Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter


Raphael Pallitsch hat den Internationalen Raiffeisen Silvesterlauf in Peuerbach als Zweiter hinter dem nun Dreifachsieger Florian Bremm aus Deutschland abgeschlossen. Die weiteren Österreicher im Rennen hatten keine Chance auf einen Stockerlplatz. Beim Silvesterlauf BOclassic wurde Lokalmatadorin Nadia Battocletti ihrer Favoritenrolle gerecht, Yomif Kejelcha pulverisierte den Streckenrekord.
Nicht nur der neue Anmelderekord von 1.194 Registrierungen und die bewährt herausragende Stimmung in Peuerbach trotz Tageshöchsttemperaturen deutlich unter Null ließ dem Veranstalterteam um Carsten Eich ein positives Fazit der 43. Auflage des Traditionsevents ziehen, sondern auch das sportliche Abschneiden der heimischen Top-Athleten. Raphael Pallitsch (Union St. Pölten), bei der Wahl zu Österreichs Leichtathleten des Jahres 2025 Dritter hinter Hürdensprinter Enzo Diessl und Dreispringer Endiorass Kingley, lief bei seinem Peuerbach-Debüt nach 19:20 Minuten als Zweiter ins Ziel und sorgte damit für das beste österreichische Resultat beim Internationalen Raiffeisen Silvesterlauf seit dem letzten Sieg von Rekordchampion Günther Weidlinger im Jahr 2008.
Und das, obwohl die Distanz von 6,8 Kilometern für Pallitsch als Mittelstrecken-Spezialist ziemlich lang war. Dafür war die Freude nach dem Rennen, für das er eher untypischerweise ein Minusgrad-Outfit gewählt hat, umso größer: „Ich hab schon viel von der Stimmung in Peuerbach gehört. Aber das live zu erleben war einfach sensationell!“

Schneller als der 36-jährige Österreicher war lediglich Florian Bremm, der in der fünften von acht Runden die Initiative übernahm und in einer Zeit von 19:10 Minuten seinen dritten Peuerbach-Erfolg in Serie feierte – und das in klarer Überlegenheit. Sein Landsmann Robin Müller verlor den Endspurt gegen Pallitsch knapp.
Mit Platz fünf konnte auch Andreas Vojta (team2012.at) aufzeigen und damit ein verkorkstes Wettkampfjahr mit dem missglückten Valencia Marathon nur rund vier Wochen zuvor mit einem guten Ergebnis abschließen. Seine Zeit lautete 19:23 Minuten. Die jungen Sebastian Frey (DSG Wien), Kevin Kamenschak (ATSV Linz LA) und Timo Hinterndorfer (DSG Wien) erreichten die Ziellinie auf den Positionen sieben bis neun. Der zweifache Sieger und Streckenrekordhalter Elzan Bibic aus Serbien gab auf.
Bei den Frauen war wie im Vorjahr Lotte Seiler (KSV Alutechnik) die beste Österreicherin. Die 31-Jährige finishte die 5,1 Kilometer lange Distanz in einer Zeit von 16:43 Minuten auf dem sechsten Platz. Der Sieg ging erstmals an Marusa Mismas-Zrimsek, die in einer Zeit von 15:47 Minuten den Dreikampf um den Sieg gegen Celestine Jepkosgei aus Kenia und Elena Burkard aus Deutschland gewann. Die Hindernislauf-Spezialistin aus Slowenien absolvierte ihren dritten Wettkampf, alle im Straßenlauf, nach einer Mutterschaftspause. Ihr Sohn wird im März ein Jahr alt. Die 33-jährige Deutsche hatte im Vorjahr gewonnen und dabei für den ersten europäischen Sieg seit über einem Jahrzehnt in Peuerbach gesorgt.
Burkards Landsfrau und Marathon-Spezialistin Domenika Mayer wurde Vierte. Als zweite Österreicherin erzielte Katharina Pesendorfer (SVS Leichtathletik) eine Top-Ten-Platzierung.

Österreichs Nummer eins in der Laufszene, Julia Mayer (DSG Wien), fehlte dieses Mal in Peuerbach und nahm parallel anstatt dessen am Silvesterlauf in Wien teil. Auf der 5,35 Kilometer langen Strecke rund um den Ring lief die 32-Jährige, bei der Wahl zur Leichtathletin des Jahres 2025 Zweite hinter Speerwerferin Victoria Hudson, gut drei Wochen nach dem Valencia Marathon mit einer Zeit von 17:48 Minuten ins Ziel. Bei den Männern war Mario Bauernfeind (ÖBV Pro Team) in 15:31 Minuten der Schnellste.
Temperaturen rund um den Gefrierpunkt trotz strahlendem Sonnenschein wirkten bei der 51. Auflage des BOclassic nicht sehr einladend für sportliche Topleistungen. Dennoch gelang dem Topstar der Veranstaltung, Yomif Kejelcha, ein neuer Streckenrekord. Der Äthiopier, der zu den schnellsten Läufern der Gegenwart gehört und nach der WM 2025 in Tokio endgültig auf die Straßenlauf-Distanzen gewechselt ist, beendete die acht Runden bzw. 10 Kilometer auf dem winkligen Rundkurs durch die Bozner Altstadt in einer Zeit von 27:42 Minuten.
„Das war ein starkes Rennen, ich bin sehr glücklich“, rekapitulierte der 28-Jährige. Besonders beeindruckte die zweite Rennhälfte in einer Teilzeit von 13:33 Minuten. Dank dieser Steigerung war er gleich um 17 Sekunden schneller als Telahun Bekele, der im Vorjahr bei deutlich wärmeren Temperaturen einen Streckenrekord gelaufen ist. Der Vorjahressieger lieferte seinem Landsmann ein spannendes Duell und schloss anfangs der Schlussrunde eine größere Lücke, die in der sechsten von acht Runden aufgegangen war. Auf den letzten Metern war Kejelcha der Bessere, Bekele wurde in 27:47 Minuten Zweiter, Lokalmatador Yemaneberhan Crippa komplettierte in 27:57 Stunden ein sehr leistungsstarkes Stockerl. Auf den ersten Heimsieg in Bozen muss der Trentiner weiterhin warten: „Dieses Mal waren die Rivalen deutlich stärker als in den letzten Jahren.“


Bei den Frauen war Lokalmatadorin und Europarekordhalterin Nadia Battocletti neuerlich unangefochten. Einen Tag, nachdem sie an der Universität in Trento ihre Abschlussprüfung in Bauingenieurwesen und Architektur abgelegt hatte, dominierte die nur einen Steinwurf von Bozen entfernt in der Nachbarprovinz Trento aufgewachsene 25-Jährige den auf sie zugeschnittenen Wettkampf nach Belieben und „taktierte“ sich in deutlicher Überlegenheit zum Sieg in 15:51 Minuten. Ihre Landsfrau Federica Del Buono gewann das Duell um Platz zwei gegen die Äthiopierin Ksanet Alem und hatte auf der Ziellinie am Waltherplatz 13 Sekunden Rückstand auf die Siegerin, die zum dritten Mal in Folge gewann. „Es ist immer wunderschön, vor den Augen meiner Familie, meinen Freunden und meines Fanclubs zu gewinnen. Es gibt keinen besseren Jahresabschluss!“, sagte Battocletti.
Wenige Tage vor ihrem Start beim BOclassic wurde die Italienerin zur Ehrenbürgerin ihrer Heimatgemeinde Cavareno ernannt. Die amtierende Europameisterin in vier Disziplinen plant erstmals eine Teilnahme am Hallen-Saisonhöhepunkt, den Weltmeisterschaften in Polen vom 20. bis 22. März.

🇧🇷 Ein ganz besonderes Jubiläum feierte die „Mutter aller Silvesterläufe“, die Sao Silvestre in Sao Paolo. Bei hochsommerlichen Bedingungen in der brasilianischen Metropole ging dieser Lauf zum 100. Mal über die Bühne. Die Siege gingen an den 19-jährigen Äthiopier Muse Gizachew (44:28) und Sisilia Ginoka aus Tansania (51:08). Bei der Sao Silvestre steht eine Distanz von 15 Kilometern auf dem Programm. Rund 55.000 Läufer:innen hatten sich für die Jubiläumsveranstaltung angemeldet.
🇪🇸 Der größte Silvesterlauf Europas ging auch in diesem Jahr in Madrid über die Bühne. Rund 42.000 Laufbegeisterte meldeten sich für die 61. Auflage des Events an. Auf der abschüssigen und daher nicht Bestenlisten tauglichen Strecke der San Silvestre Vallecana feierte der dreifache Halbmarathon-Weltmeister Geoffrey Kamworor aus Kenia den Sieg in einer Zeit von 27:41 Minuten. Bei den Frauen erreichte die Spanierin Marta Garcia als Erste die Ziellinie nach zehn Kilometern. Sie verzeichnete eine Zeit von 31:11 Minuten und war sieben Sekunden schneller als die Holländerin Diane van Es. Nie war eine spanische Läuferin bei diesem Event schneller.
🇪🇸 Die schnellsten 5km-Zeiten am letzten Tag des Jahres werden traditionell bei der Cursa dels Nassos in Barcelona gelaufen. Die in Spanien lebende Likina Amebaw aus Äthiopien siegte in einer Zeit von 14:23 Minuten und katapultierte sich auf Position fünf der ewigen Bestenliste in dieser Disziplin. Zweite wurde Agathe Guillemot aus Frankreich, Hallen-Europameisterin im 1.500m-Lauf, in einer Zeit von 15:04 Minuten, vor Jemma Reekie, die erstmals in einem Wettkampf so weit lief. Bei den Männern siegte José Carlos Pinto aus Portugal in einer Zeit von 13:10 Minuten vor Magnus Tuv Myhre aus Norwegen (13:13 Minuten), beide stellten damit einen neuen Landesrekord auf. Crosslauf-Europameister Thierry Ndikumwenayo musste sich als Favorit mit Platz drei in 13:22 Minuten zufrieden geben.
🇩🇪 Im Duell der beiden schnellsten deutschen Marathonläufer auf der 5km-Distanz hatte Samwel Fitwi die Nase vorne. Beim Silvesterlauf in Trier belegte der 29-Jährige in einer Zeit von 13:50 Minuten Platz acht, Amanal Petros folgte drei Sekunden später auf Platz neun. Der Sieg ging an Emil Danielsson aus Schweden, der in 13:38 Minuten einen neuen Streckenrekord aufstellte. Binnen zwei Sekunden erreichten auch Harbert Kibet aus Uganda, Pieter Sisk aus Belgien, der holländische Vorjahressieger Mike Foppen sowie der norwegische Marathonläufer Sondre Moen das Ziel. Bei den Frauen siegte Florence Niyonkuru aus Ruanda in 15:26 Minuten. Gesa Krause war in 16:19 Minuten als Sechste zweibeste Deutsche hinter Vanessa Mikitenko.
Autor: Thomas Kofler
Bilder: © Andreas Mahringer / © RunUp