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Sevilla Marathon macht Olympia-Feld komplett

Wie seit Jahren fast verlässlich lieferte auch 2024 der Sevilla Marathon Topleistungen in einer gewaltigen Dichte. Acht neue Landesrekorde fielen vergangenen Sonntag in der andalusischen Stadt, außerdem der Streckenrekord im Männerrennen. Der Einfluss auf die „Road to Paris“ ist beachtlich, bei den Frauen ist das Feld mit 80 Läuferinnen nun in der Theorie komplett.
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80 Läuferinnen sollen maximal bei den Olympischen Marathonläufen an den Start gehen, so der Wunsch des Leichtathletik-Weltverbands auf Basis des für die Leichtathletik vorgesehenen Kontingents von Seiten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Genau 80 Läuferinnen in der Rechnung mit maximal drei pro Nation haben mit vergangenen Sonntag nun das Limit von 2:26:50 Stunden unterboten. Dazu gekommen sind beim Sevilla Marathon sieben Leistungen, überwiegend nicht aus dem Kreis der weltbekanntesten Läuferinnen – aber das internationale Niveau im Marathon der Frauen ist in den letzten Jahren massiv gestiegen. Méline Rollin, eine 25-jährige Französin, steigerte als Siebtplatzierte in einer Zeit von 2:24:12 Stunden den französischen Rekord von Christelle Daunay vom Paris Marathon 2010 um zehn Sekunden. Bisher konnte Rollin beim Amsterdam Marathon 2023, als sie das Limit um acht Sekunden verpasste, ihre Qualität für diese Leistungen andeuten, bei der Halbmarathon-WM 2023 belegte sie zwei Wochen davor den 18. Platz. Nun führt sie die französische Liste von fünf Olympia-Limits an. Ihr gelang eine tolle Leistung mit einem sehr regelmäßigen Marathon. Bis zur Halbzeit lag Rollin in der Verfolgergruppe nicht weit hinter der Spitze, erst nach der Zwischenzeit bei Kilometer 30 verlor sie einige Sekunden zum vorangegangenen Tempo.

Méline Rollins Halbmarathon-Splits: 1:11:50 / 1:12:22 Stunden
Méline Rollins 5km-Teilzeiten: 16:59 / 17:00 / 17:06 / 17:02 / 17:04 / 17:03 / 17:30 / 17:07 / 7:21 (2,195 km) Minuten

Leistungsexplosionen im spanischen Marathonlauf

Sechs Sekunden hinter ihr überquerte Florencia Borelli die Ziellinie mit einem neuen Südamerika-Rekord, 32 Sekunden schneller als Silvia Patricia Ortiz aus Ecuador beim Valencia Marathon 2023. Die 31-Jährige verbesserte ihren eigenen argentinischen Landesrekord um über zweieinhalb Minuten auf eine Zeit von 2:24:18 Stunden und ist die erste argentinische Marathonläuferin mit dem Limit für Paris 2024. Die Spanierin Esther Navarrete legte ein irres Marathon-Debüt hin und finishte in einer Zeit von 2:24:40 Stunden. Gemeinsam mit Meritxell Soler, die sich auf eine Zeit von 2:24:57 Stunden steigerte, schrieb sie die spanische Liste im Qualifikationszeitraum um. Das Duo liegt auf den Rängen zwei und drei hinter Majida Maayouf. Acht spanische Läuferinnen haben nun das Olympia-Limit erbracht, vor Start dieses Qualifikationszeitraums lag der spanische Rekord seit 1995 bei einer Zeit von 2:26:51 Stunden.

Gewaltige Steigerungen

Neu in der Liste für Paris ist ein zweiter Startplatz für Marokko durch Rahma Tahiri (2:24:51), die sich in ihrem zweiten Marathon mit einer Steigerung um acht Minuten auf Rang drei der ewigen marokkanischen Bestenliste schob. Auch Chloé Herbiet, die sich um drei Minuten auf eine Zeit von 2:24:56 Stunden steigerte, hat ihr Ticket für Paris gebucht. Einen Olympia-Startplatz dazu bekam Südafrika dank der sensationellen Debütleistung von Cian Oldknow auf eine Zeit von 2:25:08 Stunden. Oldknow war WM-15. im Halbmarathon 2023, ist davor international nicht aufgefallen. Den dritten Olympia-Startplatz für Ecuador sicherte sich Mary Zenaida Granja, mit einer Zeit von 2:26:34 Stunden nun Nummer drei der Bestenliste ihres Heimatlandes. Tereza Hrochova sicherte sich mit einer Zeit von 2:26:38 Stunden den zweiten tschechischen Platz, sie steigerte sich wenige Tage vor ihrem 28. Geburtstag um zweieinhalb Minuten. Luz Mery Rojas aus Peru schob sich in der „Road to Paris“ hinter Julia Mayer auf die 78. Position, 2:26:47 Stunden und damit Rang zwei der ewigen peruanischen Bestenliste. Die Punktlandung bedeutete eine Verbesserung um fast zehn Minuten im Gegensatz zu ihrem Marathon-Debüt in Lima 2022.

Die Schwedin Carolina Wikström hatte das Olympia-Limit bereits in der Tasche, mit einer Verbesserung von fast zwei Minuten auf eine Zeit von 2:24:30 Stunden erzielte die zweitschnellste schwedische Marathonzeit der Geschichte hinter dem 13 Jahre alten Landesrekord von Isabellah Andersson. Damit ist nun fix: Keine Marathonläuferin wird über die Weltrangliste einen Startplatz für Paris 2024 bekommen, das hat sich schon seit Wochen abgezeichnet.

Gebru siegt mit Negativ-Splt

An der Spitze war der Sevilla Marathon nicht auf einen Streckenrekord ausgelegt. Eine große Spitzengruppe erreichte den Halbmarathon nach 1:11:23 Stunden. In einem schnellen Finale erwies sich die Äthiopierin Azmera Gebru als die Beste. Die 28-jährige Äthiopierin siegte in einer Zeit von 2:22:13 Stunden vor Josephine Chepkoech aus Kenia und deren Landsfrau Magdalyne Masai, Siegerin des letztjährigen Vienna City Marathon. Beide Kenianerinnen blieben auch unter 2:23 Stunden. Für Gebru war es die zweitschnellste Marathonzeit ihrer Karriere, in der sie schon in Amsterdam und Paris auf dem Stockerl stand. Die Dichte im Frauen-Feld war enorm: 19 Läuferinnen unterboten das Olympia-Limit von 2:26:50 Stunden, 29 Läuferinnen blieben unter 2:30 Stunden. Optimale äußere Marathon-Bedingungen erlaubten diese Zahlen.

Azmera Gebrus Halbmarathon-Splits: 1:11:23 / 1:10:50 Stunden
Azmera Gebrus 5km-Teilzeiten: 16:52 / 16:55 / 16:58 / 17:01 / 16:56 / 16:49 / 17:01 / 16:30 / 7:11 (2,195 km) Minuten

Geleta mit neuem Streckenrekord

Im Rennen der Männer dagegen fiel der Streckenrekord, dank eines Negativ-Splits des äthiopischen Siegers Deresa Gelete. In einer Zeit von 2:03:27 Stunden blieb er 76 Sekunden unter dem alten Streckenrekord seines Landsmanns Asrar Abderehman und markierte den fünften äthiopischen Sieg in Serie in Sevilla. Nur die World Marathon Majors in Chicago, Berlin, London und Tokio sowie der Valencia Marathon haben noch einen schnelleren Streckenrekord als der Sevilla Marathon. Gelete ist ein erfahrener Marathonläufer, der schon Zweiter beim Dubai Marathon 2023, Dritter beim Frankfurt Marathon 2022 und Sieger beim Peking Marathon 2023 war.

Deresa Geletas Halbmarathon-Splits: 1:01:50 / 1:01:37 Stunden
Deresa Geletas 5km-Teilzeiten: 14:34 / 14:30 / 14:43 / 14:49 / 14:55 / 14:14 / 14:45 / 14:33 / 6:24 (2,195 km) Minuten

Neue Landesrekorde für Frankreich, Israel und Italien

Die großen Geschichten des Männerrennens entstammen aber europäischen Federn. Morhad Amdouni verbesserte seinen eigenen französischen Marathonrekord um eineinhalb Minuten auf eine Zeit von 2:03:47 Stunden und ist erst der zweite Europäer nach Bashir Abdi mit einer Marathonzeit unter 2:04 Stunden. Gashau Ayale steigerte seinen eigenen israelischen Marathonrekord um 40 Sekunden auf eine Zeit von 2:04:53 Stunden und ist der sechste europäische Marathonläufer mit einer Bestzeit unter 2:05 Stunden. Und Yemaneberhan Crippa verbesserte sich nach einem mittelmäßigen Marathon-Debüt vor zehn Monaten in Mailand auf eine Zeit von 2:06:06 Stunden und blieb 70 Sekunden unter dem italienischen Marathonrekord von Iliass Aouani.

In Sevilla entwickelte sich ein direktes Duell um die nationale Bestleistung zwischen dem 10.000m-Europameister und dem ehemaligen Rekordhalter Eyob Faniel. Während Crippa im Finale noch beschleunigen konnte, verlor Faniel, der im Gegensatz zu Crippa die Halbmarathon-Zwischenzeit in der Spitzengruppe erreichte und noch bei Kilometer 35 fast zwei Minuten vor seinem Landsmann lag, kontinuierlich an Zeit, blieb in 2:07:09 Stunden aber ebenfalls noch unter dem alten Rekord. Die dritte herausragende italienische Leistung lieferte der 38-jährige Routinier Daniele Meucci, Europameister von 2014, mit einer Leistung von 2:07:49 Stunden – womit nun fünf Italiener das Olympia-Limit unterboten haben.

66 Olympia-Startplätze sind nun über die Direktlimits vergeben. Neu dazu gekommen sind der neue schwedische Marathonrekordhalter Suldan Hassan, der sein Marathon-Debüt in 2:07:36 Stunden abschloss, und der neue chilenische Rekordhalter Carlos Martin Diaz Del Rio. Auch der Kanadier Rory Linkletter hat den Sprung unter das Olympia-Limit geschafft: 2:08:01 Stunden. Insgesamt blieben in Sevilla 17 Läufer unter 2:08:10 Stunden und sagenhafte 41 Läufer unter 2:10 Stunden, darunter der Deutsche Haftom Welday (2:08:29). Laut Runner’s World registrierte nur der Beppu-Oita Marathon 2021 mehr sub-2:10-Zeiten.

Yemaneberhan Crippas Halbmarathon-Splits: 1:03:15 / 1:02:51 Stunden
Yemaneberhan Crippas 5km-Teilzeiten: 14:51 / 14:54 / 15:08 / 15:04 / 15:10 / 14:57 / 15:20 / 14:31 / 6:11 (2,195 km) Minuten

Der spanische Meistertitel ging an Ibrahim Chakir, bei den Frauen triumphierte Navarrete.

Ergebnisse Zurich Maraton de Sevilla 2024

Männer

  1. Deresa Geleta (ETH) 2:03:27 Stunden * / **
  2. Morhad Amdouni (FRA) 2:03:47 Stunden ***
  3. Gashau Ayale (ISR) 2:04:53 Stunden ****
  4. Yemaneberhan Crippa (ITA) 2:06:06 Stunden *****
  5. Tafese Delelegn (ETH) 2:06:11 Stunden **
  6. Ghirmay Ghebreslassie (ERI) 2:06:49 Stunden
  7. Eyob Faniel (ITA) 2:07:09 Stunden **
  8. Melaku Belachew (ETH) 2:07:28 Stunden **
  9. Suldan Hassan (SWE) 2:07:36 Stunden ******
  10. Ibrahim Chakir (ESP) 2:07:48 Stunden **
  11. Daniel Meucci (ITA) 2:07:49 Stunden **
  12. Samuel Russom (ERI) 2:07:57 Stunden **
  13. Rory Linkletter (CAN) 2:08:01 Stunden **
  14. Petro Mamu (ERI) 2:08:01 Stunden **
  15. Mohamed El Talhaoui (MAR) 2:08:03 Stunden **
  16. Phil Sesemann (GBR) 2:08:04 Stunden **
  17. Carlos Martin Diaz (CHI) 2:08:04 Stunden *******

    21. Haftom Welday (GER) 2:08:29 Stunden
    40. Ayad Lamdassem (ESP) 2:09:43 Stunden
    75. Erik Hille (GER) 2:14:25 Stunden

Frauen

  1. Azmera Gebru (ETH) 2:22:13 Stunden
  2. Josephine Chepkoech (KEN) 2:22:38 Stunden **
  3. Magdalyne Masai (KEN) 2:22:51 Stunden
  4. Derartu Hailu (ETH) 2:23:18 Stunden **
  5. Antonina Kwambai (KEN) 2:23:47 Stunden
  6. Dalila Abdulkadir (BRN) 2:24:02 Stunden **
  7. Meline Rollin (FRA) 2:24:12 Stunden ***
  8. Florencia Borelli (ARG) 2:24:18 Stunden ********
  9. Caroline Wikström (SWE) 2:24:30 Stunden **
  10. Tulu Gebisa (ETH) 2:24:37 Stunden **
  11. Esther Navarrete (ESP) 2:24:40 Stunden *********
  12. Rahma Tahiri (MAR) 2:24:51 Stunden **
  13. Cloe Herbiet (BEL) 2:24:56 Stunden **
  14. Meritxel Soler (ESP) 2:24:57 Stunden **
  15. Cian Oldknow (RSA) 2:25:08 Stunden *********

* neuer Streckenrekord
** neue persönliche Bestleistung
*** neuer französischer Marathonrekord
**** neuer israelischer Marathonrekord
***** neuer italienischer Marathonrekord
****** neuer schwedischer Marathonrekord
******* neuer chilenischer Marathonrekord
******** neuer Südamerikarekord im Marathon
********* Marathon-Debüt

Zurich Maraton de Sevilla

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