38,46 Minuten, damals unterstützt von Vereinskollegin und ÖLV-Rekordhalterin Lena Millonig, die sich als Tempomacherin zur Verfügung stellte. Seither startete Schmid in Wettkämpfen nur noch auf kürzeren Distanzen, unter anderem bei den U23-Meisterschaften in Graz, wo sie die Bronzemedaille gewann. Im Winter gelang ihr in der Halle die Silbermedaille bei den Staatsmeisterschaften hinter Caroline Bredlinger.

Mit diesen Vorleistungen ist Schmid, vor zwei Jahren Achte beim EYOF, in Tampere allerdings nur Außenseiterin. Die Auslosung für die am Freitagmittag stattfindenden Vorläufe im 3.000m-Lauf ist noch nicht erfolgt. Angeführt wird das Feld von der haushohen Gold-Favoritin Innes Fitzgerald aus Großbritannien, neue Junioren-Europarekordhalterin im 5.000m-Lauf. Über die längere Distanz verfügt die 19-jährige Britin gar eine um 1:16 Minuten bessere Bestleistung als die nächstschnellste Gemeldete!

RunUp.eu-Tipp: Die U20-Europameisterschaften sind im Livestream über Eurovision Sport kostenlos verfügbar. Eine Anmeldung ist notwendig.


Auftakt mit Pauline Schedler

Pauline Schedler (TS Egg) blickt auf eine gelungene Saison zurück, in der sie ihre Bestzeit im 1.500m-Lauf im Vergleich zur Vorsaison überdeutlich auf eine Zeit von 4:22,06 Minuten verbessern konnte – ein neuer Vorarlberger Landesrekord in der Allgemeinen Klasse. Diese Leistung gelang ihr vor rund zwei Wochen beim Internationalen Abendsportfest im deutschen Pfungstadt. Auch im 800m-Lauf gelangen große Fortschritte mit zwei Leistungen unter 2:10 Stunden im Spätfrühling.

Ihr Vorlauf steht bereits am morgigen Donnerstag um 18:45 Uhr auf dem Programm. Mit einem guten Lauf sind ein vierter Platz, der für einen Aufstieg ins Finale reicht, bzw. eine Final-Qualifikation über die Zeitregel durchaus im Bereich des Möglichen. Klare Favoritin ist Lyla Belshaw aus Großbritannien, die eine Bestleistung von 4:09,13 Minuten mitbringt. Über eine ähnliche Qualität verfügt Carmen Cernjul aus Schweden, die im zweiten von zwei Vorläufen gelistet ist.

Schwierige Aufgabe für Eror

Am Samstag ist Damjan Eror (LAC Waidhofen/Ybbs) im 3.000m-Hindernislauf der Burschen (Vorlauf) im Einsatz. Für den Niederösterreicher wird das Ziel, in den Endlauf zu kommen, ein schwierig zu erreichendes, angesichts der Vorleistungen der Kontrahenten.

Eror, in diesem Jahr Vize-Staatsmeister im 3.000m-Hindernislauf, lief vor gut einem Monat bei einem Meeting in Novo Mesto in Slowenien seine persönliche Bestleistung von 9:13,22 Minuten, zwei Wochen später belegte er bei den Balkan U20 Meisterschaften in Craiova in Rumänien Platz vier.

Die Junioren-Europameisterschaften

Knapp 1.300 Leichtathlet*innen im Alter von 16 bis 19 Jahren aus 48 europäischen Mitgliedsverbänden kämpfen in den kommenden Tagen bei den U20-Europameisterschaften in 44 Disziplinen um Gold, Silber und Bronze. Es ist bereits die 28. Auflage dieser Titelkämpfe, Finnland und Tampere sind zum zweiten Mal Gastgeber dieser Titelkämpfe.

Vor 22 Jahren war der Event im Ratina Stadion noch deutlich kleiner, der spätere Olympiasieger Nelson Evora aus Portugal gewann damals den Weit- und Dreisprung, die Bulgarin Iwet Lalowa, später Europameisterin, holte das Sprint-Double. Österreichs Leichtathletik erinnert sich ob des desolaten Abschneidens damals ohne einen einzigen Top-Acht-Platz wohl nicht gern an Tampere 2003.

Die Finnen sind erfahrene Veranstalter internationaler Nachwuchsmeisterschaften, denn 2013 richtete die in der südlichen Region liegende Stadt mit knapp 250.000 Einwohnern die U23-EM aus, damals mit Lukas Weißhaidinger und Ivona Dadic am Start. 2018 war sie Gastgeberin der Junioren-Weltmeisterschaften, als die heutigen Weltstars Armand Duplantis und Jakob Ingebrigtsen teilnahmen.

Das 2016 renovierte und 2025 mit einem neuen Mondo-Tartanbelag ausgestattete Ratina Stadion bietet rund 17.000 Zuschauer*innen Platz. Die Wetterprognose kündigt wechselhaftes Wetter mit zeitweise hoher Regenwahrscheinlichkeit und gedämpften Sommertemperaturen an.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © European Athletics

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