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Streckenrekord für Esther Pfeiffer in Köln

Esther Pfeiffer hat im Halbmarathon im Rahmen des Köln Marathon eine neue persönliche Bestleistung von 1:07:28 Stunden aufgestellt und den Wettkampf gewonnen.
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Mit einer deutlichen neuen persönlichen Halbmarathon-Bestleistung von 1:07:28 Stunden hat sich Esther Pfeiffer am vergangenen Sonntag in Köln auf Position drei der ewigen deutschen Bestenliste geschoben. Bei regnerischen und windigen Bedingungen steigerte die 28-Jährige den Streckenrekord von Sabrina Mockenhaupt aus dem Jahr 2008 um eine Minute und 23 Sekunden. Die 44-Jährige selbst war ebenfalls im Rennen und finishte in 1:17:26 Stunden auf dem fünften Platz, weswegen sie zu den ersten Gratulantinnen Pfeiffers gehörte.

„Ich kann kaum realisieren, dass ich so schnell war“, zeigte sich die 28-Jährige im Ziel fast schockiert. Nur die Britin Calli Hauger-Thackery und die norwegische Europameisterin Karoline Bjerkeli Grövdal sind im laufenden Kalenderjahr in Europa einen schnelleren Halbmarathon gelaufen. Ihr Ehemann Hendrik Pfeiffer, der vor zwei Wochen eine starke Leistung beim Berlin Marathon abgeliefert hatte (siehe RunUp.eu-Bericht), führte sie als Tempomacher durch den Halbmarathon.

© Kölner AusdauerSport GmbH

Noch vor Mockenhaupt war die ehemalige Hallen-Europameisterin im 3.000m-Lauf und Bahn-Spezialistin Hanna Klein im Ziel. Die 28-Jährige wurde in einer Zeit von 1:14:10 Stunden Dritte. Die Olympia-Teilnehmerin von Paris plagte sich in letzter Zeit immer wieder mit gesundheitlichen Problemen. 2023 zwang sie ein Einriss an der Achillessehne zu einer längeren Pause, die diesjährige Wettkampfsaison war von etlichen Rückschlägen gezeichnet.

Generali Köln Marathon 2025

Mit Topform in den Herbst

Vier Wochen nach dem Gewinn des deutschen Meistertitels im 10km-Lauf in Siegburg wusste Pfeiffer aus den Trainingsleistungen heraus bereits um ihre Topform und die Gelegenheit, ihre bisherige Bestleistung von 1:09:15 Stunden deutlich unterbieten zu können. Sie schaffte das um sage und schreibe 107 Sekunden. „Die Bedingungen waren alles andere als leicht. Der Regen macht mir nichts aus, der Wind schon“, kommentierte sie. „Aber zum Glück ist Hendrik die ganze Zeit vor mir gelaufen.“

Die ewige deutsche Bestenliste im Halbmarathon

  • 1:05:18 Stunden – Melat Kejeta (Gdynia 2020)
  • 1:05:41 Stunden – Konstanze Klosterhalfen (Valencia 2022)
  • 1:07:28 Stunden – Esther Pfeiffer (Köln 2025)
  • 1:07:58 Stunden – Uta Pippig (Kyoto 1995)
  • 1:08:26 Stunden – Eva Dieterich (Valencia 2024)
  • 1:08:42 Stunden – Alina Reh (Sevilla 2023)
  • 1:08:45 Stunden – Sabrina Mockenhaupt (Berlin 2009)
  • 1:08:51 Stunden – Irina Mikitenko (Paderborn 2008)
  • 1:09:09 Stunden – Miriam Dattke (Houston 2025))
  • 1:09:15 Stunden – Katrin Dörre-Heinig (Remich 1998)

Mit Köln verbindet Pfeiffer viele emotionale Erlebnisse, schließlich hat sie jahrelang in der Domstadt gelebt. Und ein besonderes mit Laufen: Vor zwei Jahren verlor sie während des Köln Marathon ihren Verlobungsring, ein Passant fand ihn und gab ihn ab. Der Ring fand den Weg zurück zur Besitzerin. Diese Episode überdeckte in vielen Medienberichten freilich ihre sportliche Leistung – sie wurde an diesem Tag erstmals deutsche Meisterin.

Der größte Köln Marathon

Knapp 8.000 Laufbegeisterte finishten am Sonntag den Generali Köln Marathon, knapp 16.000 beendeten den Halbmarathon. Die Marathonstrecke durch die Millionenstadt verband das Fußballstadion mit dem Kölner Dom. Insgesamt waren 37.053 Anmeldungen für die Veranstaltung eingegangen, ein neuer Teilnahmerekord. Wegen einer Unwetterwarnung musste der Veranstalter die Kinderläufe am Samstag absagen.

Der beste Köln Marathon seit Jahren

Auch die Marathon-Distanz der Männer produzierte im Dauerregen einen neuen Streckenrekord. Barnaba Kipkoech aus Kenia siegte in einer eindrucksvollen Zeit von 2:06:54 Stunden und blieb damit 43 Sekunden unter der in die Jahre gekommenen Streckenbestzeit seines kenianischen Landsmanns Alfred Kering.

Dem 32-jährigen Kipkoech gelang in der Domstadt ein denkwürdiger Wettkampf, denn nach einer Halbmarathon-Durchgangszeit von 1:04:03 Stunden gelang ihm eine deutlich schnellere zweite Hälfte mit regelmäßigen Kilometersplits unter drei Minuten. Noch bei Kilometer 35 lag er im Kampf um den Sieg sieben Sekunden hinter Boniface Kibiwott auf dem zweiten Platz. Sein 30-jähriger Kontrahent schien auf dem Weg zu einem noch beeindruckenderen Streckenrekord, aber der Weg ins Ziel war zu diesem Zeitpunkt für ihn noch ein langer. Kipkoech dagegen hatte noch Energie, überholte seinen Landsmann und legte noch eineinhalb Minuten zwischen sich und Kibiwott, der nach 2:08:15 Stunden die Ziellinie überquerte. 16 Sekunden später komplettierte Onesmus Kiplimo das starke Endresultat – schließlich erlebte der Köln Marathon seine letzte sub-2:10-Stunden-Zeit vor fast einem Jahrzehnt. In diesem Jahr waren es gleich fünf.

Bester Deutscher war Jonathan Dahlke in einer Zeit von 2:18:10 Stunden auf Rang sieben. In Interviews sprach der 30-Jährige von einem harten Kampf bei seiner Premiere über die Traditionsdistanz. In Valencia möchte er Anfang Dezember einen weiteren Marathon laufen. Bei den Frauen war die fünfplatzierte Kristina Höhn in einer Zeit von 2:47:57 Stunden die beste Deutsche. Der Sieg ging an die Äthiopierin Fantu Shugi in einer Zeit von 2:29:12 Stunden vor ihrer Landsfrau Zinash Mekonnen (2:30:38) und Faith Chepkoech aus Kenia (2:31:00).

Weitere Straßenlauf-Entscheidungen vom Wochenende

🇨🇭Bereits zum 91. Mal ging in der Schweiz der Murtenlauf über die Bühne, rund 16.000 Läufer:innen, davon knapp 4.000 Kinder beim Mini-Murtenlauf am Vortag, haben sich in diesem Jahr für den 17,17 Kilometer langen Lauf von Murten nach Freiburg angemeldet. Dominic Lobalu, der eine Woche zuvor den Halbmarathon bei der Veranstaltung StraLugano gewonnen hatte, gewann das Männerrennen in einer Zeit von 52:37 Minuten vor Matthias Kyburz (52:48) und Moses Cheruiyot aus Kenia (52:55). Der Europameister im 10.000m-Lauf erlebt nach einem aufgrund einer Verletzung schwierigen Wettkampfjahr eine starke Spätform.
Kyburz hat vor kurzem bekannt gegeben, dass er seine Laufbahn als Orientierungsläufer endgültig beendet hat und sich nur mehr auf den Marathon konzentriert. Bei den Frauen siegte die Schweizer Marathonrekordhalterin Fabienne Schlumpf in einer Zeit von 1:00:17 Stunden vor Oria Liaci, die zuletzt bei der WMTRC in den Pyrenäen die Bronzemedaille im Mountain Classic gewonnen hat, sowie Vivian Cheruyiot aus Kenia.

🇮🇹 Drei Wochen nach der Enttäuschung seiner Aufgabe beim WM-Marathon ist Yemaneberhan Crippa mit einem Sieg bei seinem Heimrennen zurück auf die Laufbühne gekehrt. Der 28-jährige Italiener feierte als erster Lokalmatador seit Marathon-Olympiasieger Stefano Baldini vor 19 Jahren den Sieg beim Giro al Sas in Trento. Crippa unterbot mit einer Leistung von 27:59 Minuten zudem den Streckenrekord auf dem Rundkurs in der Altstadt der norditalienischen Kleinstadt. „Ich bin überglücklich, das ist ein Sieg, auf den ich lange Zeit gewartet habe“, wird Crippa auf der Website des italienischen Leichtathletik-Verbandes (FIDAL) zitiert.
Der Giro al Sas ging bereits zum 78. Mal über die Bühne. Für diese lange Tradition wurde die Veranstaltung vom Leichtathletik-Weltverband ins Welterbe der Leichtathletik aufgenommen.

🇫🇮 Nur drei Wochen nach ihrem sensationellen fünften Platz im WM-Marathon von Tokio hat Alisa Vainio ihren nächsten Marathon-Erfolg gefeiert. Bei den finnischen Meisterschaften am vergangenen Samstag in Vantaa pulverisierte sie bei idealen Bedingungen den nationalen Rekord von Camilla Richardsson um 92 Sekunden und stellte ihn auf eine Zeit von 2:23:06 Stunden. Damit belegte die 27-Jährige Rang zwei in der Gesamtwertung des Marathons hinter dem finnischen Meister bei den Männern, Kari Heikura. Möglicherweise läuft Vainio, nun hinter Sifan Hassan und Fabienne Königstein Nummer drei in der europäischen Jahresbestenliste, im Dezember noch den Valencia Marathon.

🇸🇪 Bei den U20-Europameisterschaften in Tampere hat Carmen Cernjul im Sommer zwei Silbermedaillen über 1.500m und 3.000m gewonnen. Am vergangenen Sonntag hat die 18-Jährige den Hässelbyloppet in ihrer Heimat Schweden gewonnen und dabei bei diesem 10km-Rennen in einer Siegerzeit von 33:53 Minuten einen neuen schwedischen Juniorinnenrekord aufgestellt. Sieger Sebastian Lörstadt ist noch ein Jahr jünger als Cernjul und verbesserte mit seinem neuen Streckenrekord von 28:53 Minuten sowohl den schwedischen U20-Rekord als auch die europäische U18-Bestleistung. Bei den U18-Europameisterschaften des letzten Jahres hatte Lörstad die Bronzemedaille im 3.000m-Lauf gewonnen. Die beiden Nachwuchstalente sind somit auch nationale Titelträger im 10km-Lauf.

🇸🇰 Einen neuen Streckenrekord schaffte auch der Kenianer Moses Kemei beim ältesten Marathonlauf Europas, dem Kosice Peace Marathon. Der 32-jährige Kenianer setzte sich in einem prominenten Feld in einer Zeit von 2:06:47 Stunden vor Timothy Kattam und Silas Sugut durch und feierte den größten Erfolg seiner Karriere. Bei den Frauen ging der Sieg an die Äthiopierin Balemelay Shumet in einer Zeit von 2:21:59 Stunden vor ihrer Landsfrau Kasanesh Baze und Leah Jeruto aus Kenia. Die Siegerin lief dabei eine klare persönliche Bestleistung.

🏴󠁧󠁢󠁷󠁬󠁳󠁿 Der 20-jährige Äthiopier Yismaw Dillu hat beim Cardiff Halbmarathon, Teil der Super Halfs, einen neuen Streckenrekord aufgestellt. Er überquerte nach 59:23 Minuten die Ziellinie und war sieben Sekunden schneller als der kenianische Sieger von 2019, Leonard Langat. Bei den Frauen wiederholte die Kenianerin Miriam Chebet ihren Vorjahressieg in einer Zeit von 1:06:36 Stunden. Die Spanierin Meritxell Soler lief in einer Zeit von 1:11:00 Stunden auf Rang sechs.
Ein spannendes Ergebnis ist jenes von Florence Kiplagat in einer Zeit von 1:14:28 Stunden auf Position zehn. Es ist der erst zweite von World Athletics registrierte Wettkampf der ehemaligen Halbmarathon-Weltrekordhalterin seit sechseinhalb Jahren. Über 29.000 Laufbegeisterte haben sich für die 22. Auflage der wichtigsten Laufveranstaltung in Wales angemeldet.

🇷🇴 Der tRUNsylvania in Brasov, die prestigeträchtigste Lauf-Veranstaltung Südosteuropas, produzierte wie schon in den letzten Jahren Spitzenzeiten. Der erst 19 Jahre alte Khairi Bejiga aus Äthiopien finishte seinen allerersten 10km-Lauf in einer Zeit von 26:54 Minuten und verpasste den Junioren-Weltrekord des Kenianers Rhonex Kipruto lediglich um acht Sekunden. Der zweitplatzierte Maxime Chaumeton verbesserte den südafrikanischen Rekord auf eine Zeit von 26:55 Minuten. Der von Marathon-Legende Hendrick Ramalaa trainierte Athlet steigerte die bisherige Landesbestmarke um über eine halbe Minute. Bester Europäer war Samuel Barata mit einem neuen portugiesischen Landesrekord von 28:00 Minuten. Siegerin bei den Frauen war Medina Eisa mit einer Zeit von 30:28 Minuten. Die viertplatzierte Yasemin Can verbesserte den türkischen Rekord auf eine Zeit von 30:36 Stunden und liegt nun auf Position sechs der ewigen europäischen Bestenliste.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © Kölner AusdauerSport GmbH

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