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Selina Büchel und Homiyu Tesfaye bei Diamond League Meeting in Stockholm

Das Diamond-League-Doppel im hohen Norden bringt dem Schweizer Laufsport interessante Tage. Nur drei Nächte liegen zwischen dem sensationellen neuen Landesrekord im 3.000m-Lauf von Fabienne Schlumpf (siehe RunAustria-Bericht) und Selina Büchels Auftritt bei der Bauhaus Galan im alt ehrwürdigen Olympiastadion von…

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Das Diamond-League-Doppel im hohen Norden bringt dem Schweizer Laufsport interessante Tage. Nur drei Nächte liegen zwischen dem sensationellen neuen Landesrekord im 3.000m-Lauf von Fabienne Schlumpf (siehe RunAustria-Bericht) und Selina Büchels Auftritt bei der Bauhaus Galan im alt ehrwürdigen Olympiastadion von Stockholm. In der letzten Entscheidung des Sonntagnachmittags steht die Schweizerin dabei in einem interessanten Starterfeld und erwartet eine spannende Standortbestimmung auf höchster Ebene.
 

© Selina Büchel / Website
Selina Büchel beim Gewinn der Goldmedaille bei den Hallen-Europameisterschaften 2015. © Selina Büchel / Website
Semenyas Abwesenheit als Chance für Niyonsaba

Es ist eine seltene Gelegenheit, aber um so willkommener. Durch die Abwesenheit der Dominatorin Caster Semenya bietet sich die rare Chance eines Sieges für Francine Niyonsaba. Auch Margaret Wambui ist aufgrund der anstehenden kenianischen Vorausscheidungen für die Weltmeisterschaften in London Richtung Heimat abgereist. Zuletzt hat Semenya in Birmingham 2016 gefehlt, damals schlug Niyonsaba zu. Die Läuferin aus Burundi ist hoch favorisiert, erst recht, weil sie in Oslo eine starke Leistung ablieferte.
Um Rang zwei könnte Selina Büchel allerdings mitkämpfen. Die Olympia-Vierte Melissa Bishop ist noch nicht in der Rio-Form, Lynsey Sharp konnte zuletzt in Oslo überhaupt nicht überzeugen, was auch für Rose Mary Almanza gilt. Mit positiven Erlebnissen reisen Lokalmatadorin Lovisa Lindh und die Isländerin Anita Hinriksdottir nach Stockholm, die in Oslo beide ihre Bestleistungen verbessern konnten, sowie die Ukrainerin Olga Lyakhova, die zuletzt auf kleinerer Bühne in Prag und Turku gewinnen konnte.

Kiprop und die offenen Fragen

Qualifikationsdruck hat Asbel Kiprop keinen, denn als Titelverteidiger ist er in London gesetzt. Daher gelten seine Sorgenfalten weniger den kenianischen Trials als viel mehr seiner fürchterlichen Form. Das Debakel von Eugene schob er noch auf mangelnde Fitness aufgrund einer Verletzung, doch die Ergebnisse, die aus Kenia bekannt wurden, ließen die Warnsignale grell aufleuchten. Stockholm ist die nächste Chance für den dreifachen Weltmeister, Flagge zu zeigen.
Offene Fragen gibt es auch bezüglich der Leistungsfähigkeit von Abdelaati Iguider. Nach einem passablen Rennen in Eugene mit Rang sechs griff er in Oslo ins Klo und lief wettkampfmäßig laut Informationen der US-amerikanischen Läuferplattform „Let’s Run“ das langsamste Rennen sein einem Jahrzehnt (Meisterschaftsrennen ausgenommen).
Der Sieg von Jake Wightman in Oslo hat verdeutlicht, dass in der aktuellen Situation über die „metrische Meile“ Sensationen möglich sind. Favorit ist Sadik Mikhou, der sich zuletzt bei kleineren Meetings in Prag und Hengelo in bestechender Verfassung zeigte. Hervorragend ist die Ausgangsposition auch für Marcin Lewandowski, der seine persönliche Bestleistung in Oslo förmlich torpediert hat, und der Deutsche Homiyu Tesfaye, der sein Diamond-League-Saisondebüt gibt und durchaus mit einer Spitzenposition spekulieren kann. Auch einer der am Start stehenden Kenianer ist heuer schon schnell gelaufen, Timothy Cheruiyot.

Hindernislauf ohne Stars

Im erst zweiten Diamond-League-Rennen der Saison im 3.000m-Hindernislauf der Herren fehlen die großen Namen bis auf eine einzige Ausnahme geschlossen. Die erste Garde der Kenianer ist nach Afrika zurückgekehrt, daher liegt die Favoritenrolle klar auf den Schultern des Marokkaners Soufiane El Bakkali. Dieser hatte mit einer phänomenalen Bestleistung in Rom sogar am Thron von Conseslus Kipruto gezerrt. Wahrscheinlich ist der talentierte Nordafrikaner, Vierter bei den Olympischen Spielen, der einzige im Feld, der überhaupt eine Zeit von unter 8:10 Minuten anbieten kann. Mit starker Form reist der Eritreer Yemane Haileselassie an, auch dem Kenianer Nicholas Bett ist einiges zuzutrauen. Bei dieser Qualität ist auch den Europäern eine vorderer Platzierung zuzutrauen. Die besten Chancen haben Yoann Kowal aus Frankreich und Krystian Zalewski aus Polen.

Veranstalter nimmt zwei weitere Laufdistanzen ins Programm

Wie zuletzt in Oslo stehen nur drei Laufentscheidungen auf dem Programm, in denen es um Punkte für die Qualifikation für das Diamond-League-Finale geht. Der schwedische Veranstalter nahm aber einen 3.000m-Lauf der Damen in den Wettkampfplan, vor allen Dingen um Meraf Bahta und Sarah Lahti einen schönen Auftritt vor eigenem Publikum zu gewähren. Im von der erfahrenen Pacemakerin Tamara Tverdostup gepacten Rennen haben die Äthiopierinnen Haftamnesh Tesfaye und Azmera Gebru die besten Vorleistungen, aber die ehemalige 5.000m-Europameisterin Bahta sollte ihre Siegeschance haben.
Dasselbe gilt für einen 800m-Lauf der Herren, in dem mit Andreas Almgren und Andreas Kramer zwei Schweden stehen. 1.500m-Europameister Filip Ingebrigtsen holt auf der Unterdistanz Schwung für kommende Aufgaben. Haushoher Favorit ist Adam Kszczot, der zuletzt auch in Rom bereits gewonnen hat. Nur vier Tage nach seinem Triumph in Oslo ist das norwegische Lauftalent Jakob Ingebrigtsen in einem 1.500m-Lauf des Vorprogramms am Start.
Generell fällt auf, dass in Stockholm zahlreiche Stars der verschiedenen Disziplinen aus verschiedensten Gründen fehlen. Die unterdurchschnittliche Qualität der Starterfelder auf dem Papier ist aber a) eine Gelegenheit für spannende Rennen und/oder b) eine hervorragende Chance für europäische Läuferinnen und Läufer. Bis auf Büchel und Tesfaye haben es dennoch keine deutschsprachigen Läufer in die Starterlisten geschafft.
Diamond League Meeting in Stockholm

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