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Starkes Zeichen von Julia Mayer bei Kärnten Läuft

Julia Mayer feierte beim Wörthersee Halbmarathon in einer Zeit von 1:13:40 Stunden eine gelungene Generalprobe für den WM-Marathon von Tokio.
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Julia Mayer hat bei Kärnten Läuft am 31. August eine vielversprechende Generalprobe für den WM-Marathon in Tokio am 14. September hingelegt und damit in einer Saison, die bisher alles andere als nach Wunsch verlief, ein Zeichen gesetzt. Bei den Männern sorgte die Leistung von Emil Bezecny für Aufsehen.

Julia Mayer (DSG Wien) kam 2025 spät in Schwung. Als Folge einer turbulenten Zeit nach den Olympischen Spielen lieferte sie spät die Leistungsbestätigung, die der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) für eine WM-Nominierung für Tokio einforderte – Ende Juni beim Traunsee Halbmarathon (siehe RunUp.eu-Bericht). Nun steht der WM-Marathon in Tokio vor der Tür, die Österreicherin ist bereits zum zweiten Mal in Folge für die Welttitelkämpfe qualifiziert – inklusive den Spielen von Paris als höchstes aller Ziele die dritte globale Meisterschaftsteilnahme im Marathon in Folge.

© Mjk/kaerntenlaeuft

Schneller Halbmarathon mit Anlauf

Dass Mayer in der japanischen Hauptstadt, in die sie längst zur Akklimatisierung geflogen ist, eine gute Rolle spielen könnte, dafür sammelte die 32-Jährige Ende August beim Wörthersee Halbmarathon Argumente. Auf der bekannt schwierigen, weil winkligen und nicht ebenen Strecke von Velden nach Klagenfurt, absolvierte sie die Strecke in einer Zeit von 1:13:40 Stunden und legte eine recht erfolgreiche Generalprobe ab – im Marathon-Tempo.

Mit dieser Leistung lief die Österreicherin als Fünfte ins Ziel und verließ Klagenfurt mit Rückenwind für den Flug nach Tokio. Zum gelungenen Tag in Kärnten gehörte laut der „Kleinen Zeitung“ auch ein inoffizieller 10km-Trainingslauf vor dem Start – nur damit bekam Julia Mayer die Kilometeranzahl auf ihren Tacho, die laut Trainingsplan an diesem Sonntag gefordert war.

Kenianischer Sieg

Im Rennen um den Gesamtsieg dominierte Ann Ndichu aus Kenia, die als Solistin in einer Zeit von 1:09:42 Stunden gewann. Es war der mit Abstand wertvollste Wettkampf in der Karriere der recht unbekannten Kenianerin, die im Vorjahr als Vierte in Klagenfurt eingelaufen ist. Ihr folgten ihre Landsleute Valentine Jebet, Catherine Cherotich und Rency Kogo über die Ziellinie. Neben der fünftplatzierten Julia Mayer schafften es noch vier weitere Österreicherinnen in die Top-Ten: Lemuela Wutz (DSG Wien, 1:18:19), Barbara Bischof (team2012.at, 1:21:35), Lisa Pfandl (TriRun Team Frohnleiten, 1:25:25) und Carola Bendl-Tschiedl (LG Wien, 1:25:52).

Siegerin Ann Ndichu. © Mjk/kaerntenlaeuft
Sieger Mathew Kiplimo. © Mjk/kaerntenlaeuft

Kiplimo Nummer eins bei den Männern

Einen sportlich hochwertigen Wettkampf lieferte das Männerrennen mit der kenianisch geprägten Spitzengruppe, die vom ersten Meter an für ein flottes Tempo sorgte. Shadrack Kendaywo, im letzten Jahr Sieger zweier Halbmarathons in italienischen Kleinstädten, wartete dennoch nur wenige Kilometer, ehe er mit einer spürbaren Tempoverschärfung die Spitzengruppe auf fünf Läufer dezimierte. Erst als der Wettbewerb um die Positionen beim Zieleinlauf im finalen Viertel des Rennens prioritär wurde, ließ das bis dato mit Kilometersplits unter drei Minuten beachtliche Tempo etwas nach.

In der Schlussphase war Mathew Kiplimo der Schnellste: Er setzte sich mit einer Zeit von 1:01:27 Stunden mit zwei Sekunden Vorsprung auf Kendaywo durch. Dritter wurde Routinier Noah Kipkemoi in einer Zeit von 1:02:09 Stunden.

Kärnten Läuft

Österreichs bedeutendste Laufveranstaltung in den Sommermonaten fand bereits zum 24. Mal statt. „Laufgenuss und Urlaubsspaß für Groß und Klein“ gab es am letzten August-Wochenende am Wörthersee in einem vielseitigen Bewerbsprogramm an drei Tagen. Hauptbewerb war wie immer die Wörthersee Halbmarathon mit Start vor dem Schlosshotel Velden und Ziel in der Running City Klagenfurt am Seeufer. Der Veranstalter freute sich über insgesamt mehr als 8.000 Anmeldungen.

© Mjk/kaerntenlaeuft

Im kommenden Jahr feiert der Veranstalter das Jubiläum der 25. Ausgabe, dann soll der Streckenrekord von 59:45 Minuten fallen. Wie die Kleine Zeitung berichtete, träumt man bei Kärnten Läuft von der Rückkehr des Marathon-Superstars Eliud Kipchoge. Der mittlerweile 40-jährige Kenianer, zweifacher Olympiasieger, lief 2013 in Kärnten und schaffte es in die Siegerliste der Veranstaltung. Seinen letzten Halbmarathon-Wettkampf hat Kipchoge freilich vor einem Jahrzehnt bestritten.

Bezecny mit starkem Debüt

Als bester Österreicher – und damit auch bester Nicht-Kenianer – glänzte Emil Bezecny (LA Akademie Eisenstadt). Der 20-Jährige, der in den USA studiert, beendete seinen ersten Halbmarathon-Wettkampf in einer Zeit von 1:05:40 Stunden auf Position zwölf der Gesamtliste des Wörthersee Halbmarathon und war über drei Minuten schneller als Felix Geieregger (run2gether) sowie vier Minuten schneller als Wendelin Mörtendorfer (run2gether), die nächstbesten Österreicher auf den Rängen 15 und 16. Damit würde der Burgenländer nun auf Position zwei der ÖLV-U23-Bestenliste im Halbmarathon hinter dem zweifachen EM-Teilnehmer Timo Hinterndorfer rangieren – aufgrund der Punkt-zu-Punkt-Charakteristik des Wörthersee Halbmarathon sind die dort erzielten Leistungen aber nicht bestenlistenfähig.

Messner von Rückenverletzung ausgebremst

Von den etablierten heimischen Halbmarathonläufern fehlten in Klagenfurt der sich auf die Vorbereitung des Berlin Marathon konzentrierende Peter Herzog (Union Salzburg LA), der zum Veranstaltungszeitpunkt im Höhentraining war, und Thomas Messner (KLC). Der Lokalmatador wurde von hartnäckigen Beschwerden im unteren Rückenbereich ausgebremst und musste sowohl seinen Start bei seinem Heimrennen als auch den geplanten Start beim Kopenhagen Halbmarathon am kommenden Wochenende absagen. „Schade, ich habe mich sehr auf dieses Doppel gefreut – zwei Halbmarathons, zwei spannende Herausforderungen“, gestand der 27-Jährige gegenüber RunUp.eu. Seit dreieinhalb Wochen muss er auf das Laufen verzichten. „Aktuell gilt mein ganzer Fokus der Therapie. Ich gebe alles dafür, so bald als möglich wieder komplett gesund und beschwerdefrei zu sein. Aber im Moment lautet die Devise, dem Körper die dafür notwendige Ruhe zu schenken“, so Messner. Alternativtrainingseinheiten, zum Beispiel auf dem Rennrad, sind bereits wieder beschwerdefrei möglich.

Heimische Siege gab es im AK-Viertelmarathon. Markus Hartinger (LTV Köflach) setzte sich in einer Zeit von 33:11 Minuten vor Lars Demuth (SVG Hohe Wand) durch. Die Kärntnerin Charleen Demichaelis (LC Villach) blieb als einzige Läuferin unter 40 Minuten und siegte klar in 39:50 Minuten.

adidas Runners Vienna Night Mile

Am gleichen Wochenende wie Kärnten Läuft war die Maria Hilfer Straße in Wien wieder Bühne für die adidas Runners Vienna Night Mile – zum dritten Mal, wieder Samstagabend zur Primetime. Rund 600 Laufbegeisterte absolvierten eine Straßenmeile im superschnellen Lauf- oder lockeren Joggingtempo. Davide Zanetti (4:17,2 Minuten) und Petra Gumpinger (4:59,5 Minuten) absolvierten die Strecke mit Ziel vor dem Museumsquartier bei Regenwetter am Schnellsten. Der Event wurde von der VCM Group und adidas gemeinsam organisiert. Eine Woche später feierte der VCM Rave Run im Wiener Prater seine Premiere.

Autor: Thomas Kofler
Bilder: © Mjk/kaerntenlaeuft

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