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Exakt zwei Stunden vor dem Sonnenuntergang am Vortag des längsten Tag des Jahres sollte der Startschuss für den Traunsee Halbmarathon von Ebensee nach Gmunden fallen. Dass Julia Mayer zu den „Sun Finishern“ gehören würde, stand nicht zur Diskussion. Doch Österreichs Marathonrekordhalterin absolvierte die 21,0975 Kilometer überraschend schnell. In einer Zeit von 1:12:34 Stunden blieb sie trotz hochsommerlicher Temperaturen nur knapp eineinhalb Minuten über ihrem eigenen ÖLV-Rekord.
Nur Männersieger Markus Lemp (LC Sicking), mehrfacher Staatsmeisterschaftsmedaillengewinner im Marathon, absolvierte den „Lauf in den Sonnenuntergang“ schneller als Julia Mayer (DSG Wien), die nach ihrer Traunsee-Premiere im Vorjahr gerne wieder ins Salzkammergut gekommen ist. „Es ist wohl der schönste Halbmarathon in einer der schönsten Gegenden Österreichs“, wird die 33-Jährige in der Presseaussendung des Veranstalters zitiert.
Was mindestens genauso beeindruckte wie die Kulisse an einem hochsommerlichen Tag war Mayers Leistung von 1:12:34 Stunden, schneller ist sie in ihrer Karriere schließlich auch erst fünfmal gelaufen. „Ich hatte vor dem Rennen etwas Sorge, weil es so heiß war, ich aber schon mit dem klaren Ziel hergekommen bin, schneller zu laufen als im letzten Jahr. Umso glücklicher bin ich, dass es geklappt hat“, so Mayer, die zuletzt in der Höhe trainierte, wie sie Olaf Brockmann verriet.
Zu den hohen Temperaturen kam die Herausforderung der nicht ganz flachen Strecke, die zwar laut Veranstalter nach den Vorgaben der AIMS offiziell vermessen ist, als Punkt-zu-Punkt-Strecke aber für Bestenlisten nicht berücksichtigt werden kann. Der direkte Vergleich mit dem Vorjahr, als Mayer in einem wichtigen Vorbereitungsrennen hinblicklich der Weltmeisterschaften von Tokio fast eineinhalb Minuten länger auf derselben Strecke war, befeuert aber den Optimismus: Österreichs Nummer eins im Laufsport befindet sich in einer wichtigen Phase der Vorbereitung des EM-Marathons in Birmingham, wo auf einer noch deutlich schwierigeren Strecke gelaufen wird.
Im Vorjahr noch Zweiter lief Lemp in diesem Jahr nach 1:10:45 Stunden ins Ziel und verwies Vorjahressieger Christian Slawiczek (TSV St. Georgen, 1:13:56) und Benjamin Eisendle aus Südtirol (1:15:45) auf die weiteren Plätze. Das Stockerl bei den Frauen komplettierten die Südtirolerin Greta Haselrieder (1:19:10) und die Oberösterreicherin Theresa Birglechner (1:23:23), fünf Wochen zuvor Siegerin des Sparkasse Halbmarathons beim Salzburg Marathon.
Fast 5.000 Läufer:innen nahmen an den unterschiedlichen Bewerben des Traunsee Halbmarathon teil, was einen deutlichen neuen Teilnahmerekord bedeutete. Gut ein Drittel des 3.000 Anmeldungen umfassenden Halbmarathonfelds schaffte es vor Sonnenuntergang ins Ziel. Krönender Abschluss des Events war das Klangfeuerwerk nach Einbruch der Dunkelheit.
Autor: Thomas Kofler
Bild: © ÖLV / Sonia Maleterova – Julia Mayer beim WM-Marathon 2025 in Tokio