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Rekord-Wochenende für Mayer und Hinterndorfer

Mit einem neuen ÖLV-Rekord im 10km-Lauf der Frauen hat Julia Mayer am Freitagabend ein ereignisreiches Wochenende für den heimischen Laufsport eröffnet.
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Mit einem neuen ÖLV-Rekord im 10km-Lauf der Frauen hat Julia Mayer am Freitagabend ein ereignisreiches Wochenende für den heimischen Laufsport eröffnet. Im Schatten der ÖLV-Staatsmeisterschaften gelang Timo Hinterndorfer beim Linz Marathon über die Halbmarathon-Distanz die rot-weiß-rote Leistung des Tages.

32:28 Minuten – so lautet seit Freitagabend der neue österreichische Rekord im 10km-Straßenlauf. Julia Mayer (DSG Wien) erzielte bei einem 10km-Lauf im Vorprogramm des Paris Marathon, der von ihrem Ausrüster asics hauptgesponsert wurde, Rang sechs. Sie blieb damit um 21 Sekunden unter ihrer Leistung bei einem 10km-Lauf im kroatischen Karlovac im Sommer 2022 bzw. 26 Sekunden unter ihrer Leistung beim Vienna 10K im Rahmen des Vienna City Marathon 2021.

„Richtig happy“

Für Mayer, die sich sehr über ihre Leistung freute, hat die Zeit von 32:28 Minuten einen hohen Wert, weil sie sie mitten aus dem Marathon-Training für den VCM heraus erzielt hat. „Mein Ziel war, die zehn Kilometer so schnell wie möglich zu absolvieren, um eine Ausdauerbelastung hinblicklich des Vienna City Marathon zu bekommen. Wir wissen, dass genau so eine Herangehensweise mir gut tut. Aber ich war unglaublich nervös, weil ich davor ja nichts Spezifisches für einen 10km-Lauf trainiert habe. Als ich gemerkt habe, wie gut ich nach sechs Kilometern noch im Rennen lag, hat es mir irrsinnig getaugt und ich bin richtig happy mit dieser Leistung“, erzählt die 31-Jährige im Gespräch mit RunUp.eu.

Aufgrund der regennassen Strecke und zweier enger Kurven war der Wettkampf kein leichter. Umso größer ist das Selbstvertrauen, das Österreichs Top-Läuferin aus ihm mitnimmt. „Es war mir ein wichtiges Anliegen, meine Leistungen im 5km- und 10km-Lauf noch zu steigern. Dass mir das jetzt aus dem Marathon-Training gelungen ist, zeigt mir, dass ich richtig gut in Form bin“, blickt sie optimistisch in die nahe Zukunft, die in knapp zwei Wochen mit dem Vienna City Marathon das erste Jahreshighlight für sie bringt. „Ich freue mich riesig und möchte den Marathon, die Kulisse und die vielen Tausend Zuschauer*innen in Wien so gut wie möglich genießen. Aber natürlich will ich genauso so weit vorne wie möglich im Ranking landen!“

Erfahrungswerte für Olympia

Die Reise in die „Stadt der Liebe“ hatte für Mayer noch einen zweiten großen Nutzen neben dem gelungenen Wettkampf als Einstimmer für den Vienna City Marathon. Tags darauf besichtigte sie mit anderen Athlet*innen die Olympische Strecke, auf der es im Sommer zur Sache gehen wird – Mayer ist bekanntlich mit ihrer Marathon-Bestleistung von 2:26:43 Stunden vom Valencia Marathon 2023 fix qualifiziert. So wurde sie auch Zeugin von der anspruchsvollen Passage hinauf zum Schloss Versailles und ist sich sicher, dass diese zur Besonderheit werden wird. „Die Strecke besichtigt zu haben, ist bei diesem Kurs definitive ein Vorteil!“, ist sie überzeugt.

Top-Leistungen unter 30 Minuten

Den Wettkampf in Paris nutzten auch andere Läuferinnen für Spitzenleistungen. Siegerin Likina Amebaw, bisher bekannt als starke Crossläuferin, siegte in einer Zeit von 29:56 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung auf Loice Chemnung. Um das einzuordnen: Die Äthiopierin und die Kenianerin sind die Läuferinnen Nummer 15 und 16, die in der Geschichte der Leichtathletik einen 10km-Lauf unter 30 Minuten absolviert haben. Für die zweite europäische Topleistung neben jener Mayers sorgte die Italienerin Nadia Battocletti, die den eben erst vor drei Wochen aufgestellten nationalen Rekord von Federica Del Buono um 22 Sekunden auf eine Zeit von 31:19 Minuten drückte.

Bestleistung für Hinterndorfer in Linz

Eineinhalb Tage später gelang Timo Hinterndorfer (DSG Wien) als Sieger des LAT Nitrogen Halbmarathon in Linz eine beachtliche Leistung. Mit einer Zeit von 1:03:25 Stunden verbesserte er seine eigene Bestleistung – und gleichbedeutend damit den ÖLV-Rekord der Altersklasse U23 – um 44 Sekunden. „Ich bin sehr zufrieden, es ist trotz der Hitze und der damit verbundenen, höheren Anstrengung eine deutliche Verbesserung für mich“, freute sich der 19-Jährige im Zielraum des Linz Marathon im Gespräch mit RunUp.eu. In der heimischen Bestenliste liegt der talentierte Läufer aus Wien nun hinter Günther Weidlinger, Andreas Vojta, Timon Theuer, Michael Buchleitner und Peter Herzog auf Platz sechs.

Noch vor einer Woche hatte Hinterndorfer beim Paderborner Osterlauf den ÖLV-Rekord in der Altersklasse U23 über zehn Kilometer auf eine Zeit von 29:34 Minuten verbessert, womit er fünf Sekunden schneller lief als im vergangenen Jahr bei den Österreichischen Meisterschaften in Salzburg. Während ihn der Auftritt in Paderborn nicht ganz glücklich stimmte, war er mit dem Halbmarathon in Linz angesichts der hohen Temperaturen sehr zufrieden. Mit der Marathon-Spitze, die eine Halbmarathon-Durchgangszeit in knapp über 1:03 Stunden anstrebte, fand der 19-Jährige ideale Voraussetzungen, die ihn kurzfristig zur Entscheidung kommen ließen, seinen Startplatz beim Berliner Halbmarathon nicht wahrzunehmen und stattdessen in Linz zu laufen.

Für den leisen Traum eines Startplatzes bei den Europameisterschaften in Rom fehlt Hinterndorfer trotz der mit der gestrigen Leistung verbundenen, klaren Steigerung in der Europarangliste noch ein Top-Resultat, um in die Nähe der Qualifikationsplätze zu kommen.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © VCM / Leo Hagen

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