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Österreichischer Frauenlauf begeistert im Wiener Prater

Am gestrigen Sonntag war der Wiener Prater fest in Läuferinnenhand. Hochwertiger Spitzensport und kollektive Freude am Freizeitsport begeisterten gleichermaßen.
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Spitzensportlich stand der 38. ASICS Österreichischer Frauenlauf ganz im Zeichen der neuen Streckenrekorde durch Purity Gitonga über 5 Kilometer und Julia Mayer über 10 Kilometer. Der Österreichische Frauenlauf begeisterte mit bester Stimmung, mehr Teilnehmerinnen als in den letzten Jahren und dem Motto „Here for more“.

Purity Gitonga war gekommen, um den Streckenrekord im Elitelauf des Österreichischen Frauenlauf zu verbessern. Sie verließ den Wiener Prater mit einer Leistung von 14:41 Minuten am gestrigen Tag entsprechend glücklich. „Dieser Rekord bedeutet mir sehr viel. Ich bin stolz, dass ich das erreicht habe, was ich mir vorgenommen habe“, sagte die 29-Jährige aus dem kenianisch-österreichischen Laufteam run2gether im ORF-Interview. Die Kenianerin unterbot den Streckenrekord ihrer Landsfrau Gladys Chepkurui aus dem Jahr 2021 um neun Sekunden.

38. ASICS Österreichischer Frauenlauf

Im Alleingang zum Streckenrekord

Bereits im Vorfeld hatte Gitonga den Österreichischen Frauenlauf, bei dem sie vor drei Jahren Zweite war, als ihren „absoluten Lieblingslauf“ bezeichnet: „Es ist einzigartig, weil hier nur Frauen am Start sind!“ Den anderen schenkte sie im Wettkampf aber keine Beachtung, lief in hohem Tempo los und war bereits nach wenigen Schritten alleine an der Spitze. „Ich konnte ihr Tempo nicht mitgehen – es war einfach zu schnell“, erklärte die zweitplatzierte Taylor Werner aus den USA später.

© Agentur Diener / Martin Hörmandinger

Bei sehr guten Laufbedingungen endete die One-Women-Show der Kenianerin nach 14:41 Minuten, eine persönliche Bestleistung um 18 Sekunden. „Es war schon hart, weil ich es einfach nicht gewohnt bin, fünf Kilometer auf diesem Niveau alleine durchlaufen zu müssen“, so die Siegerin.

Einer der Top-Frauenläufe der Welt

Unter Langzeitveranstalterin Ilse Dippmann entwickelte sich der ASICS Österreichischer Frauenlauf zu den Vorzeige-Frauenläufen auf der Welt. In der bereits 38. Auflage knackte die Veranstaltung erstmals nach der Pandemie-Unterbrechung wieder die Marke von 30.000 Anmeldungen, registriert wurden exakt 31.113 Anmeldungen – die Bewerbe über fünf und zehn Kilometer für Läuferinnen und Walkerinnen waren frühzeitig ausgebucht. Im Feld der Teilnehmerinnen befanden sich 87 verschiedene Nationalitäten und dank der Einbindung von 131 Schulen gleich 6.217 Mädchen im Alter von unter 18 Jahren. „Uns geht es nicht nur ums Laufen. Es geht darum, Mädchen zu zeigen: Du darfst dir etwas zutrauen. Du darfst ambitioniert sein. Du darfst sichtbar sein“, betont Dippmann.

© Agentur Diener

Ein Großteil der Teilnehmerinnen trat im Flider-Shirt des Hauptsponsors ein und gestaltete im Grün des Praters ein optisch wundervolles Bild der Bewegung auf Österreichs wichtigster Laufstraße. Optimiert wurde das Lauferlebnis von etlichen Musik- und Unterhaltungspunkte, viele Tausende Zuschauer sorgten für Begeisterung auch vom Streckenrand.

Redlinger knapp am Stockerl vorbei

Hinter Gitonga entwickelte sich ein spannender Dreikampf um den zweiten Platz, in dem auch Österreichs Beste, Lisa Redlinger (TS Lustenau), kräftig mitmischte. Die 23-Jährige, die beim Vienna 5K am Vortag des Vienna City Marathon vor eineinhalb Monaten in 15:34 Minuten einen neuen österreichischen Rekord aufgestellt hatte, lag lange Zeit auf Kurs einer Verbesserung. Erst auf dem letzten Kilometer musste sie ein paar Meter Abstand zu Werner und Lisa Rooms lassen, den Rekord verpasste sie letztlich um drei Sekunden. „Klar, es wäre schön gewesen, den ÖLV-Rekord noch einmal zu verbessern“, meinte die Vorarlbergerin. „Aber ich bin trotzdem zufrieden mit meiner Leistung heute!“ Redlinger belegte den vierten Platz in der Gesamtwertung des 5km-Elitelaufs.

© Agentur Diener / Martin Hörmandinger

Die 28-jährige US-Amerikanerin Taylor Werner hat auf dieser Distanz im Stadion vor drei Jahren die Silbermedaille bei den Pan American Games gewonnen, ist abgesehen davon international aber kein bekannter Name. Sie nutzte ihren Auftritt in Wien für eine neue persönliche Bestleistung von 15:30 Minuten. Die Belgierin Rooms komplettierte in 15:34 Minuten das Stockerl. Zweitbeste Österreicherin war Cordula Lassacher (ATUS Knittelfeld) als Fünfte. Die 22-jährige Steirerin verbesserte ihre persönliche Bestleistung auf eine Zeit von 15:55 Minuten.

Ebenfalls in die Top-Ten schafften es aus heimischer Sicht Tabea Schmid (ULC Riverside Mödling) als Achte in 16:46 Minuten sowie Sandra Schauer (Union St. Pölten) in 16:48 Minuten als Neunte.

Purity Gitonga. © RunUp
Cordula Lassacher. © RunUp
Ergebnis 5km-Elitelauf Österreichischer Frauenlauf 2026
1. Purity Gitonga (Kenia) 14:41 Minuten
2. Taylor Werner (USA) 15:30 Minuten
3. Lisa Rooms (Belgien) 15:34 Minuten
4. Lisa Redlinger (Österreich) 15:37 Minuten
5. Cordula Lassacher (Österreich) 15:55 Minuten
6. Svenja Pingpank (Deutschland) 15:59 Minuten
7. Mariia Mazurenko (Ukraine) 16:06 Minuten
8. Tabea Schmid (Österreich) 16:46 Minuten
9. Sandra Schauer (Österreich) 16:48 Minuten
10. Jenka Wittevrongel (Belgien) 16:50 Minuten
11. Nicole Bauer (Österreich) 16:52 Minuten
12. Ella Hagen (Österreich) 16:53 Minuten
13. Agata Strausa (Lettland) 16:58 Minuten
14. Katharina Kiesenhofer (Österreich) 16:58 Minuten
15. Katharina Stöger (Österreich) 17:00 Minuten
16. Stefanie Kurath (Österreich) 17:11 Minuten
17. Sandrina Illes (Östereich) 17:14 Minuten
18. Julia Bruhn (Deutschland) 17:16 Minuten
19. Joleen Gedwart (Deutschland) 17:32 Minuten
20. Katharina Böck (Österreich) 17:37 Minuten

Mayer erstmals 10km-Siegerin

Im 10km-Lauf am späteren Vormittag bei nun steigenden Temperaturen und höher stehender Sonne hatte Julia Mayer (DSG Wien), im Kampf um den Sieg ohne Konkurrenz auf ihrem Niveau, vier Kilometer lang Unterstützung durch die deutsche Marathonläuferin Katharina Steinruck. Etwas mehr als die zweite Streckenhälfte musste sie alleine bewältigten und finishte das Rennen nach 33:34 Minuten. Damit löschte die Marathon-Spezialistin den 23 Jahre alten Streckenrekord von Dagmar Rabensteiner aus den Geschichtsbüchern.

© RunUp

Die mehrfache ÖLV-Rekordhalterin auf verschiedenen Distanzen zeigte sich mit ihrer Leistung zufrieden. „Klar, wenn ich mich spezifisch auf einen 10km-Lauf vorbereiten würde, würde ich gerne etwas schneller laufen. Dafür, dass ich diesen Wettkampf mitten aus dem Marathon-Training heraus gemacht habe, ist die Zeit bei diesen warmen Temperaturen hervorragend“, zog sie im Interview mit den ORF ein positives Fazit.

Die 33-Jährige siegte mit 1:19 Minuten Vorsprung auf die Südtirolerin Lia Patscheider, Dritte wurde die Slowakin Renata Klamova in 36:26 Minuten. Im 10km-Lauf waren auch am Tag nach dem Event in den offiziellen Ergebnislisten nur Nettozeiten verfügbar – im Gegensatz zum 5km-Elitelauf. Nie zuvor haben so viele Läuferinnen und Walkerinnen den 10km-Lauf beim Österreichischen Frauenlauf bestritten (7.230 Anmeldungen).

Ein großes Miteinander

Bei bester Stimmung feierten über 30.000 angemeldete Läuferinnen und Walkerinnen sowie Tausende Zuschauer:innen unter dem Motto „Here for more“ ein tolles Lauffest. „Dieses starke Gefühl der Energie, der Gemeinschaft und des Empowerments ist fantastisch“, sprach Veranstalterin Ilse Dippmann im ORF-Interview von einem „großartgen Tag“!

© RunUp

Berliner Frauenlauf

Vor zwei Wochen haben 12.500 Frauen und Mädchen beim VITAMIN WELL Frauenlauf im Berliner Tiergarten teilgenommen. Prominenteste Teilnehmerin war Esther Pfeiffer, die in 35:07 Minuten den 10km-Lauf gewinnen konnte. Ebenfalls mit am Start war die deutsche Marathon-Legende Uta Pippig, die in den 90er-Jahren je dreimal den Berlin Marathon und den Boston Marathon gewonnen hat.

Autor: Thomas Kofler
Bilder: © Agentur Diener, RunUp

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