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Der Weg zur Titelverteidigung für die Kenianerin Betty Chepkemoi wird beim Vienna City Marathon kein einfacher. Ein starkes äthiopisches Duo führt das diesjährige Elitefeld an, dazu könnte US-Routinier Lindsay Flanagan an der Spitze mitmischen.
Die Schlagzeilen enthielten Superlative: Fotyen Tesfays Sensationszeit beim Barcelona Marathon kam unerwartet. Beim Debüt lief die Äthiopierin die zweitschnellste Marathonzeit der Geschichte – 2:10:51 Stunden (siehe RunUp.eu-Bericht). Ihre ältere Schwester Haftamnesh Tesfaye (die unterschiedliche Schreibweise ist laut offiziellen Daten von World Athletics kein Versehen, Anm.) führt mit einer persönlichen Bestleistung von 2:20:13 Stunden das diesjährige Elitefeld des Vienna City Marathon an und gehört damit naturgemäß zum Favoritinnenkreis, wenngleich sie ihren letzten Marathon vor sechs Jahren gelaufen ist. Die 31-Jährige hat ihre schnellste Marathonzeit wie ihre Schwester bei ihrem Debüt erzielt, 2018 in Dubai. Ihre beste Platzierung war der zweite Platz beim Frankfurt Marathon 2018, damals ebenfalls unter 2:21 Stunden.
Wie ihre Schwester trainiert auch Haftamnesh Tesfaye in der Trainingsgruppe im Umfeld der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba von Startrainer Gemedu Dedefo. Die Trainingsgruppe weist hohe Stardichte auf und ist die zurzeit mit Abstand erfolgreichste im Marathonlauf der Frauen. Ihr gehören unter anderem die zweifache Berlin-Siegerin Tigist Assefa, drittschnellste Marathonläuferin der Geschichte, Chicago-Siegerin Hawi Feysa und die ehemalige Berlin-Siegerin Tigist Ketema an.
Die Trainingsgruppe ist nicht nur bekannt für die Topleistungen, sondern für berauschende Marathon-Debüts. Die beiden Geschwister sind Beispiele dafür, aber auch Tigst Assefa, die in ihrem zwar zweiten Marathon der Karriere, aber ersten ernsthaften beim Berlin Marathon 2022 gleich zum Sieg stürmte und ein Jahr später den damaligen Weltrekord aufstellte. Haftamnesh Tesfayes Karriere unterbrach nach dem Osaka Marathon 2020 aus Verletzungsgründen und später durch die Gründung ihrer Familie. Ihr Comeback absolvierte sie beim Trento Halbmarathon im Oktober 2025 gleich als Siegerin.
Das zweite heiße Eisen aus Äthiopien im Rennen ist Tigist Gezahagn, die zu Jahresbeginn den Doha Marathon gewonnen hat und dabei ihre persönliche Bestleistung auf eine Zeit von 2:21:14 Stunden verbessert hat. „Tigist hat sich nach Doha gut erholt und ihre Vorbereitung auf Wien verläuft sehr positiv“, meint ihr Manager Tadesse Abraham, Schweizer Marathonrekordhalter und ehemals auch zweifacher Teilnehmer am Vienna City Marathon. „Wenn die Wetterbedingungen passen, ist eine sehr starke Leistung möglich. “Gelingt der ebenfalls in Addis Abeba lebenden und trainierenden 26-Jährigen tatsächlich der nächste Schritt, wackelt der Wiener Streckenrekord von Vibian Chepkirui (2:20:59) gehörig.
Die beiden Äthiopierinnen sind die Herausforderinnen der Kenianerin Betty Chepkemoi, die nach ihren Überraschungssieg im Vorjahr einen neuerlichen Triumph in Wien anvisiert (siehe RunUp.eu-Bericht). Sehr viel Erfahrung bringt Lindsay Flanagan mit in die Bundeshauptstadt. Ihr Vorbereitungsrennen, der New York City Halbmarathon in einer Zeit von 1:14:02 Stunden, war jedoch kein Statement, das die Konkurrenz beeindrucken würde. Die 35-Jährige feierte ihren größten Erfolg als Siegerin des Gold Coast Marathon 2022 und ist seit Jahren mit ihrer Erfahrung eine verlässliche Marathonläuferin. Sie lief diverse US-Topmarathons und performte auch bereits im Spitzenfeld des Tokio Marathon, des Paris Marathon und des Frankfurt Marathon sowie als WM-Neunte 2023 in Budapest.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © VCM / Michael Gruber