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U23-EM mit 15 österreichischen Leichtathleten und jungen Stars
Die Europameisterschaften der Altersklasse U23 bilden den ersten kontinentalen Höhepunkt für junge Leichtathleten im Wettkampfsommer 2017. Während die jüngere Altersklasse zeitgleich in Nairobi um WM-Titel und -Medaillen kämpft (oder eben nicht, was neben Österreich zahlreiche weitere europäische Nationen betrifft), nehmen…
Die Europameisterschaften der Altersklasse U23 bilden den ersten kontinentalen Höhepunkt für junge Leichtathleten im Wettkampfsommer 2017. Während die jüngere Altersklasse zeitgleich in Nairobi um WM-Titel und -Medaillen kämpft (oder eben nicht, was neben Österreich zahlreiche weitere europäische Nationen betrifft), nehmen viele hoffnungsvolle Sportler die U23-Europameisterschaften als Sprungbrett für die Weltmeisterschaften in London . Unter ihnen auch die Läuferinnen Konstanze Klosterhalfen, Yasemin Can, Speerwurf-Olympiasiegerin Sara Kolak, 400m-Hürden-Wunderkind Karsten Warholm oder Kugelstoß-Lokalmatador Konrad Bukowiecki, die bereits auf weit größerer Bühne für Furore sorgen konnten. Für viele andere bedeuten diese Titelkämpfe den ausgewählten Saisonhöhepunkt. Die Wettkämpfe finden von Donnerstag bis Sonntag im 20.000 Zuschauer fassenden Zawisza Stadium statt, zuletzt Austragungsort der Junioren-Weltmeisterschaften im Vorjahr und Spielort der Fußball-U21-EM im Sommer 2017. Die 11.Europameisterschaften der Altersklasse U23 finden damit zum zweiten Mal nach 2003 in diesem Stadion statt, bisher hatten sich vor allem ost- und nordeuropäische Nationen für die Austragung beworben.
Das ÖLV-Nationalteam ist in Bydgoszcz mit 15 Athleten vertreten, sieben junge Männer, acht junge Frauen. Läuft alles optimal, hat Österreich mit Siebenkämpferin Verena Preiner (Union Ebensee) sogar eine Medaillenchance. Mit Hürdensprinter Dominik Hufnagl (SVS Leichtathletik), Junioren-EM-Dritter, und Dreispringer Philipp Kronsteiner (TGW Zehnkampf Union), Junioren-WM-Vierter in diesem Stadion, haben auch zwei Burschen auf internationalem Parkett ihre Visitenkarte bereits abgegeben.
Unter den 15 Leichtathleten befinden sich lediglich zwei Läufer. Luca Sinn (UAB Athletics) und Paul Stüger (KSV alutechnik) werden im 3.000m-Hindernislauf an den Start gehen. Sinn ist laut Rangliste der Saisonbestleistungen die Nummer 13, Stüger die Nummer 19 im 24-köpfigen Feld mit dem talentierten Italiener Yohanes Chiappinelli. Daher wird bereits der Vorlauf am Freitagnachmittag eine Herausforderung. Läuft alles nach Wunsch, sind die beiden Österreicher auch im Finallauf am frühen Sonntagabend am Start.
Schweiz und Deutschland mit Medaillenchancen
Der Schweizer Leichtathletik-Verband (Swiss Athletics) schickt mit 34 Athletinnen und Athleten ein Rekordaufgebot für U23-Europameisteschaften in den Norden Polens. Darunter befinden sich zwei amtierende Junioren-Europameisterinnen und sieben EM-Teilnehmerinnen von Amsterdam 2016. Der deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) schickt 76 Sportler mit zahlreichen Medaillenhoffnungen ins Nachbarland, auch was den Laufbereich betrifft.
Klosterhalfen Favoritin im 1.500m-Lauf
Das Aushängeschild des deutschen Aufgebots ist Konstanze Klosterhalfen, die in ihrer Spezialdisziplin an den Start geht. Zweimal hat das furios aufsteigende Laufjuwel in diesem Jahr bereits zweimal die „metrische Meile“ unter vier Minuten gelaufen, was Weltklasse bedeutet. Läuft sie in Bydgoszcz so wie zuletzt, ist sie die klare Favoritin. Sie hat allerdings eine Konkurrentin, die ihr das Leben sehr schwer machen könnte. Die Polin Sofia Ennaoui, Crosslauf-Europameisterin dieser Altersklasse, die bei der Team-Europameisterschaft der Super Liga heuer den 3.000m-Lauf gewonnen hat, beim Diamond League Meeting in Rom aber deutlich langsamer war als Klosterhalfen.
Doppel-Europameisterin bei den Erwachsenen auf den Langstrecken
Neben Klosterhalfen könnte Yasemin Can der große Laufstar dieser Titelkämpfe werden. Die 20-jährige, eingebürgerte Türkin hat heuer wenig gezeigt, bei den Hallen-Europameisterschaften in Belgrad hatte sie gegen Laura Muir im 3.000m-Lauf keine Chance und gewann Silber. In Bydgoszcz ist die zweifache Europameisterin von Amsterdam aber dennoch haushohe Favoritin im 10.000m-Lauf, wo sie maximal von der talentierte Schwedin Sarah Lahti herausgefordert werden kann, und im 5.000m-Lauf, wo sie die einzige Läuferin mit einer Bestleistung unter 15 Minuten ist. Über die zwölfeinhalb Stadionrunden rechnet sich auch der DLV eine Medaillenchance durch Alina Reh aus, laut Saisonbestleistung die Nummer zwei im Feld. Lahti und die Britin Jessica Judd, die für die Heim-WM in London nominiert ist, komplettieren ein starkes Feld.
Skandinavische Talente
Im 3.000m-Hindernislauf gehören die beiden deutschen Läuferinnen Lea Meyer und Liane Weidner zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidatinnen. Alles außer ein Sieg der 19-jährigen Dänin Anna Emilie Möller wäre eine Sensation. Im 800m-Lauf liegt die Favoritenrolle ebenfalls auf die Schultern einer Skandinavierin. Anita Hinriksdottir wird wohl die Belgierin Renée Eykens als schärfste Konkurrentin um EM-Gold erachten, die mit einer persönlichen Bestleistung von exakt zwei Minuten bereits einmal schneller gelaufen ist als die Isländerin, die aber in diesem Jahr serienweise Rennen knapp über der Zwei-Minuten-Marke abrufen konnte.
Enge Laufentscheidungen bei den Herren zu erwarten
Die größte Medaillenchance eines deutschen Läufers gibt es im 800m-Lauf. Mit Marc Reuther und Christoph Kessler verfügt der DLV in dieser Disziplin über eine aussichtsreiche Doppelspitze. Auf die Liste für Medaillenkandidaten müssen auch die beiden Schweden Kalle Berglund und Andreas Kramer, der Brite Daniel Rowden, die Franzosen Aymeric Lusine und Nasredine Khatir sowie der Tscheche Lukas Hodbod.
Einen spannenden Kampf um die Medaillen verspricht der 1.500m-Lauf mit dem Tschechen Filip Sasinek, der bei den Hallen-Europameisterschaften die Bronzemedaille gewann. Nach sehr guten Leistungen in dieser Saison sind auch der Brite Robbie Fitzgibbon, der Pole Michal Rozmys und der Schwede Kalle Berglund, zuletzt Achter beim Diamond League Rennen in London, ernsthafte Kandidaten für das glänzendste Edelmetall.
Ein offenes Rennen könnte der 10.000m-Lauf bieten mit dem deutschen Medaillenkandidaten Amanal Petros. Bekanntester Name ist der bei Crosslauf-Europameisterschaften in dieser Altersklasse bereits öfters gut platzierte Spanier Carlos Mayo. Der 21-Jährige ist auch ein Medaillenkandidat im 5.000m-Lauf, aus dem ein Name heraussticht. Yemaneberhan Crippa aus Italien hat hinter Mayo die schnellste persönliche Bestleistung, hat in diesem Jahr aber noch kein Rennen über diese Distanz beenden können, auch nicht bei der Diamond League in Lausanne. Auch Amanal Petros will um die Medaillen mitmischen ebenso wie der Belgier Simon Debognies. U23-Europameisterschaften in Bydgoszcz
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