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Sieg für Bredlinger in Wien, Silber für Seiler in Belgrad

In einem Soloritt in der Sport Arena Wien kam Caroline Bredlinger nicht an das Hallen-WM-Limit heran. Lotte Seiler holte sich bei den Balkan-Hallenmeisterschaften Silber.
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Caroline Bredlinger versuchte beim 2. ÖLV Hallenmeeting in Wien vergeblich, im Alleingang das Hallen-WM-Limit zu knacken. Lotte Seiler holte nach turbulenter Anreise Silber bei den Balkan-Hallenmeisterschaften in Belgrad.

Am Donnerstagabend hing Caroline Bredlinger (LT Bgld. Eisenstadt), wie die gesamte 800m-Welt, am Livestream und verfolgte, wie Keely Hodgkinson – „ein absolutes Vorbild in allen Bereichen!“ – in Liévin zum Hallen-Weltrekord stürmte (siehe RunUp.eu-Bericht). Österreichs aktuell Beste in dieser Disziplin staunte, wie der britische Superstar im Alleingang den 24 Jahre alten Hallen-Weltrekord von Jolanda Ceplak nicht nur einfach verbesserte, sondern gleich um eine Sekunde förmlich pulverisierte – mit Ansage. „Es ist ein absoluter Wahnsinn, was sie drauf hat!“, so die Burgenländerin, die zum Zeitpunkt des alten Hallen-Weltrekords gerade einmal elf Monate auf der Welt war. Wie so viele in der Szene verspürte sie Freude, dass dieser Hallen-Weltrekord, gelaufen 2002 in Wien, nun endlich Geschichte ist.

Hallen-WM-Limit außer Reichweite

Die Österreicherin verfolgte am vergangenen Wochenende auch eigene Ziele. Angesichts ihrer Position im Qualifikationsranking für die Hallen-WM in Torun entschied sie sich spontan, beim ÖLV-Hallenmeeting in der Sport Arena Wien einen 800m-Lauf zu bestreiten. Angesichts fehlender Konkurrenz auf ihrem Niveau lief sie im Alleingang zu einer Zeit von 2:02,67 Minuten, das erhoffte Hallen-WM-Limit von 2:00,90 Minuten blieb aber außer Reichweite. „700 Meter lang war es ein wirklich gutes Rennen. Auf den letzten 100 Metern ist es mir komplett eingefahren – das alleine Laufen, aber auch das Training. Da das Rennen relativ spontan geplant war, war es schon sehr schmerzhaft“, berichtete die 24-Jährige.

2. ÖLV-Hallenmeeting in Wien

Zitterpartie Richtung Hallen-WM

Im „Road to Torun“ liegt die Österreicherin bei 30 Startplätzen in der bereinigten Liste nur noch auf Rang 28. Gereiht wird bei Hallen-Höhepunkten seit kurzem abseits der Direktqualifikation nicht mehr laut Weltrangliste, sondern laut Saisonbestleistungen. Jene von Bredlinger liegt bei einer Zeit von 2:00,97 Minuten, 27 Läuferinnen haben das Limit bereits erbracht.

Für die Burgenländerin wird dies schwierig, denn auch bei den Staatsmeisterschaften nächste Woche muss sie alleine von vorne laufen und braucht einen extremeren Husarenritt als letztes Jahr, als sie in einer ähnlichen Ausgangsposition war. Von den Bonuspunkten für die Weltrangliste kann sie als designierte Staatsmeisterin – die Favoritinnenrolle ist haushoch – eben nicht profitieren. Vor einem Jahr reichte es über die Wild Cards für eine WM-Teilnahme in Nanjing. In diesem Jahr ist das globale Niveau jedoch ungleich höher und das Limit straffer – dazu der Austragungsort ohne Reisestrapazen für viele attraktiver.

Heimische Siege auf den Mittelstrecken

Zwei österreichische Siege gab es in den Mittelstreckenrennen der Männer. Niklas Kainrath (Union St. Pölten) gewann den 800m-Lauf in einer Zeit von 1:52,79 Minuten. Samuel Kreb (ULC Linz Oberbank) belegte in persönlicher Bestleistung von 1.55,27 Minuten Platz vier.

© ÖLV / @amri.sports

Tobias Rattinger (LAC BMD Amateure Steyr) dominierte den 1.500m-Lauf in einer persönlichen Bestleistung von 3:49,52 Minuten. Kevin Kamenschak (ATSV Linz LA) unterstützte ihn als Tempomacher. Bernhard Schmid (SVS Leichtathletik) wurde in 3:54,73 Minuten Dritter. Der Sieg im 1.500m-Lauf der Frauen ging an Hanna Bruckmayer aus Deutschland (4:22,06).

Silber für Seiler bei Balkan-Hallenmeisterschaften

Zwei Athletinnen vertraten den Österreichischen Leichtathletik-Verband (ÖLV) bei der 30. Ausgabe der Balkan-Hallenmeisterschaften, die in Belgrad über die Bühne gingen. Sprinterin Isabel Posch (TS Lustenau) eroberte 60m-Gold, Lotte Seiler (KSV Alutechnik) belegte im 1.500m-Lauf in einer Zeit von 4:22,53 Minuten den zweiten Platz hinter Ioulianna Roussou aus Griechenland. „Ich bin gestern nach 14 Stunden Anreise erst um drei Uhr früh hier angekommen. Entsprechend müde und schwach hab ich mich nach der kurzen Nacht heute gefühlt. Am Ende habe ich noch einmal zurückgefightet, ich habe versucht, alles herauszuholen. Unter diesen Umständen war mein Abschneiden ok“, wird die Steirerin auf der Website des ÖLV zitiert.

© ÖLV / Ivica Veselinov

Französischer Rekord für Guillemot

Hallen-Europameisterin Agathe Guillemot hat ihre bisher starke Hallensaison mit einem weiteren Topergebnis aufgehübscht. Die 26-Jährige gewann den 1.500m-Lauf im Rahmen des letzten World Athletics Indoor Tour Meeting in Torun, dem Schauplatz der Hallen-WM im kommenden Monat, im Duell mit den höher eingeschätzten Äthiopierinnen Freweyni Hailu und Birke Haylom. Dabei verbesserte die Französin ihren eigenen nationalen Hallenrekord auf eine Zeit von 4:00,64 Minuten. Haylom gewann die Indoor-Tour-Gesamtwertung.

Auch im 1.500m-Lauf der Männer gab es mit Azzedine Habz einen französischen Sieg in einer starken Zeit von 3:32,56 Minuten. Ebenfalls auf der Erfolgswelle schwimmt der Belgier Eliott Crestan, der im 800m-Lauf eine Zeit von 1:44,07 Minuten lief und damit eine große polnische Party verhinderte. Denn die Lokalmatadoren Maciej Wyderka und Filip Ostrowski performten in 1:44,30 und 1:44,72 Minuten stark und belegten die Ränge zwei und drei. Der 26-jährige Belgier sicherte sich mit seinem dritten Sieg in der laufenden World Athletics Indoor Tour den Disziplinen-Gesamtsieg und damit einen zusätzlichen WM-Startplatz für sein Land. 1.500m-Weltmeister Isaac Nader wurde Fünfter.

Im 800m-Lauf der Frauen belegte Lokalmatadorin Anna Wielgosz in 1:59,47 Minuten Platz zwei hinter Nigist Getachew aus Äthiopien. Auch Clara Libermann aus Frankreich, Isabelle Boffey aus Großbritannien, Gabriela Gajanova aus der Slowakei und Eloisa Coiro blieben unter zwei Minuten. Libermann (1:59,50) blieb als erste französische Läuferin überhaupt in der Halle unter zwei Minuten, Gajanova (1:59,85) als erste slowakische.

Autor: Thomas Kofler
Bilder: © ÖLV / @amri.sports, © ÖLV / Ivica Veselinov

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