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Hat der Zustand deines Darmmikrobioms einen fundamentalen Einfluss auf deinen Alltag? Ja, sagen wissenschaftliche Erkenntnisse. Die Darmgesundheit beeinflusst die gesamte körperliche und psychische Gesundheit zu einem erheblichen Teil. Sportwissenschaftler*innen gehen sogar davon aus, dass die Darmgesundheit einen entscheidenden Beitrag dafür liefert, wie leistungsfähig wir nicht nur im Alltag, sondern auch bei der Ausübung unseres Sports sind.
Lenken wir also den Scheinwerfer in unseren Verdauungstrakt und die dortigen Mechanismen! Denn der Profit wirkt viceversa. Wer sich regelmäßig bewegt, begünstigt, vor allem dank der besseren Durchblutung im Gewebe rund um den Darm, die Entwicklung positiver Darmbakterien und profitiert von einer besseren Energieversorgung für den Körper sowie besseren Fitness- und Gesundheitswerten.
Das sind hervorragende Aussichten! Allerdings ist wie so oft das Maß das Ziel. Denn geben wir unserem Körper nicht die genügende Erholung, zum Beispiel durch Schlaf oder Ruhezeiten zwischen den Sporteinheiten, ist die Stressbelastung im Darm zu hoch und es droht eine höhere Anfälligkeit für Infekte oder chronische Erschöpfungssymptome.
Bestehend aus drei Teilen – Dünndarm, Dickdarm und Enddarm – ist der Darm, in der Fachsprache Gastrointenstinaltrakt genannt, unser etwa neun Meter langer und gewundener Verdauungstrakt. Hier werden wertvolle Nährstoffe aufgenommen, verarbeitet und dem Körper zur Verfügung gestellt sowie gesundheitsgefährdende Nahrungsbestandteile aussortiert, mitunter ein wesentlicher Beitrag zum Funktionieren der Immunabwehr.
Diese Arbeit, deren Effektivität maßgebliche Auswirkung auf unsere Gesundheit hat, verrichten Bakterienstämme, die auf der Darmschleimhaut angesiedelt sind. Man bezeichnet das als Darmflora oder – moderner gebräuchlich – Mikrobiom. Das Mikrobiom wird individuell einzigartig ab der Geburt entwickelt und besteht aus rund 300 Billionen Bakterien.
Es geht also um die richtige Harmonie der Darmgesundheit mit unseren alltäglichen Belastungen, darunter fallen natürlich auch prinzipiell wohltuende Stressbelastungen wie Sport- und Bewegungseinheiten. Als Läufer:in hast du dich bestimmt früher oder später intensiv mit dem Darm auseinandergesetzt. Denn als wesentliches Organ für die Verdauung braucht er für seine Tätigkeiten ein hohes Maß körperlichen Ressourcen, schließlich ist die Nährstoffverwertung ein essentieller Prozess für unser Leben. Auch der Sport bindet Ressourcen, weshalb das Timing zwischen körperlicher Anstrengung und Verdauungszeit abgestimmt sein muss, damit auf beiden Seiten unter dem Strich die Leistung stimmt. Zumal sportliche Bewegung den Magen-Darm-Trakt auch direkt belastet.
Um Drohszenarien wie Unwohlsein, Erbrechen oder Durchfall beim Laufen zu verhindern, sollten sowohl Ernährungszeit als auch die Aufnahme der Nährstoffe durchdacht sein – egal ob vor oder nach der Trainingszeit. Spannend ist auch die Herausforderung der Nahrungsaufnahme während Sporteinheiten, wenn diese länger ausfallen – z.B. lange Läufe in Vorbereitung eines Marathons. Sie soll natürlich schnell und ohne großen Aufwand verdaulich sein und gehört gezielt trainiert, um individuelle Verträglichkeiten auszutesten – üblicherweise kommt uns der Darm durch die Übung einen Schritt entgegen.
Bewusste Ernährung 🥗
Active Lifestyle mit täglicher Bewegung 🏃♀️
Gezielte Stressreduktion 🧘♂️
Ausreichender Schlaf 😴
Die Darmgesundheit steht nicht nur in direktem Zusammenhang mit unserer körperlichen Gesundheit, sondern auch mit dem psychischen Wohlbefinden. Gesunde, ausgewogene Ernährung, biorhythmische Tagesgestaltung, viel Schlaf und wenig Stress sowie regelmäßige sportliche Bewegung legen das Fundament eines gesunden Darms.
Ein wichtiger Baustein für ein gesundes Darmmikrobiom ist natürlich die Ernährung. Dabei kommt es nicht nur darauf an, essentielle Nährstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen und schädliche Nährstoffe zu vermeiden, sondern die Nahrung auch gut gekaut zu schlucken und somit in einer idealen Form zur Weiterverarbeitung in den Verdauungstrakt zu leiten.
🍎 Pflanzliche Nährstoffe: Obst, Gemüse, Nüsse, Kräuter und Gewürze — möglichst abwechslungsreich
🧅 Präbiotika: z.B. Hafer, Leinsamen, Zwiebel- und Laucharten, Hülsenfrüchte
🥣 Probiotika: z.B. Naturjoghurt, Sauerkraut, Miso
🥬 Ein hoher Anteil von Ballaststoffen
Regelmäßige Bewegung im aeroben Bereich wie zum Beispiel lockeres Laufen gilt als wichtiger Baustein für Gesundheit, auch für die Darmgesundheit. Präventiv wirkt sie mit einer Risikoverminderung diverser Darmerkrankungen und im Krankheitsfalle besteht eine Verbindung zu milderen Krankheitsverläufen.
Die präventive Wirkung hat Bedeutung! Denn Darmkrebs ist eine der schwersten Erkrankungen. Mit knapp 5.000 Diagnosen jährlich in Österreich, davon jede zweite mit Todesfolge, ist der Darmkrebs laut der ORF-Sendung „Bewusst gesund“ die dritthäufigste Krebserkrankung hierzulande.
Wie diverse wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, sinkt im Falle von regelmäßiger Bewegung das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Denn sie bekämpft überschüssiges Körperfett, welches das Krebsrisiko fördert, optimiert Stoffwechselwerte und bekämpft chronische Entzündungen – überall im Körper, aber eben auch im Darm. Bedeutend fällt ins Gewicht, dass für ein gutes Immunsystem ein gesundes Darmmikrobiom die Voraussetzung darstellt.
Einer Studie der kanadischen Queen’s University mit 889 beteiligten Patient*innen und einem Beobachtungszeitraum von 17 Jahren kam zur Erkenntnis, dass an Darmkrebs Erkrankte, unabhängig ob nach Operation oder Chemotherapie, eine signifikant höhe Überlebenschance und Chance auf Genesung haben, wenn sie sich einem Bewegungsprogramm in der Therapie unterziehen. Dieses Bewegungsprogramm orientierte sich laut dem deutschen Fachmagazin „Spektrum“ an der WHO-Empfehlung von 150 Minuten Bewegung pro Woche, im konkreten Fall schnelles Gehen oder leichtes Laufen. Alle Proband*innen waren vor der Teilnahme an der Studie keine sportlichen Menschen, wie die Forscher betonten. Ihre Studie wurde im Juni 2025 im New England Journal of Medicine veröffentlicht.
Erkenntnisse wie diese zeigen, wie so viele sportmedizinische Erkenntnisse, welche Kraft ein aus Gewohnheit bewegungsreicher Alltag auf unsere Gesundheit und auf unser Wohlbefinden haben kann. Wir Läufer:innen sind also auf einem guten Weg. Und sie zeigen, dass es sich rentiert, unserer Darmgesundheit mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Denn regelmäßige, moderate Bewegung ist ein wichtiger Baustein für einen widerstandsfähigen und funktionalen Darm.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © Alicia Harper / Pixabay – Symbolbild