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Paralympics-Siegerin Tigist Gezahagn mit Streckenrekord

Paralympics-Siegerin Tigist Gezahagn verbesserte den Streckenrekord beim Vienna City Marathon und feierte ihren dritten Marathonsieg binnen nur sechs Monaten.
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Das Frauenrennen war bis einen Kilometer vor dem Ziel von Harmonie und Gleichschritt geprägt. In einem packenden Finish bewies Tigist Gezahagn ihre Spurt-Qualitäten und entschied den Marathon mit neuem Streckenrekord von 02:20:06 vor ihrer Landsfrau Haftamnesh Tesfaye für sich. Diese blieb mit 2:20:18 ebenfalls unter der alten Streckenrekordmarke von 2:20:59. Eva Wutti schaffte als beste Österreicherin in 2:42:37 mit viel Kampf eine Top-Ten-Platzierung.

Die beiden Äthiopierinnen machten schnell klar, dass der Sieg nur über sie laufen würde. Schon nach fünf Kilometern klaffte eine deutliche Lücke von 25 Sekunden zu den Verfolgerinnen aus Kenia, die sich im weiteren Verlauf kontinuierlich vergrößerte. Im Sog ihres Pacemakers liefen Tigist Gezahagn und Haftamnesh Tesfaye im Gleichschritt ein harmonisches Rennen. Tesfaye hielt sich zumeist im Windschatten auf. Von hinten drohte keine Gefahr, die Kenianerinnen rund um Titelverteidigerin Betty Chepkemoi lieferten sich mit Respektabstand lange einen eigenen Wettkampf.

Vienna City Marathon 2026

Schrecksekunde beim U-Turn

Ein Hoppala gab es aber dann doch für das Spitzen-Duo, als Tesfaye bei der Wende beim Ernst-Happel-Stadion strauchelte und zu Boden ging. Sie konnte aber weiterlaufen und das schnelle Tempo wieder aufnehmen. Ein neuer Streckenrekord hatte sich schon längst abgezeichnet, die Durchgangszeiten bei Halbmarathon, Kilometer 25 und 30 waren vielversprechend. Der Split bei Kilometer 35 ließ sogar eine Marke deutlich unter 2:20 erhoffen.

RunUp.eu-Lesetipp: Das Rennen der Österreicher

Spurt-Qualitäten als kleiner Unterschied

Als der Pacemaker kurz vor der Ringstraße ausstieg, gestaltete sich der Zweikampf auf den letzten zwei Kilometern zu einem packenden Finish. Und hier bewies Gezahagn ihre Qualitäten. Die 26-Jährige, die seit ihrer Geburt schwer sehbeeinträchtigt ist und bereits auf große Erfolge bei den Paralympics (zwei Siege über 1.500 m) verweisen kann, erhöhte einen Kilometer vor dem Ziel mit einem kurzen Antritt das Tempo und lief schließlich noch zu einem ungefährdeten Sieg und neuem Streckenrekord bei den Frauen. Sie unterbot die bisherige VCM-Bestmarke von 2:20:59 aus dem Jahr 2022 um mehr als 50 Sekunden und lief nach 02:20:06 durchs Zielband. Für Gezahagn ist es eine neue persönliche Bestzeit, die bisher bei 02:21:14 lag. Der Sieg in Wien war ihr dritter Erfolg in den vergangenen sechs Monaten nach ihren Erfolgen in Doha 2026 und Ljubljana 2025.

Eigentlich wollte sie in ein einigen Abschnitten noch schneller laufen, wie sie nach dem Rennen verriet, Tesfaye ließ sich aber nicht darauf ein. „Wir konnten von Anfang an ein hohes Tempo gehen, dadurch hat sich ein spannendes Rennen entwickelt. Während des Rennens hatte ich Zweifel, wer von uns beiden stärker ist. Ich wusste, dass ich wahrscheinlich den besseren Sprint habe. Kurz vor dem Ziel merkte, dass sie müde war, das habe ich genützt.“

© VCM / Jenia Symonds

Sieg hat hohen Stellenwert

Ihre Sehbeeinträchtigung machte sich während des Rennens kaum bemerkt. Gezahagn verließ sich auf die akustischen Hinweise ihres Pacemakers. „Wenn es nicht ganz flach war, hatte ich ein paar Mal kleinere Probleme, bei den Richtungsänderungen musste ich aufpassen. In einer Kurve hat es ja auch Haftamnesh erwischt. Der Wind war für mich schwieriger als die Wärme, die Temperaturen haben mich nicht gestört. Ich freue mich sehr über den Streckenrekord. Es ist ein Riesenerfolg für mich, nach den Siegen bei den Paralympics auch Marathons zu gewinnen.

Tesfaye wurde in 2:20:18 Zweite und egalisierte damit ihre persönliche Bestzeit auf die Sekunde genau. Auf Rang drei klassierte sich Hellen Chepkorir mit einer Zeit von 02:23:48, die Kenianerin unterbot ihre bisherige Bestleistung um mehr als dreieinhalb Minuten.

Autor: Roland Romanik
Quelle: Vienna City Marathon
Bilder: © VCM / Roman Pfeiffer / Jenia Symonds

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