Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter
Die meisten der negativen und enttäuschendsten Schlagzeilen im Laufsportjahr der Damen 2017 hatten mit dem Thema Doping zu tun. Die Aufsehen erregenden Dopingfälle von Olympiasiegerin Jemima Sumgong und Linz-Marathon-Siegerin Danijela Kuna sind Einzel-Ereignisse, die Erfolge im Kampf gegen den Betrug…


Die meisten der negativen und enttäuschendsten Schlagzeilen im Laufsportjahr der Damen 2017 hatten mit dem Thema Doping zu tun. Die Aufsehen erregenden Dopingfälle von Olympiasiegerin Jemima Sumgong und Linz-Marathon-Siegerin Danijela Kuna sind Einzel-Ereignisse, die Erfolge im Kampf gegen den Betrug durch Doping skizzieren. Misslich ist weiterhin die Lage für russische Läuferinnen, da ihr Verband weiterhin suspendiert bleibt. Ein zweiter Missstand in der Leichtathletik beschreibt auch die größte Enttäuschung für den Leichtathletik-Weltverband selbst. 2017 ist ihm trotz hoher Priorität keine neue Regelung der Transgender-Thematik gelungen.
Positiver Dopingfall – April 2017

Mittlerweile ist Jemima Sumgong für vier Jahre für alle Wettkämpfe gesperrt. Ihre großen Erfolge – Sieg beim London Marathon und Olympisches Gold – konnten ihr nicht aberkannt werden, da ihr kein Vergehen bei diesen Rennen nachgewiesen werden konnte. Dennoch ist der Dopingfall der nun 33-Jährigen ein Mahnmal. Im fortgeschrittenen Alter tauchte sie plötzlich wie Phönix aus der Asche und lief 2013 in Chicago eine persönliche Bestleistung von 2:20:48 Stunden. Es folgten die skizzierten Erfolge und der tiefe Fall. Die Hauptprotagonisten im Umfeld Sumgongs waren übrigens überwiegend dieselben wie beim Dopingfall ihrer ehemaligen Trainingspartnerin Rita Jeptoo, als hauptverantwortlicher Trainer stand Sumgong ihr Ehemann zur Seite.
Sieg beim Linz Marathon wegen Dopings aberkannt – 24. Mai 2017

Die Kroatin Danijela Kuna, vermeintliche Siegerin des Linz Marathon, hat bei der zweitgrößten Marathon-Veranstaltung des Landes mit der verbotenen Substanz Darbepoietin betrogen und wurde direkt im Anschluss an das Rennen von den österreichischen Anti-Doping-Jägern erwischt. Am 24. Mai sprach die NADA die Suspendierung Kunas aus, im November folgte die Urteilsbekanntgabe: Rückwirkend ist die praktizierende Ärztin aus Kroatien für zwei Jahre gesperrt. Das Besondere an diesem Dopingfall ist, dass er nicht im absoluten Spitzensport-Bereich, sondern im fortgeschrittenen Freizeitsport-Bereich anzusiedeln ist, wo übertriebene Ambitionen und Wünsche ungesunde und verachtenswerte Ausmaße angenommen haben.
Letzter Platz im WM-Finale von London – 7. August 2017

Doch der Stern am Laufhimmel erlosch langsam. 2016 lief nicht ganz nach Plan, dennoch gewann sie WM-Gold in der Halle (3.000m) und in Rio die Olympische Silbermedaille (1.500m). 2017 kam sie trotz eines Weltrekordlaufs über 2.000m in der Halle noch schwerer in die Gänge. Früh in der Saison schien klar, dass Dibaba nicht an die Leistungen früherer Jahre anknüpfen könnte. Sie zog sich von der Wettkampfbühne zurück und kam als schwer einschätzbare Athletin zu den Weltmeisterschaften nach London. Dort schüttelte sie im Vorlauf die schnellste je bei WM-Vorläufen erzielte Zeit aus dem Ärmel. Doch der Schein trog: Bereits den Halbfinallauf überstand die kraftlos wirkende 26-Jährige nur über die Zeitregel. Im Finale war sie ein Schatten ihrer selbst, spielte keine Rolle und überquerte als abgeschlagen Letzte die Ziellinie. Das vorzeitige Saisonende im Anschluss an die WM war eine konsequente Folge dieser Enttäuschung.
Dominanz der Transgender-Athletinnen im 800m-Lauf – 13. August 2017

Die Chancengleichheit ist nicht hergestellt. Dieser Eindruck wurde Anfang Juli von einer wissenschaftlichen Studie belegt. Zwischen 1,8% und 4,5% Leistungsvorteil haben hyperandrogene Sportlerinnen in diversen leichtathletischen Disziplinen (im Falle des 800m-Laufs am unteren Limit), der faire sportliche Wettkampf wird unter diesen Voraussetzungen zur Farce. Wie verzwickt die rechtliche Ausgangsposition aber ist, um eine den Menschenrechten und der sportlichen Fairness gleichermaßen entsprechende Regelung zu finden, demonstriert die Tatsache, dass sich seit rund eineinhalb Jahren eine Expertengruppe im Leichtathletik-Weltverband nur um eine Sache kümmert: die Erstellung dieser neuen Regelung. Dass die IAAF die ohnehin schon großzügig ausgelegte Frist bis Jahresende 2017 nicht halten konnte und noch immer kein Fortschritt erzielte, zeigt das ganze Schlamassel auf. Es scheint, als wäre auch 2018 kein Kraut gegen die Testosteron-Power von Semenya und Co. gewachsen.
Die Leichtathletik-Welt 2017 ohne Russland – 27. November 2017

Den Leichtathletinnen und Leichtathleten wird die Möglichkeit geboten, über ein Nachweisverfahren, mit dem russischen Dopingsystem nichts zu tun zu haben, unter neutraler Flagge an den Start zu gehen. So geschehen auch bei den Weltmeisterschaften in Russland, wo die einstige stolze Leichtathletik-Nation Russland unter dem Decknamen „Authorised Neutral Athletes“ nur sechs Medaillen holte. Keine im Laufsport, wo früher insbesondere die Frauen regelmäßig abräumten. In diesem Falle ist diese Tatsache, die im konsequenten Vorgehen der IAAF basiert, allerdings keine Enttäuschung, sondern ein Fortschritt im diffizilen Kampf gegen Doping.