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Schwieriges Premierenjahr für bemühten IAAF-Präsident Coe

Heute beginnt das zweite Jahr der Amtszeit Sebastian Coes als Präsident des Leichtathletik-Weltverband (IAAF). Eine Zwischenbilanz fällt schwer, denn zahlreiche Prozesse, Entwicklungen und Reformen aus seiner Initiative gerade im Laufen. Schließlich ist erst die erste von vier Etappen bis zur…

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Heute beginnt das zweite Jahr der Amtszeit Sebastian Coes als Präsident des Leichtathletik-Weltverband (IAAF). Eine Zwischenbilanz fällt schwer, denn zahlreiche Prozesse, Entwicklungen und Reformen aus seiner Initiative gerade im Laufen. Schließlich ist erst die erste von vier Etappen bis zur nächsten Wahl geschafft. Ein ambitioniertes Bemühen ist der britischen Lauflegende nicht abzusprechen. Das starke Rückgrat von Seiten der IAAF im Skandal um das russische Staatsdoping hat dem Ansehen der Leichtathletik gut getan, Coes Position verstärkt und die Kritik an ihn fast verstummen lassen.

Sebastian Coe zu Gast in Wien im Rahmen des IAAF Council Meetings im Juni. © Getty Images for IAAF / Christian Hofer
Sebastian Coe zu Gast in Wien im Rahmen des IAAF Council Meetings im Juni. © Getty Images for IAAF / Christian Hofer
Neue Kommunikationspolitik

In den vergangenen Jahren war die Kommunikationspolitik der IAAF eine zurückhaltende. Jetzt wissen wir auch warum, denn eine gezielte Intransparenz hat zahlreiche kriminelle Vorgänge im Leichtathletik-Weltverband vom Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit fern gehalten. Null-acht-fünfzehn-Statements zu wichtigen Themen wurden häufig unpersönlich nach außen geschickt, im Rahmen von Großanlässen der Schein der heilen Welt gewahrt.
Sebastian Coe hat diese Kommunikationspolitik mit seinem Amtsantritt am 31. August 2015 verändert. Deutlich mehr Auftritte, klare Worte zu Themen, die die internationale Leichtathletik betreffen. Und der Brite scheute indirekt nicht davor, die Öffentlichkeit an delikaten Themen teilhaben zu lassen, auch wenn ihm ein heftiger Wind an Kritik um die Nase wehte. Die Ermittlungen zum Aufdecken alter Skandale entsprachen dem Wunsch des neuen IAAF-Präsidenten. Auch wenn er große Probleme damit hatte, der kritischen medialen Öffentlichkeit zu erklären, warum er von zahlreichen Schutzgeldzahlungen und korrupten Beziehungen rund um aktiv toleriertes Doping nichts gewusst habe, obwohl er als Vize-Präsident der IAAF unmittelbar unterhalb der Spitze des Verbandes saß. Aber die Aufklärung dunkler Vergangenheit hat auf dem Weg in eine erfreulichere Zukunft für Coe oberste Priorität. Die detaillierte Aufklärung über die bei Nachanalysen entdeckter, positiver Dopingproben des vergangenen Jahrzehnts lassen freilich weiter auf sich warten, offensichtlich nicht nur, weil das Internationale Olympische Komitee (IOC) offensichtlich den Fuß auf der Bremse hat.

Herzliche Begegnung im Olympiastadion von Rio: René van Zee mit Sebastian Coe. © René van Zee
Herzliche Begegnung im Olympiastadion von Rio: René van Zee mit Sebastian Coe. © René van Zee
„Sebastian Coe hat einen neuen Führungsstil in die IAAF gebracht. Er hat sich eine Vertrauensbasis erarbeitet, er geht auf Menschen zu und kommuniziert gezielt mit ihnen. Er ist kein Diktator-Typ wie seine Vorgänger“, lobt der holländische Journalist René van Zee, der die internationale Leichtathletik bereits seit Jahrzehnten begleitet. Ob Coe von den kriminellen Vorgängen in der Ära Lamine Diack etwas mitbekommen hat und wenn ja, wie handfest die Informationen waren, bleibt im Spekulationsraum. Coe selbst stritt eine Mitwisserschaft immer kategorisch und vehement ab. „Diese Fragen kann und muss man sich natürlich stellen. Wer hat was gewusst? Wer hat nichts gewusst? Ich glaube Coe, weil ich auch von Insidern weiß, dass Diack ein sehr enges und vertrauliches Netzwerk gepflegt hat, das keine Informationen nach außen sickern ließ“, schätzt van Zee ein.

Gute Lobby dank Olympia 2012

Eines ist aber klar: Es war ein verdammt hartes berufliches Jahr für den zweifachen Olympiasieger im 1.500m-Lauf. Die Öffentlichkeit polarisierte, denn neben flächendeckender Kritik gab es auch geduldige Rückendeckung für ihn. Hauptsächlich der Skandal um das russische Staatsdoping hielt ihn ordentlich auf Trab. Er hatte Transparenz und hartes Vorgehen gegen Doping versprochen und als Verbandsführender schlug er einen konsequenten Weg ein. Dass ein führender Sportfunktionär in vielen Fragen als Politiker auftritt, ist im modernen Sport Normalzustand. Die politische Haltung Coes basiert auf einer gezielten Strategie. Auch weil er die Lobby hat, im politischen Umfeld eine angesehene Persönlichkeit zu sein. Bereits zu seiner aktiven Zeit genoss der beliebte Brite immer einen ausgezeichneten Ruf, mit der Organisation der wunderbaren Olympischen Spiele von London 2012 hat er sich viel Anerkennung und Respekt verdient.

Konsequenz gegen Russland

Die Suspendierung des Russischen Leichtathletik-Verbandes (ARAF), der in Olympischen Spielen (praktisch) ohne russische Sportler gipfelte, war ein einzigartiges Vorgehen, das ihm großen Respekt aus einem Teil der Welt entgegenbrachte. Andererseits auch Angst, da einige Morddrohungen in den Briefkasten flatterten – vermutlich aus dem anderen Teil. Doch das konsequente Vorgehen gegen die russische Leichtathletik, das ihm wohl nicht alle wirklich zugetraut hätten, hat die teilweise massive Kritik der heimischen Medien und auch der Medien aus Deutschland verstummen lassen. Da kam ihm sicherlich auch zu Gute, dass das IOC mit seinem mutlosen, defensiven und teilweise unverständlichen Vorgehen die Welle der Kritik auf sich zog. Oder anders formuliert: Im Gegensatz zum IOC mit Thomas Bach knickte die IAAF mit Sebastian Coe nicht unter dem Druck Russlands ein und fiel auf die Knie. „Coe hat sich durchgesetzt und damit Stärke gezeigt. Das hat die Situation um ihn enorm beruhigt“, schildert René van Zee seine Eindrücken aus Rio.

Sebastian Coe bei der Eröffnungsrede zur Hallen-WM in Portland, das erste Großereignis für ihn als Präsident der IAAF. © Getty Images for IAAF / Ian Walton
Sebastian Coe bei der Eröffnungsrede zur Hallen-WM in Portland, das erste Großereignis für ihn als Präsident der IAAF. © Getty Images for IAAF / Ian Walton
Transparenz und Transgender

Auch das Thema Transparenz geht die IAAF aktiv an. Eine Expertengruppe unter der Leitung von Maria Clarke erstellt aktuell anhand von diversen Kriterien ein Reformprogramm, das in naher Zukunft in Etappen umgesetzt wird. Damit soll die Macht des Leichtathletik-Weltverbandes reduziert und wichtige Themen wie der Anti-Doping-Kampf in eine unabhängige Instanz ausgelagert werden. Fehler aus der Vergangenheit sollen tunlichst in Zukunft vermieden werden. Eine endgültige Bilanz kann allerdings erst nach der Umsetzung der Reformen gezogen werden. „Was mir sehr gefällt, ist, dass Coe mit Experten zusammenarbeitet und seinen Weg auf Basis deren Vorschläge und Empfehlungen geht. Ich habe von Maria Clarke einen hervorragenden Eindruck erhalten“, so van Zee. Klar ist, dass auf diesem Gebiet noch massive Schritte notwendig sind, um die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Wie andere mächtige Verbände mit dem Thema Transparenz umgehen, zeigt jedoch den verheerenden Status quo im internationalen Sport. „Es ist klar, dass die Entwicklung hin zu Transparenz noch Jahre dauern wird. Die Taskforce muss jetzt akribisch weiter an den Reformen arbeiten. Auch die Taskforce in Russland unter der Leitung von Rune Andersen muss an ihrer bisherigen Arbeit anschließen“, fordert der Journalist.
Ein akutes Problem hat die IAAF in der Intersex-Debatte zu lösen. Denn der ehemalige Lösungsvorschlag, den IAAF und IOC eingeführt haben, wurde vom Obersten Internationalen Sportgericht (CAS) pünktlich zu Amtsantritt Coes als ungültig erklärt. Die Diskussion ist belastend für den Sport. Die Folgen darauf sind auf Ergebnislisten dargestellt. Das ist allerdings nur ein Aspekt der Lösungsfindung, es geht um eine faire, würdige und gerechte Lösung. Und das scheint schwierig. Außerdem geht es auch bei diesem Thema um Transparenz, allerdings ohne die Privatsphäre und die Menschenrechte betroffener Athletinnen zu verletzen.

Image-Aufpolierung als langwieriger Prozess

Hauptziel Sebastian Coes bei Amtsantritt war es, das Image der Leichtathletik aufzupolieren und die Olympische Kernsportart wieder zu einer der beliebtesten Sportarten zu machen. Die Serie an Dopingskandalen in der Aufarbeitung der jüngeren Vergangenheit stellt eine Euphoriebremse dar, aber mittelfristig wird der eingeschlagene Weg der Leichtathletik gut zu Gesicht stehen. Auch abseits des Themas Dopings sind ein paar gelungene Änderungen eingeführt und beschlossen worden. Die Präsentation der Athleten bei großen Wettkämpfen ist deutlich publikumsfreundlicher. Einige Änderungen im Wettkampfprogramm stehen unmittelbar vor der Tür. Dass die Leichtathletik nach wie vor attraktiv ist, zeigen gut besuchte Stadien in der Diamond League. Auch die Olympischen Wettkämpfe in Rio brachten einiges an Spektakel, auch wenn das brasilianische Publikum nicht fachkundig genug schien, um einen optimalen atmosphärischen Rahmen zu bilden. Will Coe dieses ambitionierte Ziel erreichen, stehen wir allerdings erst am Beginn innovativer Änderungen.

Besonnener Auftritt in Rio
© Getty Images for IAAF / Chris McGrath
© Getty Images for IAAF / Chris McGrath
Obwohl Sebastian Coe im Vorfeld der Olympischen Spiele von oberster IOC-Stelle mehrfach degradiert wurde („Trotz der Fehler und Dummheiten, die definitiv in der Vergangenheit gemacht wurden, finde ich es unglaublich, dass einer der wichtigsten Sportverbände keine IOC-Mitgliedschaft bekommt“, ist René van Zee empört), war er im Olympiastadion von Rio sehr präsent. Es war ein kluger Schachzug, sich davor im Hintergrund zu halten, um damit den Fokus auf die Sportler zu richten. Das tat Coe damit, dass er seinen Weg bekräftigte und ihn als richtig für die Leichtathletik bezeichnet, gleichzeitig aber betonte, nur für die Leichtathletik und nicht für andere Verbände sprechen zu können oder zu wollen, andererseits auch während der Olympischen Wettkämpfe mit zahlreichen Auftritte bei Siegerehrungen, um erfolgreichen Leichtathletik direkt zu gratulieren. Im Gegensatz zu manch anderem Funktionär oder Politiker war der Brite im Olympiastadion nie auch nur einem einzelnen Pfiff der Empörung ausgesetzt.
In einer Bilanz einer Tätigkeit wird gerne der sportliche Höhepunkt als Aufhänger in Betracht gezogen. Coe demonstrierte mit seiner besonnenen Zurückhaltung, dass für ihn die Leichtathletik als Ganzes im Vordergrund steht, nicht die zehn Wettkampftage unter Olympischen Ringe als Hauptschaufenster der Öffentlichkeit. Während das IOC die Strategie verfolgte, der Spitzensport und die hervorragenden TV-Bilder würden brisante Themen in den Hintergrund verdrängen, verlor Sebastian Coe diese nie aus dem Blick. Bereits vor den Spielen kündigte er an, dass er gelungene Spiele und fantastische Wettkämpfe erwarte. Seine große Herausforderung würde aber nach Olympia kommen. Wichtige Reformen und Änderung stehen an, zudem strebt die IAAF eine Rückkehr der russischen Leichtathletik in den Weltverband an – sofern die Russen die dafür nötigen Schritte einleiten.
Die Reise der internationalen Leichtathletik mit Kapitän Coe geht also weiter und es wird mit Sicherheit kein langweiliger Trip. „Die Leichtathletik befindet sich auf einem Weg der Verbesserung“, ist van Zee überzeugt.

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