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Am Samstag war es genau ein Jahr und sechs Tage her, als Kevin Kamenschak zuletzt einen Wettkampf auf der Bahn absolviert hat. Auch damals in der Halle, auch damals bei den Staatsmeisterschaften, auch damals über 3.000m und 1.500m. In seiner Heimatstadt Linz freute er sich über zwei Medaillen, gegen seinen Trainer Raphael Pallitsch war kein Kraut gewachsen. Am vergangenen Wochenende zeigte Kamenschak in dessen Abwesenheit mit zwei Goldmedaillen auf. Ein Mutmacher für die anstehende EM-Saison. Caroline Bredlinger blickt nicht alleine Richtung Birmingham, sondern erst gespannt auf die Entwicklungen in der Road to Kujawy Pomorze, jene Region um Torun, die die Hallen-WM 2026 ausrichtet.
„Das Rennen verlief fast perfekt für mich. Ich wollte auf Sieg laufen und trotzdem Kraft für die morgigen 1.500m sparen. Das ist mir ganz gut gelungen, auch wenn der letzte Kilometer natürlich immer hart ist“, sagte Kevin Kamenschak (ATSV Linz LA) nach dem ersten seiner beiden Erfolge am vergangenen Wochenende. Der 22-Jährige setzte sich, nachdem er mit einer Beschleunigung 400 Meter vor dem Ziel die Vorentscheidung geschafft hat, in einer Zeit von 8:18,66 Minuten vor Tobias Rattinger (LAC BMD Amateure Steyr, 8:23,30) und Bernhard Schmid (SVS Leichtathletik, 8:33,33) durch.
Auch im 1.500m-Lauf wurde Kamenschak seiner Favoritenrolle gerecht und holte in einer Zeit von 3:44,06 Minuten souverän seinen zweiten Titel auf dieser Distanz in der Halle nach 2024. Tobias Rattinger machte anfänglich das Tempo für seinen jungen Landsmann und gewann in 3:53,33 Minuten Silber, Bernhard Schmid vervollständigte in 3:58,37 Minuten denselben Zieleinlauf wie tags zuvor über die doppelte Distanz. „Doppelstaatsmeister hört sich schon richtig geil an!“, feierte der Oberösterreicher.

Sein Trainer Raphael Pallitsch dürfte sich aus der Ferne über die Erfolge seines Schützlings gefreut haben. Er selbst erlebt einen eher ernüchternden Winter und hat seine Teilnahme an den Hallen-Weltmeisterschaften in drei Wochen bereits abgesagt. Wie Olaf Brockmann letzte Woche berichtete, hat sich der Burgenländer vermutlich bei seinem Auftritt in Metz Anfang Februar einen Virus eingefangen, der ihn schon zum zweiten Mal in den vergangenen Wochen zum Pausieren zwang. Denn der verspätete Hallen-Einstieg kam durch einen Magen-Darm-Infekt im Jänner zustande. Daher entschied sich der 35-Jährige, die Hallensaison zu beenden und möglichst bald die Freiluft-Saison mit den Europameisterschaften in Birmingham (10.–16. August) vorzubereiten.
Die Oberösterreicherin Pauline Steiner (ULC Grein) hat bei den im Rahmen der Staatsmeisterschaften ausgetragenen U18-Hallenmeisterschaften die Goldmedaillen im 3.000m-Lauf und im 1.500m-Lauf gewonnen. Über die längere Distanz siegte sie in 10:36,91 Minuten mit fünfeinhalb Sekunden Vorsprung auf die Tirolerin Leonie Schröter (TS Innsbruck), auf der Mittelstrecke setzte sie sich in 5:06,37 Minuten vor Luisa Freiberger (Union Salzburg LA) durch.
Bei den Burschen gab es auf den Mittelstrecken Gold und Silber für Sebastian Kofler (LC Villach) und Jonas Mesi (Sportunion IGLA long life). Kofler gewann das Duell der beiden über 800m am Samstag in 1:57,16 Minuten, Mesi revanchierte sich tags darauf über 1.500m in 4:16,11 Minuten mit einem knappen Erfolg über Kofler. Jost Matteo Xaver ist der neue österreichische Jugendmeister über 3.000m (8:58,54), Magda Karall (LT Bgld Eisenstadt) gewann den 800m-Lauf klar in 2:16,11 Minuten.
Die positivste Nachricht für Caroline Bredlinger (LT Bgld Eisenstadt) war vielleicht gar nicht der Gewinn der Goldmedaillen im 800m- und 1.500m, sondern jene, dass die 24-Jährige mit ihrer Saisonbestleistung immer noch auf Platz 30 der Road to Kujawy Pomorze liegt. 30 Startplätze sind bei den Hallen-Weltmeisterschaften vorgesehen, der Qualifikationszeitraum läuft nur noch bis kommenden Sonntag. Wenn man mit der ein oder anderen Absage, bei Hallen-Weltmeisterschaften durchaus üblich, kalkuliert, könnte Bredlinger als eine von wenigen Athletinnen und Athleten Österreich beim Winter-Saisonhöhepunkt vertreten, auch wenn sie noch von Platz 30 verdrängt werden würde.
Käme es anders, wäre es bitter, da Bredlinger das Direktlimit von 2:00,90 Minuten in Ostrava lediglich um 0,07 Sekunden verpasst hat, gleichzeitig ist es erstaunlich, auf welchem Niveau sich die 800m-Welt in dieser Hallensaison bewegt. In Wien hatte die Serien-Staatsmeisterin im Alleingang keine Chance auf das Limit und unternahm daher auch keinen ernsthaften Versuch, sondern simulierte Meisterschaftsrennen. Den fünften Titel in Folge in dieser Disziplin unter dem Hallendach gewann sie locker in 2:06,17 Minuten. „Es hat sich kontrolliert angefühlt“, kommentierte die Hallen-WM-Teilnehmerin von 2025, die sich in einem guten Formaufbau hinblicklich der Hallen-WM in drei Wochen fühlt. Tabea Schmid (ULC Riverside Mödling) in persönlicher Bestleistung von 2:11,10 Minuten und Elena Trinks (LAG Genböck Haus RIED, 2:12,89) holten sich die weiteren Medaillen.

Für den Sonntag hatte sich Bredlinger gegen eine Teilnahme am 400m-Sprint und für eine Teilnahme am 1.500m-Lauf entschieden. Sie lief im Windschatten von Lotte Seiler (KSV Alutechnik) mit und entschied das Duell auf den letzten beiden Runden doch deutlich für sich. Mit einem burgenländischen Landesrekord von 4:16,31 Minuten schob sie sich auf Platz sechs der ewigen österreichischen Hallen-Bestleistung. „Es hat sich sehr gut angefühlt und überraschend viel Spaß gemacht“, sagte Bredlinger nach dem Rennen. „Mein erstes Doppelgold auf den Mittelstrecken zu holen, ist schon sehr cool.“ Mit sechs Sekunden Rückstand gewann Seiler Silber, Bronze holte sich zum zweiten Mal an diesem Wochenende Katharina Pesendorfer (SVS Leichtathletik), knapp vor der 20-jährigen Tabea Schmid, die eine persönliche Bestleistung lief.
Der 3.000m-Lauf der Frauen am Samstag war in Abwesenheit von Vorjahressiegerin Lotte Seiler eine klare Angelegenheit für Carina Reicht (OMNi-BiOTiC Powerteam), die sich mit einem eindrucksvollen Auftritt und starken Siegerzeit von 9:00,97 Minuten auf Platz drei der ewigen ÖLV-Hallenbestenliste in dieser Disziplin schob – ein steirischer Landesrekord, Halle wie draußen, von gleich 13 Sekunden inklusive.
„Die neun Minuten waren schon ein Ziel, vielleicht wäre mit Lotte zu zweit die Chance größer gewesen, alleine tut man sich halt schwer“, meinte die 24-jährige Siegerin. „Ich bin ganz zufrieden, diese Zeit solo gelaufen zu sein.“ Die Triathletin hat sich große Leichtathletik-Ziele für die kommende Saison gesetzt und möchte sich im 10.000m-Lauf für die Europameisterschaften in Birmingham qualifizieren.

Hinter der überlegenen Siegerin bestach auch Lisa Redlinger (TS Lustenau) in 9:12,24 Minuten mit einem Vorarlberger Landesrekord und der Silbermedaille. Das Stockerl komplettierte Pesendorfer mit einer Zeit von 9:47,96 Minuten. Seinen ersten Staatsmeistertitel feierte Niklas Kainrath (Union St. Pölten) im 800m-Lauf der Männer. Er setzte sich in 1:53,31 Minuten vor Samuel Kreb (ULC Linz Oberbank) und Julian Mesi (SU IGLA long life) durch.
Autor: Thomas Kofler
Quelle: Österreichischer Leichtathletik-Verband
Bilder: © ÖLV / @amri.sports, ÖLV / Alfred Nevsimal