Enter your email address below and subscribe to our newsletter

Sieben Jahre Sperre für Kibiwott Kandie

Er war Weltrekordhalter und WM-Medaillengewinner im Halbmarathon. Nun ist die Karriere von Kibiwott Kandie wegen eines interessanten Dopingfalls de facto vorbei.
Weiterlesen

Share your love

Kibiwott Kandie hat sich verspekuliert. Als ehemaliger Weltrekordläufer und immer noch kenianischer Rekordhalter im Halbmarathon (57:32 Minuten) sowie Gewinner der WM-Silbermedaille 2020 im Halbmarathon als 24-Jähriger galt er als Anwärter, auch im Marathon zum Weltstar aufzusteigen. Das gelang nicht, nach einem aufregenden Urteil der Athletics Integrity Unit (AIU) hängt nun ein tiefer Schatten über seinen Errungenschaften. Denn Kibiwott Kandie ist des Dopings überführt.

Die AIU sprach eines der härtesten Urteile seit Bestehen der unabhängigen Ermittlungskomission von World Athletics aus: Acht Jahre Sperre, die um ein Jahr reduziert wurde, weil der Athlet die Strafe akzeptierte und damit weitere rechtliche Auseinandersetzungen zu verhindern half. Am 13. März 2032 ist Kandie wieder startberechtigt, dann wird er fast 36 Jahre alt sein – die besten Jahre einer Leistungssportkarriere sind dann vorbei.

AIU weist Betrug nach

Die AIU begründet das drastische Urteil mit dem Manipulationsversuch des Athleten, die übliche Sperre zu umgehen, indem er am 1. März 2025 eine Dopingkontrolle zu verhindern wusste – was praktisch einer positiven Dopingprobe gleichkommt. Er verließ sein Haus unter Anwesenheit der Augenzeugen, die Kontrolleure, nach einem Telefonat mit dem Verweis auf eine dringliche Zahlung, die er hätte tätigen müssen.

Die Ermittler der AIU und der kenianischen Anti-Doping-Behörde enttarnten den Grund für das Verweigern der Dopingkontrolle als gefälscht und wiesen dem Athleten über Mobiltelefon-Auswertungen elf Banküberweisungen an einen Mediziner nach, den er auch mit dem besagten Telefonat kontaktiert hatte.

Ein starkes Signal der AIU

„Dieser Fall macht deutlich, dass in der Leichtathletik keine Athlet:innen über den Regeln steht. Wenn ein Athlet sich einer Dopingkontrolle verweigert, gefährdet dies die Integrität des Sports“, erklärte AIU-Chef Brett Clothier in einer Stellungnahme zum Fall Kandie. „Die AIU verfügt über umfassende forensische Kapazitäten und wird solche Fälle gründlich untersuchen, um sicherzustellen, dass die Wahrheit ans Licht kommt“, ergänzte er.

In Kenia wird die Sperre Kandies laut der kenianischen Tageszeitung „Daily Nation“ noch u.a. getoppt von Rio-Olympiasiegerin Jemima Sumgong und ihrem Marathonkollegen Titus Ekiru, die acht bzw. zehn Jahre gesperrt wurden. Auch der ehemalige Marathon-Star Lawrence Cherono erhielt eine siebenjährige Sperre.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © Pixabay – Symbolbild

Share your love