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Sportlich die beste WM aller Zeiten

Die wahrscheinlich exotischsten Leichtathletik-Weltmeisterschaften sind Geschichte. Jene Ausgabe, die zum ersten Mal nicht im Sommer, sondern aus klimatischen Gründen im Herbst stattgefunden hat. Die erste WM im Nahen Osten polarisiert in ihrer Gesamt-Analyse, sie war aus vielen Gründen anders als…

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Die wahrscheinlich exotischsten Leichtathletik-Weltmeisterschaften sind Geschichte. Jene Ausgabe, die zum ersten Mal nicht im Sommer, sondern aus klimatischen Gründen im Herbst stattgefunden hat. Die erste WM im Nahen Osten polarisiert in ihrer Gesamt-Analyse, sie war aus vielen Gründen anders als die Vorgänger-Austragungen. Auch sportlich, wie die IAAF in ihrem ersten Überblick betont. Laut eines eigenen Index’, der die fünf besten Resultate der Wettbewerbe berechnete, war die WM 2019 in Doha die von den sportlichen Leistungen her wertvollste vor jener in Peking 2015 und jener in London 2017. Nicht nur die Spitzenleistungen, sondern auch die Durchschnittsleistungen erzielten einen neuen WM-Rekord vor London 2017 und Sevilla 1999.
 

Eine WM der Rekorde

„Letztendlich messen wir den Erfolg unserer Sportart am Erfolg der Athleten und deren Trainer. Die Leistungen waren unglaublich, die Athleten haben für die beste Show in der Geschichte der IAAF Weltmeisterschaften gesorgt. Das ist auch ein Lob an die Veranstalter, die perfekte Bedingungen geschaffen haben“, sagte IAAF-Präsident Sebastian Coe am Schlusstag der WM und damit auch am letzten Tag, an dem sich der Leichtathletik-Weltverband IAAF nennt. Seit Montag heißt der Verband offiziell World Athletics. Neben zwei Weltrekorden wurden in den zehn Wettkampftagen von Doha 14 Weltjahresbestleistungen, 21 Kontinentalrekorde und 86 Landesrekorde gebrochen.
Eine Zahl, die Coe in Doha fast täglich ins Schaufenster der Öffentlichkeit stellte, ist die weltumspannende Dimension der Leichtathletik. Athleten aus mehr als 200 Nationen nahmen an den Wettkämpfen teil, Athleten aus 43 Nationen gewannen mindestens einmal Edelmetall, Athleten aus 68 Nationen erzielten mindestens eine Top-Acht-Platzierung. „Wir sind sehr stolz, dass wir mehr Länder als jede andere Sportart erreichen. In der Leichtathletik können Athleten unterschiedliche Kulturen und Verhältnisse erfahren, das macht uns so offen“, so der Brite, der vor der WM für vier weitere Jahre in sein Amt gewählt wurde.
 

© SIP / René van Zee
Historisches Abschneiden des ÖLV

Das beste Abschneiden der WM-Geschichte feierte auch der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV), der mit Lukas Weißhaidinger (ÖTB OÖ LA) und Verena Preiner (Union Ebensee) gleich zwei Bronzemedaillen feiern durfte und damit die Ausbeute bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften insgesamt verdoppelte. „Athleten und Trainer haben bewiesen, dass man auch als Österreicherin und Österreicher in der Leichtathletik, der Kernsportart der Olympischen Spiele, Erfolge feiern kann“, freut sich ÖLV-Sportdirektor Gregor Högler. „Aus Verbandssicht betrachtet sind wir mit unseren Schwerpunkten Mehrkampf, Marathon sowie der Unterstützung von Ausnahmeathleten wie Weißhaidinger absolut richtig gelegen. Ich denke, der ÖLV ist ein Best-Practice-Beispiel für den österreichischen Sommersport. Ich möchte unseren Partnern aus dem Fördersystem und unseren Partnerfirmen für das Vertrauen danken.“
Den beiden glänzenden Auftritten von Weißhaidinger und Preiner stehen polarisierend das ganz frühe Ausscheiden von Ivona Dadic (Union St. Pölten) und der unrunde, von Schmerzen überschattete Marathon von Lemawork Ketema (SVS Leichtathletik) gegenüber. Beate Schrott (Union St. Pölten) schaffte den Sprung ins Halbfinale des 100m-Hürdensprints, was als Erfolg zu werten ist. Victoria Hudson (SVS Leichtathletik) scheiterte erwartungsgemäß deutlich in der Qualifikation, sammelte aber wichtige Erfahrungen für zukünftige internationale Speerwurf-Wettkämpfe. Das positive Abschneiden der rot-weiß-roten Delegation zeigt sich auch in den Statistiken: Österreich landete im Medaillenspiegel unter 43 platzierten Nationen auf Rang 30 und ließ unter anderem große Leichtathletik-Nationen wie Spanien, Italien und Marokko hinter sich – und Südafrika, das ohne Caster Semenya, Wayde van Niekerk u.a. mehr erstmals seit 2007 ohne Medaille blieb. Im Placing Table, der alle Top-Acht-Platzierungen berücksichtigt, liegt Österreich dank der beiden dritten Plätze mit zwölf Punkten auf Platz 32 der 68 platzierten Nationen – u.a. vor Nigeria, der Türkei, Kroatien, Marokko oder Griechenland.
 

Der Stimmungshöhepunkt der WM: Die Kurve hinter der Hochsprung-Entscheidung der Männer. © SIP / René van Zee
USA dominiert die Leichtathletik

Die dominante Nation bei der WM in Doha war die USA, die insgesamt 29 Medaillen, davon 14 in Gold einsammelte. Kenia mit fünf Goldmedaillen aus dem Laufbereich und Jamaika, das längst nicht mehr nur im Sprint erfolgreich ist, folgen auf den weiteren Stockerlplätzen. Deutschland erlebte mit sechs Medaillen, davon zwei Goldene und vier Bronzene, eine gute WM und ist hinter Großbritannien, das die schlechteste Medaillenbilanz seit 14 Jahren aufwies, auf Rang sieben die beste europäische Nation im Medaillenspiegel. Olympia-Gastgeber Japan folgt auf Rang acht. Die Schweiz schaffte mit der überraschenden Sprintmedaille von Mujinga Kambundji den Sprung in den Medaillenspiegel.
Beim deutschen Abschneiden sind die zwei Bronzemedaillen von Gesa Krause und Konstanze Klosterhalfen aus dem Laufbereich neu – zumindest was alle Weltmeisterschaften im neuen Jahrtausend betrifft. Die Lauf-Disziplinen wurden wie bewährt von Kenia und Äthiopien dominiert, die wie auch die Niederlande dank Sifan Hassan und Uganda alle seine Medaillen auf den Laufdistanzen sammelten. In zwölf Laufentscheidungen schafften es immerhin 13 verschiedene Nationen auf das Stockerl. Trotz der Goldmedaille durch Donavan Brazier über 800m war die USA bei vergangenen globalen Events schon näher an den beiden ostafrikanischen Laufgrößen dran, insbesondere bei den Olympischen Spielen von Rio.
 

Globales Denken

Die WM-Vergabe nach Doha, die sicherlich unter moralisch nicht einwandfreien Begleiterscheinungen zustande kam, war vielen Sportlern und Medien aus den Kernländern der Sportart ein Dorn im Auge. Dieser Eindruck zog sich durch die komplette WM durch. Dabei vergasen viele, dass gar nicht die IAAF-Führung unter Coe, sondern jene unter Lamine Diack die WM 2019 vergeben hat. „Für uns ist es wichtig, dass wir die Leichtathletik beliebter und bekannter machen. Und zwar weltweit. Wir bringen diese Sportart überall da hin, wo sie gut ankommen kann. Wenn wir uns als globale Sportart definieren, müssen wir global denken“, argumentierte Coe gegenüber der ARD. „Die einhellige Meinung ist, dass das Projektmanagement und die Bedingungen hier großartig sind.“ Die Leichtathletik-WM 2019 wird sicherlich nicht als das nachhaltigste Sportereignis der Welt in die Geschichte eingehen, aber durch die potenten Klimaanlagen im Stadion fanden die Athletinnen und Athleten zumindest in der Haupt-Wettkampfstätte perfekte Bedingungen vor, was auch die teils fabelhaften Leistungen erklären.
Während hervorragende Wettkampfbedingungen ein Fakt sind – das zeigen die für Meisterschaftsrennen untypisch hervorragenden Leistungen in den Ausdauerdisziplinen, ist Argument Nummer eins diskussionswürdig. Die Leichtathletik bedient sicher stärker alle Regionen der Sportwelt als alle anderen Sportart. Ob eine WM in der Wüste des nahen Ostens trotzdem unerlässlich sein mag, ist nicht eindeutig. Denn die fehlende Leichtathletik-Begeisterung im Gastgeberland war schon ein hinkendes Bein für die Gesamtpräsentation des Saisonhöhepunkts der Leichtathletik. Dass Doha unmittelbar nach der stimmungsvollsten WM aller Zeiten in London mit dramatischen Zuschauerrekorden und den ebenfalls höchst gelungenen Europameisterschaften in Berlin an der Reihe war, war chronologisches Pech, bestärkte aber den drastischen Eindruck.
 

© SIP / René van Zee
Halbleeres Stadion

Ein wesentlicher und berechtigter Kritikpunkt war die geringe Auslastung der Tribünen im Stadion und die verwaisten Zuschauerplätze bei den Straßen-Events. Gäbe es im Katar nicht Communities afrikanischer Länder, die aus beruflichen Gründen in Doha leben (Im Katar besteht sage und schreibe 88% der Bevölkerung aus Einwanderern, Anm.), hätte einigen Sessions fast ein leeres Stadion gedroht. So waren Abende, an denen keine oder wenige Events mit afrikanischen Medaillenchancen auf dem Programm standen, enorm stimmungsarm. Dass auch Doha WM-Stimmung kann, zeigte das mit 42.800 Zuschauern ausverkaufte Stadion am Tag des Hochsprung-Finals mit Lokalmatador und Weltmeister Mutaz Essa Barshim. Und dieser Spagat erklärt die Probleme, auf die auch weitere Sportverbände wie die FIFA stoßen wird. Erstens: Es gibt im Katar keine herzeigbare Sport-Tradition, erst recht keine Leichtathletik-Tradition und daher auch keinen Enthusiasmus. Zweitens: Aus politischen Gründen fielen potenzielle Zuschauer aus der Region komplett aus. Drittens: Eine WM außerhalb der traditionellen Urlaubszeit und in einer politisch nicht sehr stabilen Region, die auch noch klimatische Herausforderungen mit sich bringt, ist nicht attraktiv für Leichtathletik-Fans aus aller Welt, trotz guter Anbindung an den Flugverkehr eine weite Reise anzutreten.
Der Veranstalter hat durch Korridore die Kapazität des WM-Stadions ohnehin auf rund 17.000 Zuschauerplätze verkleinert. Selbst so viele Tickets konnte er an mehr als der Hälfte der Tage aber nicht verkaufen. Ganz prekär war die Kulisse am ersten Wochenende, als die Sprint-Entscheidungen im Fokus standen mit 7.266 Zuschauern beim 100m-Lauf der Frauen. Je länger die WM dauerte, desto besser war die Auslastung, freilich auf einem bescheidenen Niveau. Die Offiziellen gaben dem nach den Bedürfnissen des europäischen Medienrezipienten ausgelegten Wettkampfplan die Schuld für mangelndes Zuschauerinteresse, da die Abendsessions sehr lange bis in die Nacht dauerten. Eher ein Ablenkungsmanöver. Sebastian Coe war redlich bemüht, den Fokus weg von leeren Zuschauersitzschalen hin zu den sportlichen Ereignissen zu lenken und legte sich auch offensiv mit den Medien an, wie der Disput mit der BBC belegt. Da sagte er über die Journalistin Gabby Logan: „Es ist wichtig, die Entwicklung des Sports im Gesamten zu sehen. Es ist natürlich leicht, hier zu stehen und in einer Live-Schaltung über das Publikum zu sprechen anstatt als aufschlussreiche Fakten und Informationen über die Wettkämpfe.“ Dennoch kam der Brite zum deutlichen Schluss: „Wir müssen unbedingt wieder mehr Zuschauer ins Stadion locken. Wir brauchen volle Stadien!“ Ein Ziel, das zumindest bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio und bei der kommenden WM in Eugene 2021, dem US-amerikanischen Leichtathletik-Mekka, gelingen wird. Denn eine weitere WM mit geringer Zuschauerauslastung werden auch die fantastischen sportlichen Leistungen schlecht kompensieren können.
Was Hoffnung macht: In Doha sorgten nicht nur die Sportlerinnen und Sportler mit ihren Leistungen für eine Show, sondern auch die Inszenierungen der Athleten und insbesondere die visuelle Show vor den Finals war ein einziges Spektakel. Zusätzlich verbesserten neue Kameraperspektiven die TV-Übertragungsqualität. Zweifelsohne ein wichtiger Schritt in eine attraktive Leichtathletik-Zukunft.
 

Medaillenspiegel der Leichathletik-Weltmeisterschaften 2019 in Doha

1. USA 14x Gold, 11x Silber und 4x Bronze = 29 Medaillen
2. Kenia 5x Gold, 2x Silber und 4x Bronze = 11 Medaillen
3. Jamaika 3x Gold, 5x Silber und 4x Bronze = 12 Medaillen
4. China 3x Gold, 3x Silber und 3x Bronze = 9 Medaillen
5. Äthiopien 2x Gold, 5x Silber, 1x Bronze = 8 Medaillen
6. Großbritannien 2x Gold und 3x Silber = 5 Medaillen
7. Deutschland 2x Gold und 4x Bronze = 6 Medaillen
8. Japan 2x Gold und 1x Bronze = 3 Medaillen
9. Niederlanden 2x Gold
9. Uganda 2x Gold
11. Polen 1x Gold, 2x Silber und 3x Bronze = 6 Medaillen
12. Bahrain 1x Gold, 1x Silber und 1x Bronze = 3 Medaillen
12. Kuba 1x Gold, 1x Silber und 1x Bronze = 3 Medaillen
12. Schweden 1x Gold, 1x Silber und 1x Bronze = 3 Medaillen
15. Bahamas 1x Gold und 1x Silber = 2 Medaillen

30. Österreich 2x Bronze
31. Schweiz 1x Bronze
 

Medaillenspiegel der zwölf Lauf-Entscheidungen

1. Kenia 5x Gold, 2x Silber und 4x Bronze = 11 Medaillen
2. Äthiopien 2x Gold, 5x Silber, 1x Bronze = 8 Medaillen
3. Niederlande 2x Gold
3. Uganda 2x Gold
5. USA 1x Gold, 2x Silber, 1x Bronze = 4 Medaillen
6. Algerien, Bahrain, Bosnien und Herzegowina 1x Silber
9. Deutschland 2x Bronze
10. Kanada, Marokko Namibia, Polen 1x Bronze
 

Placing Table der Leichathletik-Weltmeisterschaften 2019 in Doha (Punkte für Top-Acht-Platzierungen, absteigend von 8 bis 1)

1. USA 301 Punkte
2. Kenia 122 Punkte
3. Jamaika 115 Punkte
4. China 99 Punkte
5. Äthiopien 83 Punkte
6. Großbritannien 82 Punkte
7. Deutschland 69 Punkte
8. Polen 56 Punkte
9. Kanada 55 Punkte
10. Ukraine 44 Punkte
11. Japan 33 Punkte
12. Kuba 30 Punkte
12. Niederlande 30 Punkte
14. Bahrain 18. Punkte
15. u.a. Frankreich 25 Punkte

26. Schweiz 16 Punkte
32. Österreich 12 Punkte
 
 
Leichtathletik-Weltverband

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