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Nachdem – abgesehen von der WM-Qualifikation in Ostrava mit ÖLV-Rekord im 1.500m-Lauf – die Freiluftsaison für Raphael Pallitsch bisher alles andere als Wunsch verlaufen ist, lieferten die ÖLV-Staatsmeisterschaften mit den beiden Goldmedaillen auf den Mittelstrecken wieder positive Nachrichten für ihn. Sowohl im 800m- als auch im 1.500m-Lauf war der 35-Jährige nicht zu schlagen.
Ein heftiger Regenschauer ging über die Leichtathletik Arena in Eisenstadt nieder, als am Samstagabend die Entscheidungen im 800m-Lauf auf dem Programm standen. Mit dabei, Raphael Pallitsch (Union St. Pölten) in seinem ersten Wettkampf seit über fünf Wochen. Auf jener Distanz, auf der er anfangs des zweiten Jahrzehnts des laufenden Jahrhunderts seine Karriere vielversprechend gestartet hatte, konnte er sich auf dem Weg zum vierten Freiluft-Titel im 800m-Lauf auf seinen Endspurt verlassen. Dieser stach, nachdem Anton Seiler (KSV Alutechnik) auf der Gegengerade die Führung von Pallitsch übernommen hatte. Der Konter des Routiniers gelang und Pallitsch siegte in 1:53,19 Minuten vor seinem Vereinskollegen Niklas Kainrath (1:53,51), Seiler holte sich die Bronzemedaille. „Ein schönes Rennen gegen die Jungen, aber natürlich auch eine Herausforderung“, fand Pallitsch, der den 800m-Lauf schätzte, um „wieder einmal in den Wettkampfmodus zu kommen“.

Tags darauf, dieses Mal zur Startzeit am Vormittag, war nicht der Regen, sondern der Wind die meteorologische Herausforderung für die Starter im 1.500m-Lauf. Ohne Vorjahressieger Marcel Tobler (ULC Riverside Mödling), der wenige Tage nach seinem starken Auftritt bei der Universiade in Bochum mit Platz fünf im 5.000m-Lauf erkrankt absagen musste, war die Favoritenrolle für Pallitsch noch deutlicher und dieser wurde er gerecht. Rund 300 Meter vor dem Ziel übernahm der Hallen-WM-Finalist die Führung von Andreas Vojta (team2012.at) und sicherte sich den Sieg in einer Zeit von 3:48,42 Minuten.
„Der Gedanke, hier in meinem Heimatbundesland, gleich zweimal auf Gold loszugehen, war schon länger präsent. Es sind so viele Freunde und die Familie hier, daher bin ich froh, dass ich meine Favoritenrolle in beiden Rennen bestätigen konnte“, so Pallitsch nach seinem zweiten Mittelstrecken-Double bei Staatsmeisterschaften nach 2022. Bis zur WM in Tokio Mitte September will er sich nun voll auf die Vorbereitung im Training konzentrieren, es gebe schließlich einigen Trainingsrückstand zu kompensieren.
Eisenstadt war zum ersten Mal Austragungsort für die ÖLV-Staatsmeisterschaften in der Leichtathletik. Damit gastierten die nationalen Titelkämpfe erstmals im Burgenland. Die Zuschauertribünen der Leichtathletik Arena in Eisenstadt, die Mitte Juli auch die Raiffeisen Austrian Open beheimateten, waren an beiden Wettkampftagen gut gefüllt.
Die Vorbereitungen auf die Staatsmeisterschaften verlief für Raphael Pallitsch äußerst schlecht, wie er dem österreichischen Laufsportjournalist Olaf Brockmann erzählte. Erst musste er sein Höhentrainingslager in St. Moritz, das er im Anschluss an die WM-Qualifikation in Ostrava Ende Juni einplante, abbrechen, da er bei einem Autounfall als Beifahrer ein Schleudertrauma erlitt. Nach der logischen Ruhephase warf ihn ein Magen-Darm-Virus zurück.

Bemerkenswert am Resultat in Eisenstadt war die Leistung des zehnfachen Staatsmeisters, alleine auf dieser, seiner ehemaligen Spezialdistanz und im Freien: Andreas Vojta. Der 36-jährige Niederösterreicher, mittlerweile im Marathon zu Hause, lieferte seinem Jahrgangskollegen ein schönes Rennen und gewann in einer Zeit von 3:51,14 Minuten die Silbermedaille. Wie Olaf Brockmann heute auf seiner Facebook-Seite erzählte, gab es denselben Zieleinlauf zwischen Pallitsch und Vojta bereits im Jahr 2002 bei den österreichischen Crosslaufmeisterschaften in Enns in einer Nachwuchsklasse. Vor 23 Jahren.
Deutlich hinter seinem Vereinskollegen gewann Markus Reißelhuber in einer Zeit von 3:58,64 Minuten die Bronzemedaille. Fabio Fister (DSG Maria Elend) erreichte in beiden Mittelstrecken-Disziplinen den undankbaren vierten Platz.
Autor: Thomas Kofler
Bilder: © ÖLV / Alfred Nevsimal