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Als Steve Bins vor 39 Jahren eine Zeit von 13:27,04 Minuten lief, war ich selbst im besten Alter. In Kambodscha endete eine jahrelange Schreckensherrschaft, als vietnamesische Truppen in Phnom Penh einmarschierten. Der Eiserne Vorhang stand noch relativ stabil, Jimmy Carter…


Als Steve Bins vor 39 Jahren eine Zeit von 13:27,04 Minuten lief, war ich selbst im besten Alter. In Kambodscha endete eine jahrelange Schreckensherrschaft, als vietnamesische Truppen in Phnom Penh einmarschierten. Der Eiserne Vorhang stand noch relativ stabil, Jimmy Carter war US-Präsident und der Hamburger SV deutscher Fußball-Meister. Nur so zur zeitlichen Einordnung. Warum das wichtig ist? Erstmals seit damals lief ein Junior aus Europa in einer schnelleren Zeit zwölfeinhalbmal ums Stadion.
Jakob Ingebrigtsen wird uns seit Jahren als kommendes Lauf-Wunderkind Europas angepriesen und bisher hat der 17-Jährige diese Vorschusslorbeeren mehr als erfüllt. Einen Dreifach-Triumph bei den Junioren-Europameisterschaften 2017 in Grosseto verhinderte lediglich ein Sturz im Finale über 1.500m – über 3.000m mit Hindernissen und über 5.000m war er unbezwingbar. Und bei der Junioren-WM 2018 in Tampere, dem Treffen mit der Nachwuchs-Laufelite aus Ostafrika, konnte der Norweger nicht nur mithalten, sondern im 1.500m-Lauf (Silber) und im 5.000m-Lauf (Bronze) gleich zwei Medaillen gewinnen. Letztere mit dem Junioren-Europarekord von 13:20,78 Minuten. Ein Machtwort auch Richtung Europameisterschaften in Berlin: Nur sein älterer Bruder Henrik, Yemaneberhan Crippa aus Italien und die Franzosen Morad Amdouni und Hindernis-Star Mahiedine Mekhissi-Benabbad liegen in Europas Jahresliste noch vor Jakob Ingebrigtsen. Auf den talentierten Skandinavier im Konzert der besten Läufer bei der EM in Berlin freue ich mich besonders – auch dort plant er einen Doppelstart über 1.500m und 5.000m.

Übrigens: In den letzten Jahren urteilt die Wettkampf-Jury sehr streng über Athleten, die beim Laufen die Bahn verlassen. Auch im 5.000m-Finale der Junioren wurde mit Youssif Ramadan aus dem Sudan ein Läufer aus diesem Grund disqualifiziert. Entscheidend für eine richtige Entscheidung muss hier bei immer das Wie sein. Wird absichtlich oder versehentlich abgekürzt, ist eine Disqualifikation die logische Folge. Im 3.000m-Finale der Juniorinnen wurde eine Athletin erst disqualifiziert und nach einem Gegenprotest rehabilitiert, weil erwiesen war, dass die Läuferin aus der Bahn gedrückt wurde und sie selbst unschuldig an der Situation war. Es wäre wünschenswert, wenn die Jury dies zukünftig gleich berücksichtigt und keinen Gegenprotest notwendig macht.
RunAustria-Rennbericht: Ingebrigtsen mit Junioren-Europarekord zur Medaille
René auf Reisen online
IAAF Junioren-Weltmeisterschaften 2018 in Tampere