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Rückkehr der Massenevents mit Streckenrekord von Jepkosgei

Ein starkes Signal des Aufbruchs nach einer harten Zeit strahlte gestern von Berlin auf ganz Europa aus. 13.257 Finisherinnen und Finisher alleine beim Halbmarathon (14.508 waren gestartet), dem Königsbewerb des aus dem Frühjahr in den Sommer verlegten Berliner Halbmarathon, produzierten…

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Ein starkes Signal des Aufbruchs nach einer harten Zeit strahlte gestern von Berlin auf ganz Europa aus. 13.257 Finisherinnen und Finisher alleine beim Halbmarathon (14.508 waren gestartet), dem Königsbewerb des aus dem Frühjahr in den Sommer verlegten Berliner Halbmarathon, produzierten Bilder, die die globale Laufszene bis Anfang 2020 als normal und tausende Male jährlich rund um den Globus reproduziert kannte. Heute erwecken sie dank Seltenheitswert das Gefühl des Besonderen und die Laufwelt darf hoffen, mit diesen ersten positiven Ereignissen und Erlebnissen, dass die Rückkehr zum Gefühl des Normalen in nächster Zeit gelingt. Die Berliner Pionierarbeit eineinhalb Jahre nach Beginn der Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens, die natürlich auch Massenevents im Laufsport trafen und betrafen, fußte auf Unterstützung der Stadtpolitik und Engagement des Veranstalters SCC Events, der ein striktes Präventionskonzept umsetzte und am 26. September mit der Ausrichtung des BMW Berlin Marathon mit bis zu 35.000 geplanten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, vielleicht etwas weniger, in Kürze den nächsten großen Comeback-Schritt setzen möchte. „Es ist der aufregendste und schwierigste Lauf, den wir je veranstaltet haben“, unterstrich Jürgen Lock, Geschäftsführer der SCC Events gegenüber der Berliner Zeitung. „Wir mussten ein komplexes Hygienekonzept vorlegen, uns mit vielen Behörden abstimmen und eine sechsstellige Summe in die Corona-Maßnahmen investieren.“

Streckenrekord für Jepkosgei

Angesichts des bedeutenden Ereignisses nicht nur für die europäische und vielleicht sogar globale Laufszene – denn der Berliner Halbmarathon war im Gegensatz zu vielen Laufveranstaltungen der letzten Monate in China oder Ozeanien ein internationaler Event und der größte des bisherigen Jahres – sowie für die Freizeitgestaltung der Menschen insgesamt rückte das spitzensportliche Geschehen beinahe etwas in den Hintergrund. Das war allerdings – wie sollte es bei einem Laufevent in Berlin anders sein – hochkarätig. Im Rennen der Frauen verbesserte die ehemalige Weltrekordhalterin Joyciline Jepkosgei aus Kenia den zwei Jahre alten Streckenrekord der Holländerin Sifan Hassan um 29 Sekunden auf eine Weltklassezeit von 1:05:16 Stunden. Es ist die fünftbeste des Jahres nach vier Leistungen beim Wunderrennen von Istanbul Anfang April mit dem Weltrekordlauf von Ruth Chepngetich.

Joyciline Jepkosgeis 5km-Splits: 15:02 / 15:28 / 15:33 / 19:13 (6,10975 km)

Der Wettkampf begann trotz Seitenwind-Passagen in unheimlichem Tempo, nach 15:02 Minuten erreichte das Spitzentrio, in dem neben der Siegerin auch ihre Landsfrauen Nancy Jelagat und Valary Aiyabei agierten, die Zwischenzeit nach fünf Kilometern. Danach wurde das Rennen mit 5km-Abschnitten von 15:27 und 15:33 Minuten freilich nur eine Spur gemächlicher. Jepkosgei, die im Herbst den London Marathon laufen will, verwies die in bestechender Verfassung laufende Jelagat erst auf den letzten Metern um fünf Sekunden auf den zweiten Platz. Aiyabei sicherte mit einem Rückstand von über zwei Minuten den dritten Platz ab, es folgte das äthiopische Trio mit der in der Schweiz lebenden Helen Tola als Fünftplatzierte.

Riesenschritt für Jelagat

„Das war ein herrliches Rennen auf einer fantastischen Strecke“, lobte die 27-jährige Siegerin. „Ich bin sehr glücklich mit meiner Leistung, denn der Wind war phasenweise stark. Sie gibt mir einen großen Motivationsschub Richtung London Marathon.“ Die zweitplatzierte Jelagat lieferte tatsächlich eine Wunderleistung ab. Die 35-Jährige war bisher nie mit Spitzenleistungen auf internationalem Niveau aufgefallen, wenngleich sie im Juni bei den Kenya Trials als Vierte über 10.000m mit einer sehr guten Leistung erstaunte. Ihre Halbmarathon-Bestleistung aus dem Jahr 2019 verbesserte sie in Berlin gleich um drei Minuten.

Schöneborn beste Deutsche

Sechs Läuferinnen blieben in der deutschen Hauptstadt unter 1:10 Stunden, auf Rang acht folgte als zweitbeste Europäerin hinter der Polin Izabela Paszkiewicz, nun auf Rang drei der ewigen polnischen Bestenliste, die Deutsche Rabea Schöneborn. Sie freute sich in einer Zeit von 1:10:35 Stunden über eine Verbesserung ihrer persönlichen Bestleistung um über eine Minute.

Kipkoech mit Bestleistung zum Sieg

Auch das Männerrennen bei der 40. Austragung des Generali Berliner Halbmarathon lieferte ein echtes Spitzenergebnis. Aus einem schnellen Beginn mit einer Fünf-Kilometer-Zwischenzeit von 13:42 Minuten für die Spitzengruppe und in weiterer Folge wie bei den Frauen etwas reduziertem, aber immer noch sehr schnellen Tempo gebar die Leistung von Sieger Felix Kipkoech, der in einer Siegerzeit von 58:57 Minuten unter der Marke von 59 Minuten blieb. „Ich bin überglücklich, es ist der größte Sieg meiner bisherigen Karriere“, jubelte der international relativ unbekannte 23-Jährige, der im Spätwinter einen Elitehalbmarathon auf einem Flugfeld nahe Siena gewonnen hatte. Damals erzielte er einen Zeit von 59:35 Minuten, sein bisheriger individueller Bestwert.

Felix Kipkoechs 5km-Split: 13:43 / 14:02 / 14:12 / 17:00 (6,10975 km) Minuten

Josphat Tanui (59:40) und der als Favorit ins Rennen gegangene Philemon Kiplimo (59:54) hielten bis fünf Kilometer vor dem Ziel mit dem späteren Sieger mit. Hinter sechs Kenianern erreichte der Israeli Godadaw Belachew das Ziel als Siebter. Auf Rang neun folgte Philipp Pflieger, der mit einer Zeit von 1:03:03 Stunden in die Nähe seiner bisher schnellsten Halbmarathonzeit kam.

Ergebnisse Berliner Halbmarathon 2021

Frauen

  1. Joyciline Jepkosgei (KEN) 1:05:16 Stunden *
  2. Nancy Jelagat (KEN) 1:05:21 Stunden **
  3. Valary Aiyabei (KEN) 1:07:32 Stunden
  4. Nigsti Haftu (ETH) 1:08:05 Stunden **
  5. Helen Tola (ETH) 1:08:27 Stunden
  6. Bezabeh Ftaw (ETH) 1:08:30 Stunden **
  7. Izabela Paszkiewicz (POL) 1:10:28 Stunden **
  8. Rabea Schöneborn (GER) 1:10:35 Stunden **
  9. Medhin Gebrselassie (ETH) 1:10:53 Stunden
  10. Agnes Mumbua (KEN) 1:11:19 Stunden ***

Männer

  1. Felix Kipkoech (KEN) 58:57 Minuten **
  2. Joshpat Tanui (KEN) 59:40 Minuten
  3. Philemon Kiplimo (KEN) 59:54 Minuten
  4. Raymond Magut (KEN) 1:00:16 Stunden **
  5. Wisley Kibichii (KEN) 1:01:04 Stunden **
  6. Bernard Wambua (KEN) 1:02:31 Stunden
  7. Godadaw Belachew (ISR) 1:02:33 Stunden **
  8. Haftom Weldaj (ERI) 1:02:47 Stunden **
  9. Philipp Pflieger (GER) 1:03:03 Stunden
  10. Christian Vasconez (ECU) 1:04:04 Stunden **

* neuer Streckenrekord
** persönliche Bestleistung
*** Halbmarathon-Debüt

Generali Berliner Halbmarathon

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