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Vorlauf-Aus für Rattinger: „Nicht mehr drin gewesen“

Als 22.-schnellster von 34 Teilnehmern beendete Tobias Rattinger den EM-Vorlauf im 3.000m-Hindernislauf. Zum Finaleinzug fehlten gut zehn Sekunden.
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Tobias Rattinger ist bei den Europameisterschaften in Birmingham die Überraschung Finaleinzug im 3.000m-Hindernislauf nicht gelungen. Der Oberösterreicher beendete seinen Vorlauf in der heutigen Mittagshitze von Birmingham auf Platz elf und damit drei Positionen hinter der anvisierten achten Position, die den Traum vom EM-Finale realisiert hätte. Audrey Werro erlebte im 800m-Halbfinale einen dramatischen Moment.

Auch wenn Position 22 im Feld von 34 Teilnehmern, von denen ein Schwede am Start fehlte und Landsmann Simon Sundström nach einem Sturz vorzeitig ausstieg, im ersten Moment angesichts seiner Position in der Entry List nicht schlecht klingen mag, Tobias Rattinger (LAC BMD Amateure Steyr) legte nicht darauf den Fokus, sondern konzentrierte sich im Interview mit dem ORF auf eine ehrliche Analyse: „Gefühlt war der Finaleinzug heute weit weg.“ Mit einer Endzeit von 8:47,91 Minuten fehlten über zehn Sekunden auf den achten Platz des Briten William Battershill, den Anschluss an die erste Gruppe hatte der Österreicher schon deutlich früher verloren. Vorentscheidend.

„Wenig entgegenzusetzen“

„Sobald das Rennen ein bisschen schneller wurde, hatte ich wenig entgegenzusetzen“, so Rattinger schonungslos. Der Oberösterreicher hatte sich für ein ruhiges Rennen am Ende des Feldes entschieden. Angesichts der hohen Mittagstemperaturen von 30°C entwickelte sich wenig überraschend kein schnelles Rennen. Nach zwei Drittel der Distanz zog der am Papier stärkste im Feld, Frederik Ruppert, kurz an und sofort zog sich das Feld in die Länge.

Der als Außenseiter ins Rennen gegangene Oberösterreicher verlor von der letzten Position der großen Gruppe aus unmittelbar den Anschluss. „Meine Haxen haben nicht mehr hergegeben, daher muss ich heute wohl zufrieden sein mit dieser Leistung.“ Man dürfe auch nicht vergessen, welche Qualität die Konkurrenz auf die Bahn bringe, fügte er an. Immerhin gelang es dem 28-Jährigen, in der Schlussrunde noch vier Positionen gutzumachen – und damit ein besseres Ergebnis als in Rom 2024 zu erzielen.

© ÖLV / @amri.sports

Die Hitze wollte Rattinger im ORF-Interview nicht als Ausrede gelten lassen: „Die Bedingungen sind für alle gleich!“ Natürlich gebe es Läufer, die mit hohen Temperaturen besser umgehen könnten und Läufer, die mit ihnen gröbere Probleme hätten. Rattinger zählt sich eher zur zweiten Gruppe, lobte aber die Unterstützung des Teams vor Ort bei Kühlungsmaßnahmen vor dem Start.

Titelverteidiger scheitert im Vorlauf

Von den Medaillenkandidaten gab sich niemand eine Blöße, wobei der deutsche Vizemeister Niklas Buchholz Glück hatte, dass er aufgrund einer Unsportlichkeit mit einer Verwarnung davon kam. Sein Landsmann Frederik Ruppert kontrollierte das letzte Renndrittel des Vorlaufs und beließ es bei Platz drei hinter Osama Zoghlami aus Italien (8:34,52) und Nicolas-Marie Daru aus Frankreich.

© ÖLV / @amri.sports

Im zweiten Vorlauf ließ das Feld erst den polnischen U23-Europameister Maciej Magier als Solisten gewähren. Kaum war er eingeholt, kontrollierte der Spanier Daniel Arce den Lauf und kam nach 8:34,47 Minuten als Erster ins Ziel. Nur als Zehnter erreichte Alexis Miellet das Ziel, fast vier Sekunden fehlten auf den für den Aufstieg notwendigen achten Platz von Ala Zoghlami, Osamas Zwillingsbruder. Der französische Titelverteidiger war nach den bisherigen Saisonleistungen in Birmingham allerdings kein Kandidat für Edelmetall.

800m-Halbfinalläufe der Frauen

Das Halbfinale über 800m begann mit einem Schock. Audrey Werro stürzte in Führung liegend und prallte mit ihrem Oberkörper ziemlich wuchtig auf der Bahn auf. Beim Ausweichmanöver rutschte Gabija Galvydyte aus und kam auch zu Sturz, die Litauerin wurde am grünen Tisch rasch für das Finale nominiert. Auch Werro hatte Glück – gut eine Stunde nach dem Rennen wurde dem Protest des Schweizer Verbands stattgegeben – womit das große 800m-Finale am Freitagabend um 22:46 Uhr (MEZ) mit allen Stars stattfinden kann – mit Fragezeichen bzgl. der Schmerzen im Oberkörper bei Werro.

In einer ersten Reaktion mit der BBC hatte die 22-Jährige davor gesagt: „Ich habe mich großartig gefühlt, aber plötzlich lag ich auf dem Boden. Ich weiß nicht, was genau passiert ist.“ Die TV-Bilder geben auch in Slow Motion kaum Aufschluss, wie intensiv eine Berührung von Anais Bourgoin war, die den Sturz verursacht haben könnte. Nach dem Durcheinander in der Kurve spurtete Jemma Reekie in 1:58,61 Minuten zur Freude des britischen Publikums zum Halbfinalsieg vor der Französin Bourgoin. Den dritten Platz sicherte sich die Schweizerin Veronica Vancardo vor der endschnellen Gabriela Gajanova ab.

Im zweiten Halbfinallauf duellierten sich Keely Hodgkinson und Femke Broeders-Bol, wobei die Engländerin von vorne anlief und die Holländerin nicht von ihrer Rückseite wich. Hodgkinson schlug neuerlich ein schnelles Tempo an und finishte in 1:57,38 Minuten 0,08 Sekunden vor dem ehemaligen 400m-Hürdenstar. Wie im Vorlauf profitierte Eloisa Coiro von Hodgkinsons Tempo. Die Italienerin verpasste zwar ihren im Vorlauf aufgestellten italienischen Rekord knapp, belohnte sich aber nach einer starken Leistung auf den letzten 200 Metern mit dem Fixticket in 1:57,74 Minuten. Ebenfalls profitierten die Schweizerin Valentina Rosamilia und die Französin Clara Liberman mit neuen Bestleistungen – das Duo schnappte sich die Finalplätze über die Zeitregel. Für die Deutsche Smilla Kolbe reichte eine Zeit von 1:58,21 Minuten nicht, 0,02 Sekunden fehlten auf Liberman.

800m-Halbfinalläufe der Männer

Bereits gestern Mittag standen die Halbfinalläufe im 800m-Lauf der Männer auf dem Programm. Acht Athleten aus sechs Nationen konnten sich durchsetzen. Im ersten der beiden Läufe führte Topfavorit Max Burgin aus Großbritannien in einer Zeit von 1:44,73 Minuten den Kroaten Marino Bloudek und den Spanier Daniel Barroso auf die Top-Drei. Der Deutsche Alexander Stepanov und der französische Titelverteidiger Gabriel Tual blieben dagegen auf der Strecke.

Im zweiten etwas schnelleren Lauf holten sich fünf Läufer das Final-Ticket: Der irische Routinier Mark English markierte in 1:43,49 Minuten einen neuen EM-Rekord vor dem gegenüber dem Vorlauf deutlich verbesserten Briten Ben Pattison und Corentin Le Clezio aus Frankreich. Über die Zeitregel schafften auch der Spanier Mohamed Attaoui und der Italiener Francesco Pernici, beide in einem engen Rennen auch noch unter 1:44 Minuten, den Aufstieg. Der 26-jährige Le Clezio freute sich dabei über eine persönliche Bestzeit. Das Finale ist am heutigen Abend um 22:28 Uhr österreichischer Zeit angesetzt.

Autor: Thomas Kofler
Bilder: © ÖLV / @amri.sports

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