Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter


Also, jetzt einmal ganz ehrlich. Zehn Kilometer sind nicht die Welt. Aber sie sind auch kein Spaziergang. Es ist diese Distanz, die für viele wie ein Rätsel wirkt: kurz genug, um sich voll reinzuhängen, und lang genug, dass man nicht einfach durchkommt, wenn man’s schleifen lässt.
Genau deshalb ist der Jedermannlauf am 5. Oktober in Salzburg so etwas wie der kleine Stresstest im Läuferleben. Und wer sich den gibt, der will nicht einfach dabei sein, sondern in Topform unter dem Startbogen stehen.
Vier Wochen. Das klingt knapp. Aber die Wahrheit ist: Vier Wochen sind genug. Genug, um Tempo reinzubringen. Genug, um die Form zu stabilisieren. Genug, um den Kopf auf Wettkampf zu schalten. Wer glaubt, er hätte keine Chance mehr, irrt. Wer glaubt, er könne jetzt noch zaubern, irrt auch. Es geht um kluges Training.
Es ist nicht kompliziert. Man braucht nicht hundert Apps, acht Pulsuhren und dreizehn Trainingspläne. Drei Dinge reichen: laufen, schlafen, essen. In dieser Reihenfolge. Und natürlich der Wille, am 5. Oktober mit Selbstvertrauen an der Startlinie zu stehen.
Der Jedermannlauf ist der traditionsreiche Salzburger Stadtlauf, der seine Premiere bereits im Jahr 1984 gefeiert hat. 2025 finden mit Start und Ziel im Volksgarten der Jedermannlauf – Salzburg_10K, der Jedermannlauf – ParkRun_5K und der Jedermannlauf – Youth Challenger_1,5K statt.
Intervalltraining. Das ist die unpopuläre Wahrheit: Ohne schnelle Abschnitte wird man kein schnelles Rennen laufen. 6x 800 Meter im geplanten 10K-Tempo, mit zwei Minuten Pausen dazwischen. Anstrengend, ja. Aber genau richtig, um den Körper auf den Rhythmus einzuschwören.
Tempodauerläufe. Nicht gemütlich dahinlaufen, sondern die Maschine einpendeln lassen. Fünf bis sieben Kilometer im geplanten Wettkampftempo. Am Anfang streng, am Ende befreiend.
LongJog. Auch über zehn Kilometer ist Ausdauer die Basis. Einmal pro Woche 14 bis 16 Kilometer, die letzten zwei bis drei Kilometer etwas flotter. Damit man weiß, wie es sich anfühlt, wenn die Beine schwer werden.
Stabilität. Niemand will sich kurz vor dem Wettkampf wehtun. Zehn Minuten CoreTraining, das geht immer. Wer das ignoriert, lernt es später über den Umweg Verletzung.
Erholung. Klingt langweilig, ist aber entscheidend. Kein Training der Welt bringt etwas, wenn man nicht schläft. Und nein, die siebzehnte Folge auf Netflix bis halb zwei in der Früh zählt nicht als Regeneration.
Die meisten Läufer*innen scheitern nicht an den Beinen, sondern im Kopf. Deshalb: nicht über die Distanz nachdenken, sondern in Abschnitten laufen. Von Kilometer zu Kilometer. Wer im Volksgarten startet, denkt nicht an die Ziellinie. Der denkt nur an die nächste Kurve. Und dann an die nächste. Und irgendwann, fast unbemerkt, steht man im Ziel. Und fragt sich, warum man sich eigentlich so angestellt hat.

Weil er passt. Salzburg im Herbst, die Stimmung, die Strecke, die Leute. Nicht zu groß, nicht zu klein. Man fühlt sich mittendrin, nicht verloren. Zehn Kilometer, die sich wie ein Fest anfühlen, egal ob man 50 Minuten braucht oder unter 40 läuft. Und ja, es gibt auch 5 Kilometer. Für alle, die sich noch überlegen, ob zehn nicht doch ein bisschen viel sind.
Ob man wirklich in Topform steht, zeigt sich nicht am Trainingstagebuch. Sondern an diesem einen Sonntag, wenn man die Startnummer mit dem Chip anlegt, die Schuhe schnürt und am Start steht. Alles andere ist Vorbereitung. Alles andere ist Beiwerk.
Die gute Nachricht: Du hast noch Zeit. Vier Wochen, um den Unterschied zu machen. Also, nicht lang überlegen. Melde dich an. Trainiere klug. Und lauf am 5. Oktober ein Rennen, das du nicht vergisst.
Autor: Johannes Langer
Bilder: © SIP / Johannes Langer