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U23-EM: Nicole Bauer 14., Werro holt 800m-Gold

Bei ihrem internationalen Debüt lief Nicole Bauer ein gutes Rennen. Audrey Werro dominierte das 800m-Finale und pulverisierte den Meisterschaftsrekord.
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Mit einer persönlichen Bahn-Bestleistung hat Nicole Bauer den Schlusspunkt aus österreichischer Sicht bei den U23-Europameisterschaften gesorgt. Und der war durchaus beachtlich: Die Außenseiterin belegte im 22-köpfigen Finalfeld über 5.000m bei heiß-schwülen Bedingungen in Bergen Platz 14 in einer Zeit von 16:45,45 Minuten. Die Goldmedaille holte sich Maria Forero aus Spanien, die ihrer klaren Favoritenrolle genauso gerecht wurde wie die Schweizerin Audrey Werro im 800m-Lauf mit ihrem Meisterschaftsrekord.

Für Nicole Bauer (ULC Riverside Mödling), die sich mit ihrem starken Auftritt beim Österreichischen Frauenlauf Anfang Juni für die U23-Europameisterschaften qualifiziert hat, entwickelte sich ein Wettkampf mit einem für die Spitze moderaten, für sie aber guten Tempo. Mit Platz 14 und einer Zeit von 16:45,45 Minuten übertraf sie ihre Positionierung in der Entry List deutlich. „Alles ist sehr dynamisch. In so einer starken Besetzung zu laufen ist etwas Besonderes, deshalb bin ich sehr zufrieden. Ich habe bis zum Schluss mit eingeschossenem Laktat gekämpft und das Beste herausgeholt“, so die 20-Jährige. Als Triathletin und Straßenläuferin fehlt Bauer ein großer Teil der Erfahrung in Bahnrennen. „Wenn es nicht so heiß ist, kann ich sicher noch schneller laufen“, ist sie überzeugt.

U23-Europameisterschaften 2025 in Bergen

Gold für Forero

Die Goldmedaille im 5.000m-Lauf, das erwartungsgemäß ohne Cordula Lassacher (Atus Knittelfeld) über die Bühne ging, die im 10.000m-Lauf den starken achten Platz belegt hat (siehe RunUp.eu-Bericht), holte sich Maria Forero. „Das war ein sehr leichtes Rennen für mich. Ich habe mich gut gefühlt und habe das erreicht, was ich wollte“, so die Siegerin nüchtern. Die 22-jährige Spanierin wurde damit ihrer Favoritenrolle klar gerecht. In einer Zeit von 15:43,44 Minuten setzte sie sich vor Vanessa Mikitenko aus dem bei der U23-EM 2025 starken deutschen Team und Anika Thompson durch.

Ergebnis 5.000m-Lauf der Frauen, U23-EM 2025
Gold: Maria Forero (Spanien) 15:43,44 Minuten
Silber: Vanessa Mikitenko (Deutschland) 15:51,97 Minuten
Bronze: Anika Thompson (Irland) 15:56,80 Minuten

 
4. Julia David-Smith (Frankreich) 16:00,62 Minuten
5. Pia Schlattmann (Deutschland) 16:06,62 Minuten
6. Katarzyna Nowakowska (Polen) 16:13,00 Minuten
7. Jude le Corre (Frankreich)16:14,20 Minuten
8. Liv Dinis (Schweden) 16:14,95 Minuten
9. Agate Caune (Litauen) 16:17,24 Minuten
10. Jette Beermann (Deutschland) 16:18,28 Minuten

14. Nicole Bauer (Österreich) 16:45,45 Minuten (PB)

Die Irin lief zwei Tage nach ihrem Triumph über die doppelte Distanz zur zweiten Medaille. „Das war eines meiner härtesten Rennen überhaupt. Ich brauche jetzt dringend viel Schlaf“, stöhnte die erschöpfte, aber glücklich Thompson nach dem Rennen. Sie hatte vor der finalen Phase das Tempo merklich erhöht, Forero konnte jedoch locker mitgehen und am Schluss spielend kontern. Am Ende schob sich die Tochter der deutschen Marathonrekordhalterin Irina Mikitenko noch an Thompson vorbei, Mikitenkos Begleiterin bei der Aufholjagd, Sofia Thögersen aus Dänemark, die ebenfalls zu den Medaillenkandidatinnen gehört hatte, musste aufgeben.

© ÖLV / Sona Maleterova

Beeindruckender Rekord für Werro

Eine der größten Leistungen in den Tagen von Bergen gelang Audrey Werro, die ihre Überlegenheit im Feld der 800m-Läuferin vom ersten Schritt an zum Ausdruck brachte und im Alleingang, also wie bei Meisterschaften stets ohne Unterstützung einer Tempomacherin, in die Nähe ihres Schweizer Rekordes stürmte. Mit einer Zeit von 1:57,42 Minuten unterbot sie den bisherigen Meisterschaftsrekord der Russin Yelena Kofanova aus dem Jahr 2009 um eineinhalb Sekunden! „Es lief alles wie geplant. Ich bin wirklich glücklich mit den Tagen hier in Bergen. Es war eine enorme Intensität im Feld und das hat mich motiviert“, so die 21-Jährige, die noch auf wichtige Rennen in der Diamond League vor heimischem Publikum und auf die Weltmeisterschaften von Tokio im September blickt.

Werros Superleistung, die sie mit einer Startrunde in unter 57 Sekunden vorbereitete, zog auch die Konkurrenz zu beachtlichen Leistungen. Rocio Arroyo aus Spanien, bereits im Vorlauf mit einem starken Eindruck, verbesserte den U23-Rekord ihres Landes auf eine Zeit von 1:59,18 Minuten und ist als neue Dritte der ewigen spanischen Bestenliste nun die schnellste noch aktive spanische 800m-Läuferin. „Es ist ein unglaubliches Gefühl. So einen Erfolg hab ich nicht erwartet“, jubelte die Spanierin, die eigentlich von den 400 Metern kommt. Bronze ging an die Britin Abigail Ives in einer Zeit von 1:59,77 Minuten. Georgia-Maria Despollari lief als Vierte einen neuen griechischen U23-Rekord (2:00,92), fünf der sieben Finisherinnen markierten neue persönliche Bestleistungen.

© Alex Livesey / Getty Images for European Athletic

Mononen besiegt Serrano

Ein erwartungsgemäß spannender Wettbewerb war der 3.000m-Hindernislauf der Frauen, der auf hohem Niveau ablief. Im Finale kämpften die drei auf dem Papier besten Läuferinnen um die Verteilung der Medaillen. Die Finnin Ilona Mononen setzte sich in einer Zeit von 9:30,49 Minuten knapp gegen die Spanierin Marta Serrano durch. Die beiden lieferten sich ein sehenswertes Duell in der Schlussrunde.

„Diese Goldmedaille bedeutet mir sehr viel, zumal ich die Liebe zum Hindernislauf erst vor einem Jahr entdeckt habe. Ich habe enorm viel gelernt seither“, so die 21-jährige Siegerin. Serrano meinte, sie sei überglücklich mit ihrer Leistung und der Renngestaltung, nicht unbedingt mit dem Resultat. Die Deutsche Adia Budde wurde mit einer Zeit von 9:32,14 Minuten Dritte. „Ich bin überglücklich. Ich mag schnelle Rennen und freue mich sehr über die persönliche Bestzeit“, jubelte die Studentin an der Universität in Tübingen, mit 19 Jahren die Jüngste an der Spitze. Budde war vor zwei Jahren U20-EM-Zweite in Jerusalem.

© Alex Livesey / Getty Images for European Athletic

Den 1.500m-Lauf der Frauen gewann die Türkin Dilek Kocak, die das 800m-Finale tags zuvor noch aufgeben musste, nachdem sie frivol versucht hatte, Audrey Werro zu folgen, in einer Zeit von 4:08,79 Minuten knapp vor Adèle Gay aus Frankreich und Eimear Maher aus Irland. Die Deutsche Jolanda Kallabis musste sich mit Rang acht zufrieden geben.

Alle Informationen zu den U23-Europameisterschaften 2025 in Bergen

Autor: Thomas Kofler
Bilder: © ÖLV / Sona Maleterova, © Alex Livesey / Getty Images for European Athletic

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