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Premiere mit 17: Lutkenhaus mit Feuerwerk US-Meister

Cooper Lutkenhaus gelang bei den US-Trials im 800m-Lauf eines der Highlights des großen internationalen Meisterschaftswochenedes nationaler Verbände.
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Cooper Lutkenhaus hat seine erste Profisaison wie geplant frühzeitig beendet –  mit einer besonderen Leistung. Der 17-jährige Shootingstar, der heuer Hallen-Weltmeister wurde und seine ersten beiden Diamond-League-Siege feierte, wobei er die Weltbesten besiegte, wurde am Wochenende mit einem erstaunlichen Auftritt US-Meister im 800m-Lauf. Einen Vorsprung von einer Sekunde gab es bei den Trials zuletzt vor zwölf Jahren.

Cooper Lutkenhaus beschleunigte 200 Meter vor dem Ziel entscheidend und degradierte die Konkurrenz im 800m-Finale der Männer bei den US-Trials in New York. In einer Zeit von 1:43,48 Minuten – die zweite Runde schneller als die erste – holte er Gold mit deutlichem Abstand zu Wes Ferguson (1:44,55) und 1.500m-Spezialist Hobbs Kessler (1:45,00).

Sieben Siege in acht Rennen

Das 17-jährige Wunderkind aus den USA blickt auf eine sehr erfolgreiche Saison zurück. In der Halle brach er den Junioren-Weltrekord (1:44,03) und wurde Weltmeister in Torun. In der Sommersaison gelangen Highlights bei den Diamond-League-Meetings in Stockholm und Oslo: In der schwedischen Hauptstadt ließ er den ehemaligen Weltmeister Marco Arop keine Chance, in der norwegischen knackte er in einem hauchzarten Duell den amtierenden Weltmeister und Olympiasieger Emmanuel Wanyonyi. Nur vier Zehntelsekunden fehlten auf den US-Rekord. Nun folgte, exakt ein Jahr nach seinem Durchbruch als Vize-Meister, der Premierentitel bei den in den USA prestigeträchtigen Trials, die 2026 allgemein darunter litten, dass in dieser Saison kein internationales Großereignis stattfindet, für das die Trials die Qualifikationsgrundlage bilden würden.

Im Interview mit der US-Laufplattform „Runner’sWorld“ zog er ein positives Fazit seiner ersten Wettkampfsaison als Profi: „Ich würde mir 9,5 von 10 Punkten geben. Das ein oder andere Ziel hätte ich noch gehabt, aber ich hab ein paar große Rennen gewonnen.“ Nach kurzen Sommerferien beginnt laut „Runner’sWorld“ in rund zwei Wochen das Schuljahr an der Northwest High School im Großraum Dallas. Die anstehenden Junioren-Weltmeisterschaften in Eugene (5.–9. August) müssen ohne ihm über die Bühne gehen – er wäre ein Star der Titelkämpfe gewesen.

Serienmeisterin Nikki Hiltz

Bereits zum vierten Mal in Folge US-Meisterin im 1.500m-Lauf sowohl in der Halle als auch im Freien wurde die favorisierte Nikki Hiltz, die sich in einem spannenden Dreikampf in einer Zeit von 4:06,92 Minuten haarscharf gegen Addy Wiley und Emily Mackay durchsetzte. Wie die US-Plattform „Let’sRun.com“ feststellte, gelangen in dieser Disziplin nur Regina Jacobs (zweimal) und Jenny Simpson bisher vier Trials-Triumphe in Folge. Ihr internationales Highlight hatte Hiltz zu Monatsbeginn gefeiert, als sie in Eugene Superstar Faith Kipyegon über die Meile besiegt hatte.

Eine Überraschung brachte der 10.000m-Lauf, wo Olympia-Medaillengewinner Grant Fisher gegen Woody Kincaid den Kürzeren zog. Emma Coburn, Weltmeisterin von 2017, wurde in ihrem ersten Meisterschaftsrennen seit drei Jahren Siebte und war beim Sieg von Lexy Halladay chancenlos auf eine Medaille. Mackay siegte im 5.000m-Lauf vor Shelby Houlihan.

Krause und Farken glänzen

Stimmungsvoll und vor mit 14.000 Zuschauer:innen ausverkauftem Haus im Lohrheidestadion von Bochum/Wattenscheid gingen die Deutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende über die Bühne. Mit einer starken Leistung holte sich Gesa Krause das Gold im 3.000m-Hindernislauf. Die zweifache WM-Medaillengewinnerin erzielte in 9:24,40 Minuten einen Meisterschaftsrekord und ließ im Kampf um die besten Plätze mit einem starken letzten Kilometer Olivia Gürth und Lea Meyer hinter sich.

In Dominanz lief Robert Farken über 1.500m zum Titel mit über drei Sekunden Vorsprung (3:35,33). Im letzten Rennen seiner Karriere mit leistungssportlichem Anspruch holte Maximilian Thorwirth im 5.000m-Lauf die Bronzemedaille hinter 3.000m-Hindernislauf-Spezialist Frederik Ruppert und Florian Bremm. „Ich hätte mit den Abschluss nicht schöner vorstellen können“, so der 31-Jährige. In Abwesenheit Rupperts gewann Karl Bebendorf trotz eines Sturzes im Mittelteil im 3.000m-Hindernislauf Gold.

Weitere wichtige Meisterschaftsergebnisse

🇨🇭 Audrey Werro hat ihre Generalprobe für die Europameisterschaften bei den Schweizer Meisterschaften in Zürich erfolgreich gestaltet. Die 22-Jährige siegte im 800m-Lauf in einer Zeit von 1:57,21 Minuten. Spannend wurde es in ihrem Rücken: Valentina Rosamilia (1:58,74) und Veronica Vancardo (1:59,11) gewannen jeweils mit Saisonbestzeit die weiteren Medaillen und setzten sich damit in der nationalen Vorausscheidung gegenüber Lore Hoffmann durch, die als Vierte Schweizerin das EM-Limit unterboten hat und am Sonntag nur Vierte wurde.

🇫🇷 In Abwesenheit der neuen nationalen Rekordhalterin Anais Bourgoin gewann Routinier Rénelle Lamote bei den französischen Meisterschaften in Albi den 800m-Titel vor Clara Libermann und Léna Kandissounon. Hallen-Europameisterin Agathe Guillemot wurde ihrer Favoritenrolle im 1.500m-Lauf genau wie Europameisterin Alice Finot im 3.000m-Hindernislauf gerecht. Auch bei den Männern wurde der amtierende Europameister Alexis Miellet französischer Meister im 3.000m-Hindernislauf, Louey Ouerrat übertrumpfte über 800m den amtierenden Europameister Gabriel Tual und Yanis Meziane.

🇮🇹/🇪🇸 Bei den italienischen Meisterschaften in Florenz gewann Nadia Battocletti die Meistertiten im 1.500m- und 5.000m-Lauf. Dasselbe Double holte Pietro Arese bei den Männern. Im 800m-Lauf festigte der neue italienische Rekordhalter Francesco Pernici seine Stellung als neue Nummer eins im Land.
Eine Überraschung gab es bei den spanischen Meisterschaften in Malaga, wo Mohamed Attaoui im 800m-Lauf David Barroso den Vortritt lassen musste. Adrian Ben gewann den 1.500m-Lauf, wo Hallen-Weltmeister Mariano Garcia Dritter wurde. Daniel Arce erfüllte seine Favoritenrolle im 3.000m-Hindernislauf.

🇮🇪 Bei den irischen Meisterschaften in Santry verbesserte Sophie O’Sulliivan den seit 1995 bestehenden Meisterschaftsrekord ihrer berühmten Mutter Sonia im 1.500m-Lauf. Irlands hoffnungsvollster EM-Teilnehmer auf den Laufdistanzen, der WM-Vierte im 800m-Lauf Cian McPhillips, gewann auf seiner Paradestrecke souverän.

🇪🇺 Mitte Juli fanden im italienischen Rieti die Europameisterschaften der Altersklasse U18 statt – die erste große Bühne für die europäischen Talente. Das 18-köpfige österreichische Nachwuchsnationalteam überzeugte mit teils starken Leistungen, darunter gleich drei Medaillen.
Eine davon gewann die junge burgenländische Läuferin Magda Karall (LT Bgld Eisenstadt) im 800m-Lauf. Sie erreichte in einer Zeit von 2:05,88 Minuten, ein deutlicher neuer ÖLV-U18-Rekord, Rang zwei hinter dem slowenischen Toptalent Ziva Remic. „Es war ein sensationelles Rennen von ihr. Magda hat grundsätzlich alles so umgesetzt, wie wir es besprochen haben. Ich bin sehr stolz auf sie!“, lobte sie Trainerin Ursula Bredlinger, Mutter und Trainerin von 800m-EM-Teilnehmerin Caroline.
Sebastian Kofler (LC Villach) erreichte im 800m-Lauf der Burschen das Halbfinale. Jonas Mesi (SU IGLA long life, 800m) und Daniel Schaufler (LAC Waidhofen/Ybbs, 2.000m Hindernis) blieben im Vorlauf hängen.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © Thomas Windestad for Diamond League AG – Cooper Lutkenhaus beim Sieg über Emmanuel Wanyonyi im Rahmen der Bislett Games in Oslo.

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