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U23-EM: DLV gewinnt Medaillenspiegel

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat die U23-Europameisterschaften mit einem starken Ergebnis abgeschlossen. Die Athleten des deutschen Nationalteams holten in Bydgoszcz insgesamt 18 Medaillen und stellten das mit Abstand stärkste Team dieser Titelkämpfe für die Altersklasse U23. Damit demonstriert der DLV…

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Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat die U23-Europameisterschaften mit einem starken Ergebnis abgeschlossen. Die Athleten des deutschen Nationalteams holten in Bydgoszcz insgesamt 18 Medaillen und stellten das mit Abstand stärkste Team dieser Titelkämpfe für die Altersklasse U23. Damit demonstriert der DLV den Willen, die Vormachtstellung in der europäischen Leichtathletik in Abwesenheit der Russen wieder zu zementieren, musste man doch zuletzt den Polen in Amsterdam und Belgrad den Vortritt lassen. Doch auch die polnische Leichtathletik verfügt über erfolgte Talente und schaffte bei der Heim-EM den Sprung auf Platz zwei im Medaillenspiegel, den sich der Gastgeber mit dem britischen Team teilt.

ÖLV freut sich über Silbermedaille durch Mehrkämpferin Preiner

Das ÖLV-Nationalteam war das 27. erfolgreichste in Bydgoszcz und freute sich über die Silbermedaille von Siebenkämpferin Verena Preiner (Union Ebensee). Diese Platzierung ist beinahe identisch mit jener im Placing Table, der die Top-8-Platzierungen anhand eines Punktesystems berücksichtigt und Experten zu Folge aussagekräftiger ist als der Medaillenspiegel (Beispiel: Frankreich Siebter im Medaillenspiegel, aber Dritter im Placing Table). In diese Wertung fließt auch der siebte Platz der 4x100m-Staffel der Damen, womit Österreich unter 34 Nationen den geteilten 28. Rang einnahm.
 

Die beiden österreichischen Hindernisläufer Luca Sinn und Paul Stüger (im Bild) waren leider nur im Vorlauf am Start. © ÖLV / Coen Schilderman
Die beiden österreichischen Hindernisläufer Luca Sinn und Paul Stüger (im Bild) waren leider nur im Vorlauf am Start. © ÖLV / Coen Schilderman
 
Die Silbermedaille von Verena Preiner nach einem großartigen Wettkampf über beide Tage täuscht ein wenig über das gesamte Abschneiden des österreichischen Nationalteams hinweg. Oder anders formuliert: Dem ÖLV-Team gelang erneut in seiner aktuellen Paradedisziplin, dem Mehrkampf der Damen, ein höchst erfreulicher Ausreißer nach oben. Neben Preiners Medaillengewinn und der Staffel-Platzierung (die nach einem Patzer im Vorlauf durch äußerst glückliche Umstände zsutande kam) erreichte noch Hürdensprinter Dominik Hufnagl eine Top-Ten-Platzierung. Ansonsten waren viele ÖLV-Athleten schlichtweg chancenlos, Überraschungserfolge gelangen wahrlich keine.
Das betrifft auch die beiden Läufer Luca Sinn (UAB Athletics) und Paul Stüger (KSV alutechnik), die in den Vorläufen über 3.000m mit Hindernissen jeweils deutlich scheiterten und im Finale zusehen mussten. Dieses Resultat war allerdings keine Überraschung. Dass Österreich bei Kontinental-Titelkämpfen, die auf (im Wesentlichen) drei Jahrgänge beschränkt sind, nur eine von insgesamt zehn Laufdisziplinen besetzen konnte, spricht Bände über den Status quo im österreichischen Laufsport auf der Bahn in dieser Generation. Ein Hoffnungsschimmer ist, dass es kommende Woche bei den Junioren-Europameisterschaften (Altersklasse U20) etwas besser aussehen könnte – auch im Laufbereich.

„Durchgangsstation“ im Olympischen Zyklus

Sehr zufrieden ist man mit den U23-Europameisterschaften in Bydgoszcz naturgemäß in Deutschland. „Wir hatten hier in Bydgoszcz ein sehr junges Team am Start. Viele Athleten haben sich im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020 oder sogar schon 2024 in eine gute Position gebracht“, hob DLV-Sportdirektor Idriss Gonschinska hervor und betonte, dass U23-Europameisterschaften lediglich eine Durchgangsstation auf dem Weg zu höheren Zielen sei. Wenn man das Niveau bei den Titelkämpfen betrachtet und auch die Beteiligung vieler talentierter europäischer Leichtathleten, die bereits bei den Erwachsenen in der europäischen Spitze mitmischen, müsste man dem Substantiv „Durchgangsstation“ das Adjektiv „wichtig“ oder „herausfordernd“ hinzufügen.

Höchst erfolgreiche Läufer

Besonders stolz darf der DLV auf die Erfolge der Läuferinnen und Läufer sein, zumal dieser Teilbereich der Leichtathletik in den letzten Jahren nicht unbedingt als Stärke der Deutschen bekannt ist. Daher hob Gonschinska in seiner auf der Website des Verbandes veröffentlichten Gesamtbetrachtung – „Es ist erfreulich, dass alle Disziplinengruppen Anteil am Erfolg der Mannschaft hatten“ – die Läufer mit einem besonderen Lob hervor: „Die Läufer waren allesamt gut eingestellt und haben starke Vorstellungen abgeliefert.“
Die Liste der deutschen Lauferfolge beginnt bei „Wunderkind“ Konstanze Klosterhalfen, deren Goldmedaille aufgrund der furiosen bisherigen Saison einkalkuliert war. Dennoch, die Last der klaren Favoritin muss man erst so souverän handeln wie Klosterhalfen in Bydgoszcz gegen die starke Polin Sofia Ennaoui. Etwas überraschender war da schon der EM-Titel durch Marius Probst im 1.500m-Lauf, der in einem starken Schlussspurt auch Favorit Filip Sasinek aus der Tschechischen Republik düpierte. Die weiteren Läufer-Medaillen verdienten sich Alina Reh in einem stark besetzten 5.000m-Lauf (Silber) sowie Marc Reuther (800m) und Amanal Petros über 10.000m (alle Bronze). Mit Klosterhalfen, Reh und Reuther stehen drei der in Bydgoszcz erfolgreichen Läufer im WM-Aufgebot für London.

Doppelschlag für Can

Die erfolgreichste Läuferin in Bydgoszcz war nicht überraschend die Türkin Yasemin Can. Die 20-Jährige hatte bereits im Vorjahr bei den Europameisterschaften der Erwachsenen in Amsterdam die Langstrecken nach Belieben dominiert und bei den Olympischen Spielen zwei einstellige Resultate eingefahren. In Bydgoszcz konnte die Türkin mit kenianischen Wurzeln weder über 10.000m noch über 5.000m ernsthaft gefährdet werden.

Viel versprechende Lauftalente

Hervorzuheben ist auch die Bilanz der italienischen Läufer, die mit den beiden Goldmedaillen von Yohanes Chiappinelli (3.000m-Hindernis) und Yemaneberhan Crippa (5.000m) sowie der Silbermedaille von Ahmed Abdelwahed (3.000m-Hindernis) maßgeblich am historisch besten Abschneiden der italienischen Leichtathletik bei der elften Auflage der U23-Europameisterschaften beteiligt waren (auch in Turku 1997 holte Italien acht Medaillen, davon sogar eine Goldene mehr als in Bydgoszcz, im Placing Table war man dieses Mal aber besser platziert, Anm.). Neben Can gewannen auch die Schwedin Sarah Lahti (Silber über 10.000m und Bronze über 5.000m) und der Spanier Carlos Mayo (Gold über 10.000m und Bronze über 5.000m) zweimal Edelmetall. Für eine kleine Überraschung sorgte die Belgierin Renée Eykens mit ihrem Sieg über Anita Hinriksdottir im 800m-Lauf der Damen. Eine weitere Talentrobe lieferte die Dänin Anna Emilie Möller mit ihrem Sieg im 3.000m-Hindernislauf der Damen ab.

Fünf Medaillen für die Schweiz

Die Schweizer Läuferinnen und Läufer konnten sich in Bydgoszcz mit Ausnahme der fünftplatzierten Lore Hoffmann (800m) keine großen Erfolge erzielen. Dennoch verzeichnete die Schweiz mit fünf Medaillen, davon zwei in Gold, das beste Abschneiden in der Geschichte von U23-Europameisterschaften.
 
Die RunAustria-Kurzberichte über die Laufentscheidungen finden Sie in den Kurzmeldungen.
 

Medaillenspiegel der U23-Europameisterschaften 2017

1. Deutschland 4x Gold, 6x Silber, 8x Bronze (=18 Medaillen)
2. Großbritannien 3x Gold, 4x Silber, 3x Bronze (= 10 Medaillen)
= Polen 3x Gold, 4x Silber, 3x Bronze (= 10 Medaillen)
4. Ukraine 3x Gold, 3x Silber, 4x Bronze (= 10 Medaillen
5. Italien 3x Gold, 3x Silber, 2x Bronze (= 8 Medaillen)
6. Spanien 3x Gold, 2x Silber, 2x Bronze (=7 Medaillen)
7. Frankreich 2x Gold, 4x Silber, 7x Bronze (= 13 Medaillen)
8. Schweden 2x Gold, 2x Silber, 2x Bronze (= 6 Medaillen
9. Schweiz 2x Gold, 2x Silber, 1x Bronze (= 5 Medaillen)
10. Norwegen 2x Gold, 1x Silber, 2x Bronze (= 5 Medaillen)

27. Österreich 1x Silber (= 1 Medaile)
 

Placing Table (Punktesystem für Top-8-Platzierungen)

1. Deutschland 185 Punkte
2 Großbritannien 148 Punkte
3. Frankreich 140,5 Punkte
4. Polen 117 Punkte
5. Italien 111 Punkte
6. Ukraine 86 Punkte
7. Spanien 84 Punkte
8. Schweden 66 Punkte
9. Weißrussland 65,5 Punkte
10. Türkei 57 Punkte
11. Schweiz 55 Punkte

28. Österreich 9 Punkte
U23-Europameisterschaften 2017 in Bydgoszcz

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