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Topstar verletzt: Berlin Marathon ohne Sawe

Der Berlin Marathon hätte Sabastian Sawes erster Marathon nach der sub-2-Sensation von London sein sollen. Nun fehlt ein Trumpf für die großen Weltrekordpläne des Berlin Marathon.
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Ein Jahr nach seinem eindrucksvollen Sieg in Berlin bei schwierigen äußeren Bedingungen hätte Sabastian Sawe am 27. September im gemeinsamen Interesse mit dem BMW Berlin Marathon gerne den Nachweis erbracht, dass man auch in der deutschen Hauptstadt einen Marathon unter zwei Stunden laufen kann. Realisieren kann er das aufgrund einer nicht näher beschriebenen Verletzung nicht.

„Schweren Herzens muss ich euch mitteilen, dass ich aufgrund einer Verletzung gezwungen bin, meinen Start beim BMW Berlin Marathon abzusagen. Ich hätte mich sehr darauf gefreut, auf den Straßen Berlins etwas Besonderes zu erreichen und die Ziellinie am Brandenburger Tor zu überqueren. Es war auch mein Wunsch, dem Rennen und seinen Organisatoren, die mich so unterstützt haben, etwas zurückzugeben“, wird Sabastian Sawe in einer Pressemitteilung der SCC Events zitiert. Er freue sich, bald wieder in Berlin am Start zu stehen, und wünsche allen Teilnehmer:innen des Berlin Marathon 2026 alles Gute.

Weltrekord der Frauen nun im Fokus

In seiner Kommunikation zielt der Berlin Marathon 2026 darauf ab, sich die Weltrekorde im Marathon zurückzuholen. Bei den Männern ist dies durch die Absage des aktuellen Weltrekordhalters nun unmöglich geworden. Folgerichtig enttäuscht äußert sich der Veranstalter. „Wir hätten Sabastian sehr gerne wieder in Berlin gesehen. Umso mehr bedauern wir, dass er in diesem Jahr nicht starten kann. Wir wünschen ihm alles Gute für seine Genesung und hoffen, ihn bald wieder beim BMW Berlin Marathon begrüßen zu können“, so Renndirektor Mark Milde in einem Statement.

Damit konzentriert sich in den Weltrekordambitionen alles auf das Frauenrennen, in dem die zweifache Berlin-Siegerin Tigst Assefa die Weltrekordmarke von Ruth Chepngetich (2:09:56 Stunden) ins Visier nimmt.

Initiative für die Glaubwürdigkeit

Sabastian Sawe ist in seiner Karriere im Marathon noch ungeschlagen. Alle vier Auftritte hatten enorme Qualität: Die 2:02:05 Stunden beim Debüt in Valencia 2024, die 2:02:27 Stunden beim London Marathon 2025, die 2:02:16 Stunden bei hohen Temperaturen vor einem Jahr in Berlin und beim Weltrekord in 1:59:30 Stunden in der britischen Hauptstadt Ende April.

Um seine Glaubwürdigkeit zu festigen, lässt Sabastian Sawe aktiv systematische Dopingkontrollen zu. Sein Trainer Claudio Berardelli, der selbst schon mehrere des Doping überführte Athleten einst trainiert hat und vehement jegliche Mitwisserschaft bestreitet, erzählte im Sommer in einem Interview mit dem italienischen Laufmagazin „Correre“, wie es in Vorbereitung des Berlin Marathon 2025 dazu gekommen sei. „Ich habe seinen Manager Eric Lilot angerufen und gesagt: Wir bereiten einen Weltrekord gerade zu einer Zeit vor, als Ruth Chegngetich suspendiert wurde. Meine Sorge ist, dass wenn wir erfolgreich sind, alle glauben und schreiben, dass Sabastian gedopt wäre.“ In Mark Milde habe man einen Verbündeten für die Idee gefunden, den Athleten regelmäßig zu testen.

In Zusammenarbeit mit der Athletics Integrity Unit (AIU) definierte man eine sinnvolle Frequenz von je zwei Blut- und Urinproben pro Woche – mit einer Einschränkung. Die Kosten von rund 50.000 US-Dollar konnte die AIU nicht tragen. Nach Einverständnis Sawes organisierte sein Manager die finanzielle Summe von Ausrüster Adidas. Das Testsystem in Vorbereitung des Berlin Marathon 2025 stand und wurde in Vorbereitung des Weltrekordlaufs von London 2026 repliziert.

Autor: Thomas Kofler
Bild: © SIP / Johannes Langer – Sabastian Sawe beim Berlin Marathon 2025.

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