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Bisher ist der Kenianer Edward Cheserek international nicht wirklich aufgefallen. Das liegt auch daran, dass der 23-Jährige nicht für sein Heimatland Kenia an den Start gehen möchte, sondern lieber für seine Wahlheimat USA. Nachdem der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) aktuell keine Nationenwechsel…
Bisher ist der Kenianer Edward Cheserek international nicht wirklich aufgefallen. Das liegt auch daran, dass der 23-Jährige nicht für sein Heimatland Kenia an den Start gehen möchte, sondern lieber für seine Wahlheimat USA. Nachdem der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) aktuell keine Nationenwechsel erlaubt, um eine neue Regelung zu finden, befindet sich Cheserek in der Warteschleife. Und diese Geduldsprobe nützt er bereits seit Wochen, um auf seine sportlichen Fähigkeiten aufmerksam zu machen. Der Höhepunkt: Das vergangene Wochenende in Boston, als ihm binnen 24 Stunden zwei geniale Leistungen gelangen.

Während seine Landsleute Casimir Loxsom und Hallen-Weltmeister Boris Berian in sportliche Debakel schlidderten, feierte Donovan Brazier im 800m-Lauf einen ungefährdeten Sieg. In einer starken Zeit von 1:45,11 Minuten schrammte er lediglich um 0,11 Sekunden am US-Rekord von Johnny Gray vorbei. Dabei hatte er von einer 600m langen, ungeplanten Tempoarbeit von Berian profitiert. Eine starke Leistung zeigte der Deutsche Marc Reuther, der dank einer starken Schlussphase einen sicheren zweiten Rang herauslief und in einer Zeit von 1:46,78 Minuten nur knapp an seiner persönlichen Bestleistung vorbeilief. Die vom DLV geforderte Qualifikationszeit von 1:46,50 Minuten verpasste der 21-Jährige allerdings. In der Gesamtwertung liegt Marc Reuther mit sieben Punkten nun auf dem geteilten fünften Rang, Brazier mit zehn Zählern auf dem geteilten zweiten Rang hinter Adam Kszczot.
Im 1.500m-Lauf ging es um keine Punkte für die Gesamtwertung der IAAF World Indoor Tour, dennoch entwickelte sich ein spannendes Rennen. Chris O’Hare setzte sich in einer Zeit von 3:37,03 Minuten im inner-britischen Duell gegen Jake Wightman durch. Es ist ein neuer schottischer Hallen-Rekord.
In Abwesenheit der Stars, darunter die zweifache Siegerin Genzebe Dibaba und Konstanze Klosterhalfen, gewann die Äthiopierin Dawit Seyaum, Medaillengewinnerin bei den Hallen-Weltmeisterschaften von Portland 2016, den 1.500m-Lauf der Damen. In einer guten Zeit von 4:04,38 Minuten verwies sie die Jamaikanerin Aisha Praught, eigentlich Spezialistin für Hindernisläufe, und ihre Landsfrau Gudaf Tsegay auf die weiteren Plätze. Diana Sujew kam vor der irischen WM-Medaillengewinnerin von Amsterdam, Ciara Mageean auf Rang sieben ins Ziel. Seyaum liegt in der Gesamtwetung hinter Genzebe Dibaba, der Kenianerin Beatrice Chepkoech und Konstanze Klosterhalfen auf Rang vier. Zwei Läufe sind noch ausständig – in Torun und Glasgow.
Die US-amerikanische WM-Silbermedaillengewinnerin im 1.500m-Lauf von London, Jennifer Simpson war in Boston über die doppelte Distanz am Start und siegte. In einer Zeit von 8:40,31 Minuten lief sie für Fotyen Tesfay aus Äthiopien, Stephanie Twell aus Großbritannien und Hindernislauf-Weltmeisterin Emma Coburn über die Ziellinie.
Eine Sensation gab es im 800m-Lauf der Damen, den die Kanadierin Jenna Westaway in einer überraschend starken Zeit von 2:01,22 Minuten gewann. Damit war die 23-Jährige, die fast den gesamten Lauf von vorne gestaltete, um fast eine Sekunde schneller als bei ihrem schnellsten 800m-Lauf im Freien, wo vier Kurven weniger zu absolvieren sind. Allerdings zeigte sie bereits zuletzt starke Auftritte, u.a. bei den Millrose Games. Raevyn Rogers, die zuletzt bereits etwas schwächelnde Charlene Lipsey und die Britin Lynsey Sharp, alle höher eingeschätzt als Westaway, mussten sich in dieser Reihenfolge geschlagen geben.
IAAF World Indoor Tour in Boston