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Selten hat der Lake Biwa Mainichi Marathon in seiner nun mehr 74-jährigen Geschichte ein spannenderes Finish gesehen als in diesem Jahr. Bei nicht leichten Marathon-Bedingungen mit Regenschauern und nassem Untergrund setzte sich Salah-Eddine Bounasr im Stadion von Otsu im Schlussspurt…

Der am Ende im Kampf um den Sieg chancenlose, fünftplatzierte Deribe Robi versuchte in der entscheidenden Phase nach Kilometer 30 mit mehreren Tempoverschärfungen die Spitzengruppe zu sprengen. Ein Unternehmen, das misslang. Im Finale zog die Konkurrenz an ihn vorbei, im Streben, so schnell wie möglich die Ziellinie zu erreichen, blieben auch Asefa Tefera und Stephen Mokoka unter 2:08 Stunden. Tefera freute sich wie der Sieger über eine persönliche Bestleistung, Mokoka verpasste seine lediglich um 18 Sekunden.
Das Tempo des Rennens war so angelegt, dass etliche Läufer in den Bereich von Zeiten unter 2:10 Stunden kamen – eine Maßnahme für die Lokalmatadoren hinblicklich der Qualifikation für das japanische Ausscheidungsrennen im September. Daher lagen bei der Halbmarathon-Zwischenzeit von 1:04:15 Stunden noch über 20 Leute in der Spitzengruppe. Es folgte das schnellste Rennviertel, in dem sich die Spreu allerdings nur langsam vom Weizen trennte. Bei Kilometer 35 bestand die Spitzengruppe immer noch aus sieben Läufern, selbst bei Kilometer 40 lagen noch sieben Läufer binnen zehn Sekunden. Die feurige Schlussphase brachte den skizzierten Zieleinlauf.
Während der ehemalige Weltmeister und London-Olympiasieger Stephen Kiprotich überraschend an der Startlinie fehlte, machte der Sensations-WM-Medaillengewinner von London 2017, Alphonce Simbu seinen nächsten Schritt. Er verbesserte seine persönliche Bestleistung leicht und wurde in einer Zeit von 2:08:27 Stunden Sechster. Die besten Japaner im Rennen, Kenji Yamamoto, der seinen „Hausrekord“ auf eine Zeit von 2:08:42 Stunden steigerte, und Yuki Kawauchi hatten die Qualifikation für das japanische Olympia-Ausscheidungsrennen bereits in der Tasche. Die Qualifikation schafften dafür Hiroyuki Yamamoto und Daiji Kawai auf den Rängen zehn und elf, womit nun 30 Männer für dieses mit Spannung erwartete Rennen qualifiziert sind. Boston-Champion Kawauchi hat am Wochenende übrigens angekündigt, auf dieses Olympia-Trialrennen verzichten zu wollen, falls der japanische Verband (JAAF) ihn für die Weltmeisterschaften in Doha nominiert. Ein Doppelstart ist aus terminlichen Gründen selbst für Kawauchi nicht möglich.
Wie qualitativ hochwertig der Lake Biwa Mainichi Marathon 2019, ein reines Männer-Eliterennen mit 174 Finishern, war, zeigt ein Blick auf die Ergebnisliste. 26 Läufer knackten die Marke von 2:15, 49 blieben unter 2:20 Stunden.
1. Salah-Eddine Bounasr (MAR) 2:07:52 Stunden *
2. Asefa Tefera (ETH) 2:07:56 Stunden *
3. Stephen Mokoka (RSA) 2:07:58 Stunden
4. Benson Seurei (BRN) 2:08:08 Stunden
5. Deribe Robi (ETH) 2:08:11 Stunden
6. Alphonce Simbu (TAN) 2:08:27 Stunden *
7. Kenji Yamamoto (JPN) 2:08:42 Stunden *
8. Yuki Kawauchi (JPN) 2:09:21 Stunden
9. Ezekiel Chebotibin (KEN) 2:09:58 Stunden *
10. Hiroyuki Yamamoto (JPN) 2:10:33 Stunden
* persönliche Bestleistung
Lake Biwa Mainichi Marathon