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In 75% seiner Marathonläufe lachte Albert Korir vom Stockerl, darunter gleich fünfmal beim New York City Marathon. Nun ist der 31-jährige Kenianer, der vor knapp neun Jahren den Vienna City Marathon gewonnen hat, wegen einer positiven Dopingprobe suspendiert.
Es war kühl und windig am Morgen des 23. April 2017 in Wien. Heiß wurde es nach gut zwei Stunden in der Endphase des Männerbewerbs beim Vienna City Marathon. Es waren die Augenblicke, in denen der Stern von Albert Korir aufging. Damals 23 Jahre alt, setzte sich der junge Läufer im kenianischen Duell gegen Ishmael Bushendich durch und lief nach 2:08:40 Stunden Laufzeit als Sieger des Vienna City Marathon durch die Ziellinie.
Es war gewissermaßen der Startpunkt einer beachtlichen Marathonkarriere, hinter der nun ein riesiges Fragezeichen steht. Albert Korir hat eine positive Dopingkontrolle auf die verbotene Substanz CERA abgegeben. Er wurde von der Athletics Integrity Unit (AIU), wie in solchen Fällen üblich, provisorisch suspendiert. Bestätigt sich der Fall hätte die Marathonszene einen weiteren EPO-Dopingfall aus der „Sorgennation“ Kenia, die die internationalen Dopingfälle in der Leichtathletik seit Jahren dominiert.
Es sind über 140 Sanktionen, die gegenwärtig gegen kenianische Athletinnen und Athleten aktiv sind. Damit betrifft rund jede fünfte Sanktion in Kraft die Leichtathletik-Nation Kenia. Die kenianische Tageszeitung „Daily Nation“ formulierte deutlich diplomatischer: Korir sei der erste Kenianer in diesem Jahr, der von der AIU suspendiert wurde.
Albert Korir hat laut der Statistik von World Athletics 20 Marathonläufe bestritten und nach seinem Durchbruch in Wien bemerkenswerte Erfolge erzielt. Ganze 15 Mal erreichte er eine Top-Drei-Platzierung. Zwar gehört er nicht zur Gruppe der Weltklasseläufer gemessen an der persönlichen Bestleistung, aber gemessen an seinen Ergebnissen.
Der größte Triumph seiner Laufbahn gelang im November 2021 mit dem Sensationssieg beim New York City Marathon, dem größten Marathonlauf der Welt. Beim World Marathon Major am Big Apple lief er je zwei weitere Male auf Platz zwei und Platz drei ins Ziel, darunter 2023 mit seiner aktuellen persönlichen Bestleistung von 2:06:57 Stunden, als der spätere Olympiasieger Tamirat Tola einen Streckenrekord gelaufen ist. Vor gut zwei Monaten, beim New York City Marathon 2025, war er Dritter, nur wenige Sekunden hinter dem historischen Foto-Finish zugunsten seines Landsmanns Benson Kipruto gegen Alexander Mutiso und knapp vor dem britischen Sensationsmann Patrick Dever.
Auch beim Boston lief er gleich dreimal in die Top-Sechs, dazu kommen seine beiden Siege beim Ottawa Marathon 2019 und 2025 sowie beim Houston Marathon 2019. Der Veranstalter des Ottawa Marathon 2025 hatte wenige Wochen nach dem Event laut Informationen des kanadischen Laufmagazins „Athletics Illustrated“ noch bekannt gegeben, dass alle beim Event durch die kanadische Anti-Doping-Agentur abgenommenen Dopingproben ein negatives Ergebnis aufwiesen. Gewonnen hat der Kenianer in der kanadischen Hauptstadt knapp vor dem kanadischen Lokalmatador Rory Linkletter, der damals den ersten Heimsieg seit 25 Jahren knapp verpasst hat und letztes Wochenende in Houston einen neuen kanadischen Rekord im Halbmarathon gelaufen ist (siehe RunUp.eu-Bericht).
Ein weiterer aktueller Dopingfall betrifft Mercyline Chelangat, eine Läuferin aus Uganda, die ihr Heimatland zweimal vertreten hat. Sie wurde gleich zweifach positiv getestet, was eine lange Sperre von fünf Jahren nach sich zieht. Eine davon wurde bereits vor ihrem WM-Start in Tokio im Marathon abgenommen, aber erst nach ihrem 49. Platz dort ausgewertet. In ihrem Körper wurden stereoide Hormone nachgewiesen, für deren Einnahme die 28-Jährige kein medizinische Zertifikat vorweisen konnte. Das WM-Resultat wurde nachträglich folgerichtig aus der Wertung genommen, denn auch beim WM-Marathon selbst wurde sie des Dopings überführt. Die Athletin argumentierte vergeblich mit Medikamenten, die sie wegen einer Lungenentzündung im Sommer 2025 erhalten habe.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © Stefan Schweihofer / Pixabay (Symbolfoto)