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Am kommenden Wochenende treten Europas Nationalteam bei der Team-EM gegeneinander an. Das Wettkampfformat mit seinem Punktesystem verspricht Spannung. Während Italien als Favorit auf den Titel in die Team-EM der 1. Division in Madrid geht, kämpft Österreich in der 2. Division in Maribor um den Klassenerhalt.
Österreich ist Aufsteiger in die 2. Division und naturgemäß daher nicht in einer Favoritenrolle für die vordersten Plätze. Das Wettkampfformat sieht vor, dass die besten Drei in die 1. Division aufsteigen. Die letzten Drei müssen in zwei Jahren in der 3. Division starten. Die im Aufwind befindliche österreichische Leichtathletik hat in einigen Disziplinen gute Chancen, viele Punkte zu sammeln – etliche gute Leistungen in den letzten Wochen sind Vorboten dafür. Andere Nationen dürften in der Dichte allerdings stärker besetzt sein als die rot-weiß-rote Delegation und punkten möglicherweise konstanter, ein gewichtiger Aspekt bei Team-Europameisterschaften.
ÖLV-Sportkoordinatorin Beate Taylor ist optimistisch, dass der Verbleib in der 2. Division gelingt: „Wir haben in den letzten Wochen und vor allem Tagen beobachtet, wie sich unsere Athleten in ihren Disziplinen gesteigert haben. Es wurden viele Bestleistungen erzielt. Wir sind überzeugt, ein starkes Team nach Maribor zu entsenden. Dazu sind sich auch einige Podiumsplätze in Einzelbewerben möglich.“
Je 16 Athlet*innen und Athleten treten in 18 Disziplinen pro Geschlecht für ihre Nation gegeneinander an, dazu kommt eine 4x400m Mixed-Staffel. Der Sieger bzw. die Siegerin erhält 16 Punkte, die weiteren Platzierungen in simpler Abstufung 15 bis letztlich 1 Punkt für den Letzten bzw. die Letzte.
Austragungsort ist das Poljane-Stadion, welches für das European Youth Olympic Festival 2023 komplett renoviert und ausgebaut wurde.
Angeführt wird das Nationalteam von den beiden Hürdensprint-Assen Enzo Diessl (SU Leibnitz) und Karin Strametz (beide SU Leibniz), die zuletzt beim World Athletics Continental Tour Meeting der Stufe Gold in Ostrava überzeugen konnten, Speerwurf-Europameisterin Victoria Hudson (SVS Leichtathletik), Diskuswurf-Dauerbrenner Lukas Weißhaidinger (ÖTB LA OÖ) und Neo-sub-2-Minuten-Läuferin Caroline Bredlinger (LT Bgld Eisenstadt) im 800m-Lauf.
Die Läufer*innen dürften für einige wichtige Punkte sorgen. In allen Entscheidungen bei den Frauen, neben Bredlinger sind das Lotte Seiler (KSV alutechnik, 1.500m), Lena Millonig (ULC Riverside Mödling, 3.000m-Hindernislauf) und Carina Reicht (OMNiBiOTiC POWERTEAM, 5.000m), sind vordere Platzierungen denkbar. Bei den Männern könnte Andreas Vojta (team2012.at) seine Routine ausschöpfen. Ganz aus dem Vollen kann der ÖLV bei den Läufern nicht schöpfen: ÖLV-Rekordhalter Raphael Pallitsch fehlt im 1.500m-Lauf, Hindernisläufer Tobias Rattinger (LAC Amateure Steyr) hat seine Saison noch nicht begonnen und Staatsmeister Sebastian Frey (DSG Wien) verzichtet im 5.000m-Lauf.
Bredlinger steht nach ihren Top-Leistungen in Wien und St. Pölten vor einem spannenden Wettkampf, denn in ihrer Disziplin gibt es starke Kontrahentinnen. Favorisiert ist die ehemalige WM-Finalistin Anita Horvat in den Farben des Gastgebers, dazukommen Sophie O’Sullivan, Tochter der irischen Lauflegende Sonia, die Skandinavierinnen Pernille Carlsen Antonsen und Annemarie Nissen, die wie die Österreicherin einen großen Sprung gemacht haben, und die talentierte Türkin Dilek Kocak. Allesamt haben ein ähnliches Leistungsniveau wie Bredlinger in den letzten Wochen nachgewiesen.
Millonig ist laut Meldeliste die Nummer fünf in ihrem Wettkampf, der angeführt wird von der erfahrenen Israelin Adva Cohen. Im 5.000m-Lauf der Frauen wird Lokalmatadorin Klara Lukan von der Belgier Jana van Lendt und von der Litauerin Agate Caune herausgefordert.
Prominenteste Läufer bei der Team-EM der 2. Division sind der gegenwärtig stark laufende kroatische 800m-Rekordhalter Marino Bloudek, der neue belgische Rekordhalter im 1.500m-Lauf, Ruben Verheyden, und der Ire Brian Fay im 5.000m-Lauf.
Die 16 besten Nationalteams in Europa treten in Madrid zum sportlichen Vergleich gegeneinander an, wobei sich das Wettkampfprogramm auf vier Tage streckt und mit den Stabhochsprungbewerben in der Innenstadt bereits begonnen hat. Als Titelverteidiger geht das italienische Team ins Rennen. Neben Gastgeber Spanien gehören auch Polen, Deutschland, Großbritannien und Frankreich zu den traditionellen Aspiranten auf die vorderen Gesamtplatzierungen. Der DLV gibt einen Stockerlplatz als Zielsetzung aus. Der Schweizer Leichtathletik-Verband (Swiss Athletics) hat den Klassenerhalt klar im Blick und gibt das Ziel aus, den zwölften Platz von 2023 zu übertreffen. Mit Audrey Werro und Dominic Lobalu kann die Schweiz auf ihre besten Läufer zurückgreifen.
Über die Qualität des Wochenendes in Madrid ist EA-Präsident Dobromir Karamarinov glücklich: „Wir haben 15 Europameister und drei Olympiasieger als Stars am Start. Dazu macht der Teamgedanke diesen Event besonders!“ Bereits über die Bühne gegangen ist die Team-EM der 3. Division. Island, Luxemburg und Bosnien Herzegowina haben sich Mitte der Woche den Aufstieg in die 2. Division gesichert – potenzielle Konkurrenten des ÖLV-Teams 2027.
European Athletics hat die Leichtathletik Team-Europameisterschaft 2009 ins Leben gerufen, damals mit der Bezeichnung Europacup. Erst fand die Team-EM in jedem nicht-olympischen Jahr statt, seit 2015 zweijährlich. Nach einer Umstrukturierung bestehen die Ligen aus 16 Nationalteams. Bisher haben nur vier Nationalteams den Titel gewonnen: Russland (4x), Deutschland (3x), Polen (2x) und Italien.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © ÖLV / Alfred Nevsimal. Caroline Bredlinger bei der Track Night Vienna