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Chiara Scherrer hat im Finale des 3.000m-Hindernislaufs bei der Universiade 2019 im Stadio San Paolo von Neapel einen Tag nach 800m-Läuferin Lore Hoffmann den zweiten vierten Platz für die Schweizer Läuferinnen erreicht und ist damit knapp an Edelmetall vorbeigeschrammt. In…



Das sehenswerte Finale begann mit einer Schrecksekunde. Am zweiten Wassergraben verpasste die US-Amerikanerin Sarah Grace Edwards das richtige Timing beim Absprung, fädelte ein und landete mit dem Oberkörper zuerst im Wassergraben, als würde sie vom Beckenrand in ein Schwimmbad springen. Augenblicke später tauchte die von Kopf bis Fuß klatschnasse US-Amerikanerin wieder auf und stieg zur Beruhigung der eigenen Nerven postwendend aus. Zum Glück landete keine der nachfolgenden Athletinnen auf ihrem Körper.
In weiterer Folge gestaltete die Türkin Tugba Guvenc das Rennen, Scherrer hielt sich stets im vorderen Mittelfeld auf. Dann attackierte die völlig unbekannte Äthiopierin Meswat Asmare und erarbeitete sich einen großen Vorsprung. Dahinter bildete sich ein Verfolgerquartett mit der Eidgenossin, die 600 Meter vor dem Ziel den dritten Platz übernahm. Dann schlug die Stunde der Polin Alicja Konieczek, die in den USA studiert und seit vier Jahren keinen internationalen Wettkampf außerhalb der Vereinigten Staaten mehr bestritten hat. Sie forcierte ihr Tempo, saugte sich an die immer müder werdende Äthiopierin heran und übernahm 230 Meter vor dem Ziel die Führung. Nun ließ sich die 24-Jährige die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und holte in einer Zeit von 9:43,05 Minuten die Goldmedaille.
Scherrers Rennen, das bis dato nach Plan verlaufen war, erhielt eine Delle, als die entfesselnde Argentinierin Belén Casetta erst an ihr vorbeizog und dann ein unfassbares Finish lancierte, das sie noch auf Platz zwei führte – 9:43,05 Minuten. Die 24-Jährige stand 2017 überraschend im WM-Finale von London und gewann im selben Jahr die Goldmedaille bei den südamerikanischen Kontinentalmeisterschaften. Die Schweizerin konnte dem Beispiel der Südamerikanerin nicht folgen und die kämpfende Asmare nicht mehr überholen. Die Äthiopierin rettete sich in einer persönlichen Bestzeit von 9:45,48 Minuten zur Bronzemedaille, auch weil Scherrer im Finale den Turbo nicht mehr zünden konnte. Die EM-Teilnehmerin von Berlin erzielte in 9:47,38 Minuten eine Saisonbestleistung und wenige Monate nach einer schweren Verletzung, Ellbogenbruch, ein beachtliches Resultat beim ersten Saisonhöhepunkt.
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Gold: Alicja Konieczek (Polen) 9:41,46 Minuten
Silber: Belén Casetta (Argentinien) 9:43,05 Minuten
Bronze: Meswat Asmare (Äthiopien) 9:45,48 Minuten *
4. Chiara Scherrer (Schweiz) 9:47,38 Minuten
5. Brianna Ilarda (Australien) 9:53,23 Minuten
6. Catherine Beachemin (Kanada) 10:02,92 Minuten
*persönliche Bestleistung
Universiade 2019 in Neapel