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Rio 2016: 5.000m-Lauf der Damen, Vorschau: Ayanas zweite Rekordjagd

Es wird eine lange Nacht für Österreichs Lauffans, denn Jennifer Wenth (SVS Leichtathletik) steht im Finale des 5.000m-Laufs, welcher in der Nacht auf Samstag um 02:40 Uhr österreichischer Zeit auf dem Programm steht. Wenn Wenth als größte Außenseiterin in das…

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Es wird eine lange Nacht für Österreichs Lauffans, denn Jennifer Wenth (SVS Leichtathletik) steht im Finale des 5.000m-Laufs, welcher in der Nacht auf Samstag um 02:40 Uhr österreichischer Zeit auf dem Programm steht. Wenn Wenth als größte Außenseiterin in das Rennen geht, welches den Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere darstellt, könnte sie unmittelbare Zeugin eines historischen Ereignisses werden. Denn eine Woche nach dem phänomenalen Auftakt der Leichtathletik-Bewerbe mit dem Sahne-Weltrekord über 10.000m bleibt die für die Konkurrenz herbe Feststellung, dass Almaz Ayana erst jetzt in ihrer Paradedisziplin antritt. Vom Olympia-Rekord der Rumänin Gabriela Szabo überhaupt nur zu reden, wäre fast eine Beleidigung an die Fähigkeiten der hoch talentierten und pfeilschnellen Äthiopierin. Sie orientiert sich an der ewigen Bestleistung! Das WM-Rennen im Vorjahr von Peking und ihr Olympia-Debüt vor einer Woche haben eines klar aufgezeigt: taktische Meisterschaftsrennen sind nicht so ihr Ding, Ayana dominiert in unheimlichem Tempo von vorne und liebt es, die Konkurrenz zu deklassieren.
Bewerb: 5.000m-Lauf der Damen
Startzeit: Freitag, 19. August 2016 um 21:40 Uhr Ortszeit / Samstag, 20. August 2016 um 02:40 Uhr MEZ
Olympiasiegerin 2012: Meseret Defar (Äthiopien)
Rekord-Olympiasieger: Meseret Defar (Äthiopien) mit zwei Olympiasiegen
Erfolgreichste Nation: Äthiopien mit drei Olympiasiegen
Olympischer Rekord: Gabriela Szabo (Rumänien) in 14:40,79 Minuten (Sydney 2000)
Favoritin: Almaz Ayana (Äthiopien)
Österreichische Teilnehmerin: Jennifer Wenth (SVS Leichtathletik)

Almaz Ayana hatte im Vorlauf wie erwartet keine Probleme. © Getty Images
Almaz Ayana hatte im Vorlauf wie erwartet keine Probleme. © Getty Images
Für Jennifer Wenth ist die Ambition Almaz Ayanas Fluch und Segen zugleich. Segen, weil sie bei einem voraussichtlich großartigen Rennen aktiv dabei sein darf, weil die Stimmung im Stadion sicherlich gut sehr gut sein wird und weil es ohnehin im Streben jedes Sportlers steht, gegen die Besten der Welt antreten zu dürfen. Der Fluch ist folgender: Wenn das Rennen wirklich vom ersten Meter an schnell wird, wird es für die Österreicherin verdammt schwer, gut auszusehen. Sie muss sich ohnehin alleine auf sich konzentrieren, denn der Vorlauf hat gezeigt, dass sie nicht in bester Verfassung ist und das aufgrund der vielen Beschwerden und Verletzungen im laufenden Jahr wohl auch nicht sein kann.
Dass ausgerechnet unmittelbar vor ihr ein Sturz passierte, der die am Ende des Vorlauffeldes liegende 25-Jährige aus dem Tritt gebracht hat, war durch den Erfolg des Protestes und der damit verbundenen Möglichkeit zur Finalteilnahme ein absoluter Glückstreffer. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul und so bekommt Wenth eine zweite Chance, sich im Olympiastadion von Rio zu präsentieren. Dennoch überwiegt – bei aller Vorsicht – die Befürchtung, dass die Aufgabe für Wenth nicht nur eine, sondern vielleicht sogar zwei Nummern zu groß ist – verbunden mit den besten Wünschen zu einem Auftritt, der sie zufrieden stellt und der in der Nachbetrachtung den Genuss des Erlebnisses und die wichtigen, lehrreichen Erkenntnisse für die sportliche Zukunft hervorhebt.

Ayana unschlagbar

Läuft das Finale über 5.000m der Damen halbwegs normal ab – also ohne einen Sturz, eine kurzfristige Krankheit oder andere unvorhersehbare Wunder – kann keine der 16 Konkurrentinnen Almaz Ayana das Wasser reichen. Die 24-Jährige ist über die 5.000m noch deutlich stärker als über 10.000m und dort hat sie einen Uralt-Weltrekord um 14 Sekunden torpediert. Ihr langer Schritt, ihre fantastische Geschwindigkeit über lange Distanzen ohne Einbruch, ihr fokussierter Gesichtsausdruck, der alles so mühelos erscheinen lässt – sie ist haushoch überlegen! Mehrfach lief sie in den letzten beiden Jahren am Weltrekord vorbei, mehrmals scheiterte die Jagd in Ermangelung einer tüchtigen Pacemakerin. Bei den Weltmeisterschaften in Peking zerlegte sie die Konkurrenz mit einem Solo über 3.000m und brachte Genezbe Dibaba die bitterste Niederlage ihrer Karriere bei. Der Formaufbau für Rio war eine Punktlandung, Ayana scheint stärker als je zuvor. Wer die zweite Hälfte eines 10.000m-Laufs in einer Zeit von 14:30 Minuten zurücklegen kann (mit 5.000m-Anlauf in 14:47 Minuten), der kann im 5.000m-Lauf 14:11 Minuten oder schneller laufen, um den Weltrekord zu brechen! Ein Olympiasieg Ayanas würde übrigens perfekt in eine Serie passen. Denn Meseret Defar und Tirunesh Dibaba haben im Wechsel in den letzten zwölf Jahren jeweils Olympia-Gold und Olympia-Bronze eingefahren. Es wäre der vierte Triumph in Folge.

Ayana visiert zweiten Doppelschlag der Geschichte an

Das denkbare Langstrecken-Olympia-Doppel ist bei den Herren schon eine äußerst besondere Leistung, bei den Damen noch exklusiver. Bisher hat es nur Tirunesh Dibaba in Peking geschafft. Interessanter Fakt: Der 5.000m-Lauf der Damen ist eine relativ junge Disziplin, es kommt erst zur sechsten Olympischen Entscheidung. Das Rennen über die doppelte Distanz ist bereits acht Jahre länger im Olympischen Programm. dafür gab es davor drei Olympische Rennen über die 3.000m.

Starkes kenianisches Trio

Für die Kenianerinnen ist die Überlegenheit Ayanas mit Sicherheit eine bittere Pille, zumal der kenianische Verband im Gegensatz zum Herren-Rennen über dieselbe Distanz ein bärenstarkes Trio ins Rennen schickt. Der 10.000m-Lauf deutete an, dass sich Vivian Cheruiyot in einer Traumform befindet. Sie gewann genau wie vor vier Jahren in London über 5.000m Silber und würde natürlich nur allzu gern eine erfolgreiche Revanche an Ayana feiern. Wahrscheinlich ist es die letzte Chance für die erfahrene Läuferin, sich den Traum von Olympia-Gold zu erfüllen. Cheruiyot wird begleitet von ihren Landsfrauen Hellen Obiri, die in diesem Jahr in beeindruckender Form aus einer Babypause zurückgekommen ist, und Mercy Cherono. „Wir werden in Rio unser Bestes geben. Jede von uns wird ihr Rennen bestreiten und ich hoffe, dass Kenia gewinnt“, gibt die Obiri, Olympia-Finalistin von London über 1.500m, ihrer ehemaligen Paradestrecke, die Marschroute vor. „Wenn das Rennen schnell ist, bin ich gut. Wenn es langsam wird, bin ich auch gut“, ist die 26-Jährige von sich überzeugt.
„Ein Erfolg bei Olympia, das ist mein großer Traum“, ergänzt die ambitionierte Cherono, Goldmedaillengewinnerin bei den Commonwealth Games von 2014. Wenn überhaupt etwas für die Kenianerinnen spricht, sind es die exzellenten 1.500m-Bestzeiten von Obiri und Cherono, die einen Vorteil in einem etwaigen Zielsprint bedeuten könnten. Soweit will und wird es Ayana aber nicht kommen lassen. Die weiteren Äthiopierinnen im Rennen sind Vize-Weltmeisterin Senbere Teferi und die relativ unbekannte Ababel Yeshaneh, die auch nur über die Zeitregel ins Finale gerutscht ist. Tirunesh Dibaba, Olympiasiegerin von Peking, wurde nur als Reservistin nominiert und kommt nicht zum Einsatz. Ihre ehemalige, große Widersacherin Meseret Defar, Olympiasiegerin von Athen und London, kam nach ihrer Rückkehr von einer Babypause in diesem Jahr nicht in Form, um für eine Nominierung in Frage zu kommen.

Ein Bild des Fairplays und des Olympischen Grundgedanken. Nikki Hamblin (l.) und Abbey D'Agostino. © Getty Images
Ein Bild des Fairplays und des Olympischen Grundgedanken. Nikki Hamblin (l.) und Abbey D’Agostino. © Getty Images
Finalfeld nach Sturz im Vorlauf aufgefüllt

Der Sturz von Nikki Hamblin im Vorlauf, der die US-Amerikanerin Abbey D’Agostino mit zu Boden gerissen hat, produzierte eines der Bilder dieser Olympischen Leichtathletik-Bewerbe. Nicht aufgrund des Spektakels, sondern aufgrund der sportlichen Fairness der Szene. Hamblin dachte nicht an das sportliche Ergebnis, sondern kümmerte sich rührend um die angeschlagene Konkurrentin. Beide wurden mit einem Final-Platz belohnt, den die US-Amerikanerin allerdings nicht annehmen kann, da sie am Knie verletzt ist. Wie sich herausstellte, ein Kreuzbandriss, die bitterste aller Diagnosen. Somit sind 17 Läuferinnen im Rennen, fünf davon treten für ein europäisches Land an. Die aussichtsreichste ist Europameisterin Yasemin Can, die bei einem optimalen Rennverlauf wohl als einzige Läuferin in die Phalanx der Ostafrikanerinnen eindrängen kann. Kein Wunder, schließlich hat sie kenianische Gene. Dagegen attackieren die Norwegerin Karoline Bjerkeli Grövdal, die Niederländerin Susan Kuijken und die Britin Eilish McColgan aus einer Außenseiterrolle, einstellige Platzierungen wären ein beachtenswerter Erfolg. Beachtlich ist, dass neben Kenia und Äthiopien noch Australien mit dem vollen Kontingent an drei Läuferinnen im Finalfeld dabei ist. Ausnahmsweise gänzlich ohne Medaillenchance ist das US-Team in seiner schwächsten Besetzung im Rahmen einer Laufentscheidung bei Olympia 2016.
Olympische Spiele 2016 in Rio de Janeiro

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