Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter


Raphael Pallitsch und Caroline Bredlinger, Österreichs zwei beste Mittelstreckenläufer, haben ihr vorzeitiges Saisonende bekanntgegeben. Damit verzichten die beiden Burgenländer auch auf ein Antreten bei den Straßenlauf-Weltmeisterschaften in Kopenhagen am 19. und 20. September.
Noch Tage nach seinem Auftritt beim EM-Vorlauf im 1.500m-Lauf beschäftigte sich Raphael Pallitsch (Union St. Pölten) mit der Enttäuschung des Ausscheidens. „Ich hab’s vergeigt, weil ich physisch am Punkt da war und weil ich weiß, dass ich es kann“, erklärte er im Gespräch mit RunUp.eu. „Ich wollte wie vor zwei Jahren ins EM-Finale und daher bin ich schwer unzufrieden.“ Aufgrund der vielen Ausfälle im Saisonaufbau im Frühjahr sei der Tank auch nicht ganz voll gewesen.
Pallitsch ist ein Tüftler, ein Analytiker, aber er hinterfragt nicht alles aufgrund eines einzelnen Wettkampfs. Dem Wunsch, das suboptimale Ergebnis gleich wieder in Wettkämpfen versuchen auszumerzen, widerstand er. Viel mehr reifte die Entscheidung in ihm, die Saison mit dem Höhepunkt zu beenden. Der Start bei der Straßenlauf-WM in Kopenhagen über die Straßenmeile fällt daher flach.
Auch sein Schützling Kevin Kamenschak (ATSV Linz LA) muss auf seinen 5km-Start bei den Weltmeisterschaften in der dänischen Hauptstadt verzichten. Der Oberösterreicher leidet an einem Ödem am Fuß. „Kein großes Problem“, beschwichtigt sein Trainer Pallitsch, „aber es gehört ausgeheilt, bevor wir wieder voll angreifen.“ Die Absage der WM, nachdem der 22-Jährige die EM-Qualifikation um einen Hauch verpasst hatte, schmerze aus sportlichen Gründen: „Kevin war zuletzt im Training richtig gut drauf“, erzählt der Trainer. „Auch wenn das überzeugende Wettkampfergebnis gefehlt hat, ist ihm in diesem Sommer ein Fortschritt gelungen.“ Daran wolle man, volle Fitness vorausgesetzt, in der Vorbereitung der Crosslaufsaison anknüpfen.
Ob der 36-jährige Pallitsch, der am Wochenende seine langjährige Partnerin heiratet, seine eigene Leistungsssportkarriere noch bis Los Angeles 2028 fortsetzt, ließ er offen. „Aktuell gibt es für beide Varianten gute Gründe“, meint er. Er will eine Zeit lang in sich gehen, mit seinem Umfeld sprechen und dann seine Entscheidung der Öffentlichkeit mitteilen. Nur eines weiß er bereits: Sollte er seine Leistungssportkarriere weiterführen, wird er auf die Hallensaison im Winter verzichten.
„Ich habe tausend Tränen geweint“, schrieb Caroline Bredlinger unmittelbar nach dem Vorlauf-Aus bei der EM auf ihrem Instagram-Kanal. In den Wochen davor hatte sie mit Atemproblemen gekämpft, die im Wettkampf akut aufgetreten sind. „Ich war nicht auf dem Fitnessstand, auf dem ich sein wollte“, schrieb sie weiter. Daher wolle sie diesem Problem erst auf den Grund gehen und damit die Wettkampfsaison 2026 beenden – um im Winter wieder angreifen zu können.
Auch Bredlinger wäre für die Straßenlauf-WM in Kopenhagen vom Österreichischen Leichtathletik-Verband (ÖLV) nominiert gewesen – wie Pallitsch über die Meile.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © ÖLV / @amri.sports