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50 Jahre nach den Olympischen Spielen 1972 war das charakteristische Dach des Olympiastadions als zentrale Sportstätte im Olympiapark der bayrischen Hauptstadt wieder für elf Wettkampftage, an denen sich neun Sportarten beteiligten, das Herz des europäischen Sports. Die Wiederauferstehung der Sportatmosphäre nach der Pandemie-Pause bedeuteten ein Comeback des Sportfestes in der Öffentlichkeit mit Applaus.

Der 10.000m-Lauf in München produzierte für Andreas Vojta etliche der härtesten, langen Minuten seiner Karriere. Ein plötzlicher Einbruch brachte dem Routinier eine gänzlich neue Erfahrung und führte zu einem „katastrophalen“ Ergebnis, wie er im Gespräch mit RunAustria am Tag nach dem Wettkampf schilderte.

Im Duell zwischen Hallen-Weltmeister Mariano Garcia und dem 1.500m-Weltmeister Jake Wightman verteidigte der Spanier im Endspurt seine Spitzenposition knapp gegenüber dem Schotten. Damit ist das erste spanische EM-Gold in dieser Disziplin perfekt.

Andreas Vojta konnte im 10.000m-Lauf dem Tempo der Konkurrenz früh nicht folgen und erzielte ein indiskutables Ergebnis: Überrundet und Letzter, während andere in die Hauptrollen schlüpften. Am letzten Abdrücker fing Yemaneberhan Crippa noch den norwegischen Routinier Zerei Kbrom ein.

40 Nationen, darunter auch alle historischen Nationen, die heute nicht mehr auf der europäischen Landkarte zu finden sind, stellten in der langen EM-Geschichte Leichtathletik-Europameister. Am späten Samstagabend kam im Münchner Olympiastadion eine 41. hinzu. Luiza Gega, 2016 bereits mit ihrer Silbermedaillen die erste und bisher einzige Medaillengewinnerin des kleinen Landes am Balkan, stürmte eindrucksvoll zur albanischen Premiere, die atmosphärisch nur von einer deutschen Überraschung in den Schatten gestellt wurde.

Nach den Silbermedaillen bei den Weltmeisterschaften und den Commonwealth Games sicherte sich Keely Hodgkinson bei der EM in München ihre erste Goldmedaille in diesem Sommer. Es ist ein besonderer Schritt in ihrer Karriere. Die Französin Renelle Lamote blieb ihrer Silbermedaille treu.

Etliche große Namen der gegenwärtig ziemlich offenen europäischen 800m-Szene sind am Sonntagabend in der Zuschauerrolle. Im Finale könnte es zum Duell zwischen Hallen-Weltmeister und 1.500m-Weltmeister kommen.

Topi Raitanen aus Finnland entschied überraschend den 3.000m-Hindernislauf für sich. Mit seiner Goldmedaille verwies er die beiden Italiener Ahmed Abdelwahed und Osama Zoghlami aus Italien auf die weiteren Medaillenplätze.

Der Traum von vier internationalen Medaillen ist für Laura Muir in Erfüllung gegangen. Im 1.500m-Lauf der Frauen wurde sie ihrer klaren Favoritenrolle gerecht und gewann wie bei den Commonwealth Games vor der Irin Ciara Mageean.

Zum sechsten Mal geht Andreas Vojta bei Freiluft-Europameisterschaften an den Start, zum ersten Mal über die längste der Bahndistanzen. In einem ausgeglichenen Feld hofft er, mit seiner Schnelligkeit auf dem letzten Kilometer punkten zu können.

Erst einmal, 2010, hat Großbritannien, seit Jahren stärkste europäische Nation auf den Laufdistanzen, im 3.000m-Hindernislauf bei Europameisterschaften eine Medaille gewonnen. Nun könnte Elizabeth Bird für die zweite sorgen und damit die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Großbritannien in allen Laufdistanzen auf der Bahn bei den Frauen auf dem Stockerl vertreten ist.

Vier Medaillen – das war das große Saisonziel von Keely Hodgkinson. Die erste Gelegenheit musste sie bei den Hallen-Weltmeisterschaften von Belgrad mit dem kurzfristigen Verzicht sausen lassen, im Sommer liegt sie auf Kurs: Nach Silber bei der WM und bei den Commonwealth Games soll nun das erste Gold her.